Lysander Kiesel holt den Tagessieg für die Wildpoldsrieder

Auf "Schmierseife" den Berg runter

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Wildpoldsried – Ein heißes Rennwochenende stand den Veranstaltern des SSV Wildpoldsried um Hauptorganisator Wolfgang Kiesel am vergangenen Wochenende bevor. Rund 100 Starter am Samstag bei der Bayerischen Sprintmeisterschaft und 200 am Sonntag beim Allgäuer Alpenwasser Cup-Lauf waren gemeldet.

Pünktlich zum Prologstart setzte am Samstag der Dauerregen ein, was den Rennen aber keinesfalls die Spannung nahm. Im Gegenteil – das Klassement wurde durch die Bedingungen teilweise auf den Kopf gestellt. Und die Sieger standen meist erst auf der Zielgeraden wirklich fest. Das Team Wildrad vom SSV Wildpoldsried wurde an beiden Tagen vom Pech verfolgt und konnte den Heimvorteil nicht nutzen. Viel Lob für die beiden Strecken (Sprint und Cross-Country) erhielt Kiesel sowohl von den anwesenden Bayerntrainern um Eric Becker, als auch von den Teambetreuern und letztendlich von den Fahrern selbst.

Am Samstagmittag starteten die Fahrer mit dem Prolog (Einzelzeitfahren) im Sprint, der durch die DorfBoind, Drop, Rockgarden, einer 20 Meter langen Treppenabfahrt, durch die Tiefgarage zurück auf die Hauptstraße führte. Das Finale der Bayrischen Meisterschaft Sprint ging über 37 sogenannte Heats, in denen von vier Startern immer die zwei Besten weiter kamen. Um 16:10 Uhr standen die Finalläufe der besten Vier fest. Lysander Kiesel (Elite) vom SSV schaffte es ins Finale und finishde als Dritter. Bayerische Meister wurden Philipp Bartsch vom TSV Abensberg/Stieglbauer Racing Team und Lia Schrievers German Technology Racing Team. Niklas Oberst und Noemi Kiesel (U17) vom SSV, die beide im Prolog die Bestzeit fuhren, hatten großes Pech. Oberst schied im Halbfinale, in Führung liegend, durch einen Fahrfehler aus. Bei Noemi Kiesel war es das Pedal im Finale was Ihr schlussendlich den Sieg kostete.

Immerhin bis in die Halbfinals schafften es in der U13 Nils Schmidt, Cornel Eberle, Jonas Zettler sowie Vera Blank und Alexandra Burger.

Die Rennen am Sonntag starteten im Dauerregen mit den Jüngsten in der Klasse U7. Eine Begeisterung ohne Gleichen zeigten die Starter in dieser Klasse, die teilweise noch auf Laufrädern den Rundkurs ums WiWaLaMoor bei schwierigsten Bedingungen bewältigten.

Es folgte die U9 mit 24 Startern, die bereits zwei größere Runden absolvieren mussten.

Ab der U11 ging es schon über den Hungersberg – die Strecke zeigte erste Auflösungserscheinungen. Die Fahrer nahmen es mit Humor. Hier holten sich Jasmin Holdenried und Paul Wintergerst beide den dritten Platz.

Die U13/U15/U17 erwischte es am Schlimmsten. Die stärksten Klassen wurden durch die äußeren Bedingungen derart durcheinander gemischt – bis zum Schluss war offen welcher Fahrer nun als Erster durchs Ziel fuhr. Das Problem zeigte sich im Material. Die Schaltungen und Ketten konnten die Menge an Schlamm nicht mehr bewältigen und kapitulierten. Ging die Kette vom Blatt war es den Fahrern schier nicht mehr möglich diese wieder zum Laufen zu bringen. Das Fatale daran: die Kette sprang gerne noch in der „letzten“ Kurve ab, sodass die Fahrer schiebend das Ziel erreichten und dadurch teilweise noch viele Plätze einbüßten. Auch Stürze blieben hier nicht aus, die jedoch durch die weiche Strecke, außer Pflaster, keine Verletzungen verursachten. Vera Blank und Nils Schmidt vom SSV mussten sich hier beide mit dem vierten Platz zufrieden geben.

In der U15m, in der Benjamin Krüger/TSV Niederstaufen als Deutscher Meister an den Start ging, gab es mit dem Sieg von Emil Herzog /SG Simmerberg die größte Überraschung. Lag Krüger in der ersten Runde noch klar vorne, konnte er Herzog in der zweiten Runde am Anstieg kein Paroli mehr bieten, kam auch nicht mehr an ihn heran und wurde Zweiter. Den Sieg bei den Mädels holte sich – als Favoritin gestartet – souverän Sina van Thiel vom RSC Kempten.

Die U17 hatte zwar keinen Regen mehr, die Strecke jedoch kein Einsehen mit den Fahrern. Hinzu kam das viele Fahrer mit wenig Luft fuhren, um die Haftung zu erhöhen was wiederum zu Durchschlägen und somit zu ungewöhnlich vielen Plattfüßen führte. Tobias König fuhr hier ein cleveres Rennen und holte für den SSV als Dritter den nächsten Podestplatz. Noemi Kiesel hatte auch diesmal kein Glück. Nach einem Kettendefekt lief sie zwei Runden zu Fuß, um in die Wertung zu kommen. Sie nahm es mit Humor: „Das Lauftraining vom Winter zahlt sich nun doch aus.“

Das Rennen der Elite stellte den Abschluss und Höhepunkt eines langen Rennwochenendes dar. Hier konnte Lysander Kiesel den einzigen Sieg für Wildpoldsried einfahren. Somit nahm es doch noch ein versöhnliches Ende für die Organisatoren.

Fazit: Die Strecken absolut bayernligatauglich mit besten Bewertungen aller Beteiligten. Viele Stürze aufgrund der äußeren Bedingungen, doch keine schweren Verletzungen.   (csc)

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