Heiße Regatta

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Erst bei einsetzender Dunkelheit durften sich die Teilnehmer der 24-Stunden-Regatta auf dem Ammersee über etwas Wind in den Segeln freuen.

St. Alban/Landsberg – Heißer Tanz auf dem Ammersee: Tropische Temperaturen bis zu 38 Grad und wenig bis gar kein Wind haben den Teilnehmern der 24-Stunden-Regatta in diese Jahr alles abverlangt – besonders Durchhaltevermögen. Wem das am besten gelang, wird sich am Freitag bei der Siegerehrung zeigen.

High Noon am Samstag in St. Alban: der Startschuss fällt und unbarmherzig brennt der Planet auf Boote und Besatzungen am bisher heißesten Wochenende der Segelsaison. Von den 93 gemeldeten Yachten sind 92 angetreten. Diese haben sich gerade über die Startlinie gequält als das bisschen Wind endgültig einschläft. Eine Bewährungsprobe in seemännischer Geduld schon in der ersten Stunde der Regatta. Für den „Viking“, das größte Dickschiff der Flotte, kein Problem. Kurzerhand wird das Schifferklavier an Deck geholt und statt an den Schoten und Winschen zu arbeiten singt die ganze Crew Seemannslieder. Die umliegenden Boote danken es mit Applaus und so mancher wird an die alten Seefahrer auf der Barfußroute gedacht haben, wie sie in unbekannten Gewässern segelnd bei ähnlich tropischen Temperaturen zu leiden hatten.

Den sportlich ambitionierten Seglern indes steht nicht nur der Schweiß im Gesicht, sondern auch die Verzweiflung. Wie soll man unter diesen Bedingungen jemals um den See kommen? In der Tat benötigt das erste Boot, das die erste Runde vor St. Alban schafft, rund 8,5 Stunden. Es ist die „Mariella II“, eine Joker mit Dr. Werner Manhardt vom gastgebenden Segelclub Landsberg (SCLL). Die ihn verfolgenden Boote sind zu diesem Zeitpunkt, es ist 20:20 Uhr, noch auf der anderen Seeseite, nämlich in der Herrschinger Bucht.

Die Geduldsprobe war noch nicht zu Ende, denn es sollte Nacht werden bevor der Wind einsetzte, den sich alle erhofft hatten. Stetiger, warmer Wind um die drei Beaufort, wolkenfreier Sternenhimmel mit einem fast voll stehenden Mond. Dies ließ die Seglerherzen endlich höher schlagen und hielt alle Teilnehmer staunend wach. „Die nächtlichen Wind- und Wetterverhältnisse waren eine echte Wiedergutmachung für alle, die durchgehalten hatten“ begeisterte sich 1. Vorsitzender Bernd Müller-Hahl beim anschließenden Hafenfest des SCLL. Schließlich war er doch selbst mitten drin gewesen mit seinem „Herzog Ernst“, einem 35er Nat. Kreuzer.

Wer bei all den Anstrengungen und Naturerlebnissen auch noch einen Stockerl-Platz errungen hat, wird bei der Siegerehrung bekannt gegeben. Diese findet statt am Freitag, 17. Juli, um 19 Uhr im Gasthof „Zum Unterwirt“ in Türkenfeld. Dabei können die anwesenden Crews nicht nur ihre Pokale entgegennehmen, sondern dürfen sich mit etwas Losglück auch an attraktiven Preisen erfreuen. So winken als Hauptpreise eine einwöchige Segelreise sowie ein Sportbike.

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