Rennspektakel unter Flutlicht

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Dicht gedrängt verfolgten die Zuschauer die Rennen in Reichling, hier rauscht Hubert Graf vom MSC vorbei, der in Klasse 3 mit Skifahrer Magnus Ostenrieder den zehnten Platz belegte.

Reichling – Motorradfahren im Schnee ist bereits alles andere als einfach. Nicht leichter wird es, wenn auch noch ein Skifahrer am Seil hinten dran hängt und es darum geht auf einem Rundkurs als erste im Ziel zu sein. Das alles zusammen ergibt den Reiz beim Skijöring, das nach einer wetterbedingten Pause im Vorjahr wieder in Reichling stattfand.

Unter Flutlicht kämpften dabei 55 Teams aus dem ganzen Oberland um die Platzierungen in den sieben verschiedenen Klassen. Fast 1000 Zuschauer verfolgten dabei das vierstündige Rennspektakel, bei dem es galt drei Runden durch das gut 400 Meter Oval möglichst schnell und unfallfrei hinter sich zu bringen. Das klappte nicht immer. Der eine oder andere Ausritt oder Sturz war beim Kampf um die Platzierungen nicht zu verhindern. 

Action auf Schnee und Eis

Besonders spektakulär ging es im Finale der Klasse 4 zur Sache. Auf der letzten Runde kamen dort die Drittplatzierten zu Fall. Die beiden führenden Teams rauschten danach in die am Boden liegenden Konkurrenten, obwohl sie davor noch eine Notbremse durch einen freiwilligen Sturz hinlegten. Kurze Zeit später standen aber alle Beteiligten wieder auf. „Es lief alles glimpflich ab“, freute sich MSC-Chef Reinhold Graf, der mit rund 30 Helfern dafür sorgte, dass das Rennen reibungslos über die Bühne ging. 

„Vor drei Wochen standen hier noch Regenpfützen“, meinte Graf zum Gelände des MSC, das innerhalb von 14 Tagen durch die zweistelligen Minusgrade in der Nacht in ein ideales Renngeläuf mit einer rund zwanzig Zentimeter dicken Schicht aus Eis und festgepressten Schnee gemacht wurde. „Die Bahn ist super, das macht Riesenspaß“, gab es stellvertretend für alle Fahrer von Gerhard Sturm vom MSC, der in der mit 17 Startern bestbesetzten Klasse 4 (über 250 ccm) an den Start ging, ein großes Lob für die Streckenbauer. 

In dieser Klasse gab es wie in der Klasse 3 (125 bis 250 ccm) jeweils drei Vorläufe und ein Finale der Besten. In den anderen Klassen, darunter die der Motorräder mit Beiwagen, wurde nach den Vorläufen anhand der erzielten Platzierungen eine Rangliste erstellt. Bei der Vergabe der Spitzenplätze mischten die Lokalmatadore auch ordentlich mit. In der Klasse 3 holten sich Thomas Streif und Thomas Strobl vom MSC den Sieg. Bei den Bahnmaschinen (Klasse 5) landete das Duo auf Platz drei hinter ihren Teamkollegen Günther Hartner und Nico Wohner. 

Pech hatte dagegen Alex Karl und Roman Gindhart, ebenfalls vom MSC, in dieser Klasse. In zwei Vorläufen riss beim Motorrad die Antriebskette, so dass sie in der Endwertung nur Siebter wurden. „Das war sehr schade, weil sich Alex so intensiv um die Streckenpräparierung kümmerte“, meinte Graf, der die Rennen auch fachmännisch kommentierte. Besser lief es bei den Seitenwagen ohne Antrieb für das Reichlinger Trio Michael Ronowski, Matthias Spanner und Stefan Ronowski, die sich Rang drei erfuhren.

Roland Halmel

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