Zeit für den nächsten Schritt

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Alex Wedl wird neuer Trainer der Riverkings.

Landsberg – Im fünften Jahr nach der Gründung des HC Landsberg steht bei den Riverkings eine Zeitenwende an. Mit der Verpflichtung von Alex Wedl als Trainer der ersten Mannschaft wird ein klares Signal in Richtung Professionalisierung gesetzt.

„Wir haben vier sehr erfolgreiche Jahre erlebt“, so der stellvertretende Vorsitzende Christoph Hicks, „aber jetzt ist es Zeit, den nächsten Schritt zu tun.“ Damit steht jetzt auch ganz offiziell der Aufstieg in die Eishockey-Bayernliga auf der Agenda. Dieses Ziel hatte man sich beim HCL zuvor ganz bewusst nicht gesetzt, zu deutlich hatte man die Pleite des EV Landsberg vor wenigen Jahren noch vor Augen.

Die Philosophie der Spaßtruppe aus Landsberger Spielern, die einfach noch einmal auf heimischem Eis auf Punktejagd gehen wollen, lässt sich jetzt aber wohl aus mehreren Gründen nicht mehr aufrecht erhalten: Zum einen ist von der ursprünglichen Mannschaftsbesetzung spätestens nach der abgelaufenen Saison praktisch kein Spieler mehr an Bord (zuletzt beendeten unter anderem auch Markus Haschka und Michael Falkenberger aus Altersgründen ihre aktive Karriere). Zudem hat der Verein inzwischen mit der ursprüng-lichen familiären Struktur von 2008 praktisch nichts mehr zu tun. „Es ist alles nicht mehr so, wie wir uns das am Anfang gedacht haben. Seitdem wir den Nachwuchs des EV Landsberg aufgenommen haben, hat sich die Situation deutlich verändert“, so Hicks, der mit seinen Vorstandskollegen jetzt jährlich ein Budget stemmen muss, das sich auf rund 150000 Euro verfünffacht hat.

Aber nicht nur die Aufwendungen für den Nachwuchs ließen offenbar den Entschluss für einen Richtungswechsel reifen; auch mit der ersten Mannschaft war man zuletzt an Grenzen gestoßen. Nachdem man die wachsende Zuschauerzahl drei Jahre lang vorwiegend mit Siegen verwöhnt hatte, wurde die Luft im oberen Tabellendrittel der Landesliga 2013 zusehends dünner für die Riverkings. Anlass für gravierende Änderungen, wie Hicks erläutert: „Nur mit Goodwill und aus Spaß geht es nicht mehr, wir sind an einem Punkt, an dem wir auch ein Budget für die erste Mannschaft brauchen.“

Damit rücken die Riverkings erstmals vom bisher eisernen Prinzip ab, dass niemand im Seniorenbereich Geld erhält. Gehälter für die Spieler soll es laut Hicks aber trotzdem zunächst nicht geben, „wir denken eher an Ausrüstungszuschüsse oder Benzingeld.“ Dass man zumindest mit bescheidenen finanziellen Entschädigungen locken kann, könnte angesichts der zahlreichen Abgänge durchaus entscheidend sein, wie auch der Vorstand weiß. „Es steht wieder ein großer Umbruch an, der einschneidende Änderungen für die Mannschaft bedeutet“, so Hicks, „wir denken, dass Alex Wedl dafür der richtige Mann ist.“

Entscheidungen soll der ehemalige DEL-Spieler in Absprache mit dem Vorstand treffen, bei der Spielerauswahl dürfte er weitgehend freie Hand haben. Während Hicks beim Ziel Bayernliga-Aufstieg „keine Jahreszahl“ angeben will, dürfte beim bekannten Ehrgeiz Wedls kein Zweifel daran bestehen, dass er sofort nach oben will. Das Hauptaugenmerk dürfte für die kommende Saison auf Spielern aus der Region und vor allem auf dem eigenen Nachwuchs liegen. Wieviele Spieler Wedl aus dem aktuellen Kader übernimmt, ist dagegen offen. „Es könnte ein paar schmerzliche Gespräche geben“, räumt Hicks auf Nachfrage ein.

Mit der Vertragsunterschrift von Wedl endet beim HCL gleichzeitig die Ära von Topi Dollhofer, der seit dem ersten Spiel als Coach an der Bande gestanden war. Man sei mit dem 31-Jährigen „absolut im Guten auseinandergegangen“, betont Christoph Hicks, der sich bei Dollhofer ausdrücklich bedankt. „Auch wenn es jetzt Zeit war, einen Cut zu machen, kann man unsere sportlichen Probleme der letzten Saison nicht am Trainer festmachen. Wir hatten eine sehr erfolgreiche Zeit mit ihm und er hat einen guten Job gemacht. Außerdem war er vier Jahre mit Leidenschaft bei den Spielen und im Training dabei, ohne einen Cent zu bekommen, das ist alles andere als selbstverständlich.“ Dollhofer ist inzwischen dem Vernehmen nach als Trainer eines Bayernligisten im Gespräch.

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