Keine Kandidaten für Neuwahlen beim VfL

VfL Kaufering weiter auf Kandidatensuche

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Die Gaststätte im VfL Vereinsheim war wieder Diskussionspunkt in der diesjährigen Hauptversammlung. 2017 schloss Dimitrios Skinitis (r.) einen 10-jährigen Pachtvertrag mit dem VfL ab. Unser Foto zeigt ihn bei Vertragsabschluss mit Bernhard Mödl.

Kaufering – Es gab keine Neuwahlen beim VfL. Kauferings größtem Sportverein mit seinen knapp 2.000 Mitgliedern gelang es nicht, auf der diesjährigen Hauptversammlung eine Nachfolge für den bisherigen Vorstand zu finden. Dieser hatte bereits im Vorfeld erklärt, nicht mehr anzutreten. Somit bleibt satzungsgemäß der bisherige Vorstand geschäftsführend im Amt, bis eine endgültige Nachfolgeregelung getroffen ist.

Sollte es nicht gelingen, einen neuen Vorstand zu etablieren, ist der VfL von Insolvenz bedroht. Das würde bedeuten, dass die Schulden auf die einzelnen Sparten des VfL umgelegt würden und die wettbewerbs-

orientierten Abteilungen sportlich auf Null zurückfielen, da die Lizenzen bei Auflösung des Vereins ungültig würden. Gerade für die Floorballer wäre es das Aus in der Bundesliga und viele Fußballmannschaften des VfL müssten in ihren jeweiligen

Klassen wieder bei Null beginnen.

Die Vorzeichen, eine geregelte Nachfolge in Kürze zu finden, waren aber nicht schlecht. Im Vorfeld gab es zwei Kandidaten. Allerdings stieß das Konzept von Dr. Michael Erl beim amtierenden Vorstand um Bernhard Mödl auf Ablehnung. Erl, Leiter der Karateabteilung, wollte aus dem Restaurant „bei Dimi“ ein kleineres Café machen und den Rest der Fläche für eine private Kampfsportschule nutzen. Nachdem er bei einer Diskussion über das Restaurant nicht sofort zu Wort kam, verließ Erl wütend die Hauptversammlung.

Der zweite Kandidat war Klaus Rehekampff. Der Physiker mit Wohnort Landsberg erklärte nach Zögern, er sei bereit, sich zur Wahl zu stellen, aber erst wenn die restlichen Kandidaten für den Vorstand bekannt seien. „Zwischen uns muss die Chemie stimmen“, sagte der Physiker. Nun soll zeitnah auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein neuer Vorstand gewählt werden.

Die diesjährige Hauptversammlung „Bei Dimi“ war so gut besucht wie schon lange nicht mehr, da ja auch viel für die Zukunft des Vereins auf dem Spiel stand. Mehr als 120 Vereinsmitglieder hatten bei stürmischem Wetter den Weg ins Vereinslokal gefunden, unter ihnen auch Altbürgermeister Dr. Klaus Bühler, viele Marktgemeinderäte und Kauferings 2. Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel. Die oft als zu groß bezeichnete Gaststätte war zumindest für diese Veranstaltung fast zu klein. Aus den Nebenräumen mussten zusätzliche Stühle herbei geschafft werden.

Eines der Probleme des VfL war und ist die 2002 gebaute Gaststätte im Vereinsheim. Vier Pächter waren seitdem entweder insolvent gegangen oder hatten aufgegeben. Für den derzeitigen Pächter Dimitros Skinitis mit seinen griechischen Wurzeln zeichnen sich ebenfalls Probleme ab. „Ich bringe derzeit Geld mit“. Er hatte bereits im letzten Jahr den Vorstand um eine Reduzierung der Pacht gebeten, die ihm vorbehaltlich der Zustimmung der Mitgliederversammlung auch zugestanden wurde.

Die monatliche Pacht sollte demnach von 1.300 Euro auf 950 Euro bis zum Jahr 2022 reduziert werden. Ursprünglich waren ab November 2018 sogar nur 700 Euro vereinbart worden. Dimitos Skinitis erklärte sich aber bereit, die Differenz von 250 Euro nachzubezahlen. Ab 2022 wird dann, so die Vereinbarung, die Pacht auf 1.100 Euro netto steigen. Für die Wohnung, in der der Gastwirt wohnt, beträgt die monatliche Miete 650 Euro. Im Zuge der neuen Vereinbarung darf zudem die Fußballsparte die Bewirtung im Büdchen selbst übernehmen.

Diese Pachtreduzierung gefiel nicht allen Vereinsmitgliedern. Es gab aber auch flammende Appelle, „Dimi“ eine Chance zu geben. Schön wäre es, wenn die Vereinsmitglieder die Gaststätte mehr nutzen würden, betonten Mitglieder. UBV-Fraktionssprecher Sascha Kenzler sagte, das Gaststättenkonzept funktioniere nur, wenn alle mitziehen würden. Jeder Neuanfang mit einem neuen Pächter, den man ja erst finden müsse, sei mit dem Risiko verbunden, dass die Gaststätte wieder längere Zeit leer stehe und die Pachteinnahmen würden dann dem Verein fehlen. Gabriele Triebel brachte es auf den Punkt: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“. Mit großer Mehrheit wurde nach ausgiebiger Diskussion die Pachtreduzierung durch die Mitglieder gebilligt.

Derzeit übersteigen die Ausgaben die Einnahmen, sagte Schatzmeister Gerhard Himmelstoß in seinem Kassenbericht. 183.000 Euro Einnahmen standen 2018 insgesamt 214.000 Euro an Kosten gegenüber. Ein Teil des Minus ist allerdings auf Sondertilgungen zurückzuführen. Die Verschuldung des Vereins liegt bei rund 140.000Euro. Allerdings hat, so Himmelstoß, der Verein 100.000 Euro auf der hohen Kante. Nach seinen Worten krankte in der Vergangenheit die Gesamtsituation an der Pacht für die Gastwirtschaft. „Utopische“ Vorstellungen habe man früher über die zu erzielende Pacht gehabt.

Sportlich war der VfL mit seinen wettbewerbsorientierten Abteilungen im letzten Jahr wieder sehr erfolgreich. Aber auch die Breitensport- und spaßorientierten Abteilungen waren zufrieden. Alle Abteilungsleiter gaben einen kurzen Bericht über ihre Sparten ab. Für die 25-jährige Vereinsmitgliedschaft konnte Bernhard Mödl Urkunden überreichen. Dazu gehörten Helga Aechtner, Jürgen Berk, Horst Kempe, Marianne Kempe, Kurt Kummer, Cornelia Schendel und Laura Steinert. Josef Frigl und Werner Gschwind wurden für ihre 50-jährige Vereinsmitgliedschaft geehrt.

In seinem letzten Rechenschaftsbericht appellierte Bernhard Mödl an die Abteilungen des VfL, das Miteinander zu pflegen. In den Abteilungen würde eine tolle Arbeit für die Allgemeinheit und vor allem für die Jugend geleistet. Er kritisierte allerdings auch einige Mitglieder und ehemalige Vorstandsmitglieder für die Verbreitung von Lügengeschichten und bösartigen Gerüchten, die letztlich den Vereinsfrieden gefährden.

Siegfried Spörer

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