In aller Freundschaft:

Für Fouls doppelt bezahlt

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Bei aller Freundschaft und Fairness: Ein wenig Körperkontakt und Härte durfte beim Aufeinandertreffen des HCL Plus und der Collegeauswahl „ACHA Selects“ nicht fehlen.

Landsberg – Nationalhymnen waren im Landsberger Eisstadion lange nicht mehr zu hören gewesen – anschließend gab es Eishockey zum Genießen. Die 450 Zuschauer waren angetan angesichts der Leistungen, die der verstärkte HC Landsberg und die US-amerikanische Collegeauswahl „ACHA Selects“ am Neujahrstag zeigten.

Die 2:7-Niederlage war für die Riverkings kein Beinbruch; mit einem Sieg gegen die US-Boys hatte ohnehin niemand gerechnet. Mit Teams vom Kaliber des Landesligisten gibt sich das ACHA-Team normalerweise nicht ab, die privaten Kontakte zu Akteuren aus der Lechstadt brachten die Truppe aber dennoch nach Landsberg (der KREISBOTE berichtete). So warf dann auch Wally Chapman zum symbolischen ersten Bully ein. Der 49-Jährige hatte Mitte der 80er-Jahre in einer Saison 110 Punkte für den damaligen EV Landsberg erzielt. Ob seinem Sohn Blake eine ähnliche Karriere beschieden ist, wird sich erst noch herausstellen, gegen die Riverkings überzeugte der Sprößling allerdings mit einem ähnlich scharfen Zug zum Tor wie ihn einst der Vater zeigte – der Treffer zum 0:5-Zwischenstand war der Lohn der Arbeit.

HCL Plus verliert gegen College-Auswahl

Im ersten Drittel hatten die Landsberger noch gut mitgehalten, was nicht zuletzt auch an einigen Verstärkungen lag. Larry Mitchell hatte an seine alte Wirkungsstätte von den Augsburger Panthern Verteidiger Manuel Kindl mitgebracht. Der wusste ebenso zu überzeugen wie der Memminger Maximilian Merkl im Sturm. Auch auf seiten des HC Landsberg zeigte ein Trainersohn eine starke Leistung: Tobias Wedl (Ravensburg Tower Stars) hat in punkto Stellungsspiel und Lauftechnik ganz offensichtlich die guten Anlagen des Vaters mitbekommen, auch er hatte am Ende einen Skorerpunkt auf dem Zettel stehen.

Nach starken ersten 20 Minuten, als die Gastgeber teilweise sogar ein druckvolles Angriffsspiel aufziehen konnten und die besseren Gelegenheiten hatten, machte die US-Auswahl dann aber ernst. In der ohnehin schon schnellen Partie schalteten die Gäste noch einmal einen Gang höher, vor allem mit der ersten Sturmreihe Urban/ Garlasco/Hobbs. Juniorenstürmer Ryan Urban war kaum noch in den Griff zu bekommen, einen Treffer und drei Vorlagen verbuchte der Junioren- Torjäger der Penn State University (Pennsylvania) am Ende.

Die wacker kämpfende Landsberger Truppe wusste sich in der sehr fairen Partie teilweise nur noch mit kleineren Fouls zu behelfen – und musste dafür prompt den Höchstpreis bezahlen: Sechsmal wurde eine Strafe gegen die Riverkings angezeigt, fünfmal schlug es hinter den drei verschiedenen Goalies ein, die an diesem Abend das HCL- Gehäuse hüten durften.

Hohes Tempo

Nachdem man im zweiten Drittel die befürchtete Abreibung bekommen hatte, kämpften sich die Riverkings zur Freude der Zuschauer im Schlussabschnitt doch noch einmal zurück in die Partie gegen die Amerikaner, die mit insgesamt 24 Spielern antraten und dementsprechend trotz des hohen Tempos nie in konditionelle Schwierigkeiten gerieten. Merkl sorgte für den ersten Landsberger Treffer, Fischer stellte bei doppelter Überzahl in der Schlussminute den Endstand her.

Trotz des klaren Ergebnisses waren anschließend auch auf Landsberger Seite zufriedene Gesichter zu sehen: Die Fans hatten eine ansprechende Partie erlebt und für etliche der jungen Spieler dürfte es die erste Partie mit einem Gegner auf diesem Niveau gewesen sein.

Christoph Kruse

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