Keine "Durchschlagskraft"

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Andreas „Charly” Fülla konnte im Spiel gegen Bad Kötzting die Lücke, die der erkrankte Quedrim Beqiri im Mittelfeld hinterließ, nicht vollständig füllen.

Landsberg – Fehlende Offensivkräfte und ein gesicherter Tabellenplatz ergeben manchmal eine ungesunde Mischung – so zu bestaunen bei der 0:1-Niederlage des TSV Landsberg gegen den 1. FC Bad Kötzting. „Mir taten vor allem die Zuschauer leid“, sortierte Trainer Sven Kresin die schwache Vorstellung nach dem Schlusspfiff ein.

Die zahlenden Fans hatten das Tor des Tages schon in der dritten Minute gesehen, als die Oberpfälzer bei einem Konter die Landsberger Innenverteidigung alt aussehen ließen; Weber lief schließlich alleine auf Heiland zu und schlenzte überlegt zum 0:1 ins Gehäuse.

Danach überließen die Gäste dem TSV zwar meist das Spielgeschehen, doch der zeigte sich an diesem Tag überfordert. Immer wieder wurden die Bälle zu schnell hergegeben, das Spielgerät lief kaum einmal über mehr als zwei Stationen, die Präzision fehlte völlig. „Bad Kötzting hat uns eigentlich schalten und walten lassen, aber wir hatten keinerlei Durchschlagskraft nach vorne“, so Kresin, „und unsere zwei oder drei Abschlüsse in der ersten Halbzeit haben wir dann kläglich vergeben.“

Am nächsten kam einem Torerfolg noch Alexander Buschel, der in der 44. Minute von der Strafraumgrenze abzog und den Ball an die Latte setzte. Die Vorstellung wurde nach der Halbzeitpause nicht besser, wie der Coach einräumt. „Ich habe darauf gewartet, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht, oder dass wir wenigstens mit Standards oder Distanzschüssen für etwas Gefahr sorgen, das blieb aber alles aus.“

In der 93. Minute setzte Süll einen Direktschuss noch knapp links am Tor vorbei, das war aber auch schon alles, was die Gastgeber an diesem Nachmittag in der Offensive zu bieten hatten. Ein Grund dafür dürfte gewesen sein, dass diesmal auch der erkrankte Quedrim Beqiri im Mittelfeld nicht zur Verfügung stand, „Charly Fülla konnte diese Rolle leider nicht so an sich reißen, wie ich mir das gewünscht hätte“, so Kresin.

Ein weiterer Akteur für die Schaltzentrale saß nur auf der Bank: Muriz Salemovic – zuletzt mit angebrochenem Brustbein ausgefallen – hatte zuvor 90 Minuten beim 4:0-Sieg der 2. Mannschaft gegen Prittriching mitgeholfen. „Er hat jetzt ja auch schon wieder zwei oder drei Wochen nicht gespielt“, sagt der Trainer, „deswegen habe ich mich dagegen entschieden, ihn einzuwechseln. Vielleicht läuft er deswegen jetzt ja am Mittwoch gegen Unterföhring mit einer kleinen Extra-Motivation auf.“

Genau diese fehlte scheinbar gegen Bad Kötzting einigen von Salemovic' Kollegen – was allerdings angesichts der Tabellenkonstellation nicht verwunderlich ist. Pullach (70), Rain und Pipinsried (je 63 Punkte) machen den Aufstieg unter sich aus, der TSV liegt mit 44 Zählern auf Platz 5 schon deutlich zurück. Auf den möglichen Relegationsplatz 14 hat man bei sieben noch ausstehenden Spielen wiederum schon 15 Punkte Vorsprung.

„Wir spielen nun einmal nicht um die Qualifikation zur Champions League“, schätzt Kresin die Situation ein und sieht in dem frühen Sichern des Klassenerhaltes durchaus eine Art „Fluch der guten Tat“. „Wenn wir gegen Pullach und Rain gepunktet hätten, könnten wir jetzt noch versuchen, Pipinsried ein Bein zu stellen. Aber so geht es nur noch maximal um Platz vier, der interessiert halt nicht wirklich.“

Dennoch versucht der 38-Jährige, der Situation das Beste abzugewinnen. „Am Mittwoch kommt Unterföhring, gegen die haben wir eigentlich immer gut ausgesehen, dann geht’s nach Rosenheim, da freue ich mich auf das Stadion, das ich lange nicht mehr gesehen habe. Und dann hoffe ich doch, dass wir gegen Dachau und Bogen zwei gute Heimspiele für unsere Zuschauer abliefern.

Christoph Kruse

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