Erster Sieg seit Langem

Durststrecke beendet

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Nach seinem Sieg in Vechta strahlt der Börwanger Richard Speiser über beide Ohren.

Börwang/Vechta – Der Börwanger Speedway-Fahrer Richard Speiser holte sich vergangenes Wochenende vor 7000 Zuschauern den Sieg beim Deutschland Grand Prix in Vechta. Sein erster GP-Sieg verschaffte ihm Luft in der WM-Gesamtwertung – und jede Menge Selbstbewusstsein.

Was für ein Renntag. Was für ein Finale. Drei Mal musste jener Lauf – zunächst wegen eines irregulären Starts, dann nach Sturz von Martin Smolinski abgebrochen – gestartet werden. Jener Lauf, der über Sieg oder Niederlage, über die Ränge eins bis fünf entschied. Speiser startete auf der in Vechta alles andere als auf Sieg ausgerichteten Innenbahn. Von dort aus hatte er auch schon den fünften Durchgang gewonnen – und durchweg eine ganz andere Linie als die Konkurrenz gewählt. Und dann schoss er im alles entscheidenden Rerun wie ein Blitz aus den Bändern: „In der ersten Runde habe ich noch damit gerechnet, dass gleich einer an mir vorbeizieht. Dann habe ich gedacht: Fahr deine Linie, bloß keinen Sturz – du kannst das Ding hier gewinnen.“

Leicht haben es Speiser Weltmeister Joonas Kylmäkorpi und Cameron Woodward nicht gemacht. Vier Runden lang klebten beide an Speisers Hinter- rad, fanden aber keinen Weg vorbei: „Dieses Mal habe ich im Finale alles richtig gemacht. Ich kann es nicht fassen. Ich habe die perfekte Rille gefunden. Einfach nur geil.“ Der Sieg in Vechta beendete auch eine lange Durststrecke: „Ich habe zwei harte Jahre hinter mir. Das hier, der GP-Sieg, tut sooooo gut!“ Dabei kann der 26-jährige Börwanger auch gleich im Doppelpack auf sich stolz sein: „Gemeinsam mit einem Partner und der Unterstützung der Firma Großwächter mache ich seit diesem Jahr meine Motoren ja selbst. Jetzt damit Erfolg zu haben, wo wir vor ein paar Monaten am Nullpunkt angefangen haben, ist besonders schön.“

Speisers Weg ins Finale verlief alles andere als unbeschwert: Zwei zweite, zwei dritte Ränge, ein Laufsieg – Rang fünf nach den Vorläufen. Smolinski hatte zu diesem Zeitpunkt maximale Punktezahl und sah wie der sichere Sieger aus. Speiser wiederum erkämpfte sich die Finalteilnahme: „Ich habe eher verhalten angefangen, noch am Setup gearbeitet, mich im Laufe des Rennens gesteigert. “

Mit den erzielten 20 WM-Punkten dürfte Richard Speiser auch seinem Saisonziel „direkte Qualifikation“ und damit einer Platzierung unter den Top Ten ein gutes Stück näher gerückt sein. 13 Zähler trennen ihn vor dem letzten WM-Lauf in Morizes vom elften Rang. „Ich glaube, dieser Sieg pusht auch für das nächste Jahr“, sagt Speiser.

Im Gesamtklassement konnte Weltmeister Joonas Kylmäkorpi in Vechta mit dem zweiten Platz und 23 WM-Punkten seine Spitzenreiterposition ausbauen. Seinen vierten Titel in Folge wird ihm kaum einer mehr streitig machen.

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