Platz 2 beim Granfondo Ceriale in Ligurien 

„Bergelefant“ Alexander Steffens bezwingt italienische „Bergziegen“

Alexander Steffens - AS Cycling Team - Granfondo Ligurien
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Das Klettern in den Bergen gehört nicht zu seinen Stärke, die anschließende Abfahrt allerdings schon: Alexander Steffens beim Granfondo Ceriale in Ligurien.
  • Toni Schwaiger
    VonToni Schwaiger
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Dießen – Der „Bergelefant“ vom Ammersee bezwingt die „Bergziegen“ aus Italien: Alexander Steffens, Chef des AS Cycling Teams in Dießen, ist beim Granfondo Ceriale in Ligurien auf den 2. Platz gefahren. Unter strengsten COVID-19-Auflagen und bestem Wetter hielt der bullige Rennradfahrer auf der 89 Kilometer langen Strecke mit 1.800 Höhenmeter die Kletterspezialisten in Schach – bis auf eine Ausnahme.

Punkt 10:30 Uhr fiel der Startschuss an der Uferpromenade. Diese konnte Steffens nur kurz genießen, denn nach der drei Kilometer langen neutralen Phase ging es gleich in den Anstieg. Und da ließen die ersten Attacken nicht lange auf sich warten. Vincenzo Pisani (Asd Capitani Minuterie Metalliche Cycling Team) konnte sich hier mit einer Minute absetzen, doch gemeinsam mit acht anderen Kontrahenten machte sich Steffens auf die Verfolgung. Zusammen mit dem ehemaligen italienischen Profi Manuele Caddeo (Team Senzabicinonsostare) gelang es dem Dießener, die Lücke in der Abfahrt zum Führenden zu schließen.

Gemeinsam bauten sie ihren Vorsprung bis zum zweiten Anstieg von drei auf eineinhalb Minuten aus. Dort fuhr Steffens taktisch und ließ die zwei italienischen Kletterer auf dem letzten Kilometer ziehen. „Vincenzo und Manuele erhöhten das Tempo bergauf extrem und ich entschied mich dazu, nicht voll mitzuziehen, mein eigenes Tempo bergauf zu fahren und mit meinen Abfahrfähigkeiten die Lücke wieder zu schließen“, beschreibt der Dießener. Dies gelang dem 27-Jährigen dann auch wie gewohnt in der sieben Kilometer langen Abfahrt.

Alexander Steffens radelt auf Platz 2

Alexander Steffens - Granfondo Ceriale
Stark: Alexander Steffens aus Dießen fährt beim Granfondo Ceriale in Ligurien auf den 2. Platz © Unmondodicolori/Steffens
Alexander Steffens - Granfondo Ceriale
Stark: Alexander Steffens aus Dießen fährt beim Granfondo Ceriale in Ligurien auf den 2. Platz © Unmondodicolori/Steffens
Alexander Steffens - Granfondo Ceriale
Stark: Alexander Steffens aus Dießen fährt beim Granfondo Ceriale in Ligurien auf den 2. Platz © Unmondodicolori/Steffens
Alexander Steffens - Granfondo Ceriale
Stark: Alexander Steffens aus Dießen fährt beim Granfondo Ceriale in Ligurien auf den 2. Platz © Unmondodicolori/Steffens
Alexander Steffens - Granfondo Ceriale
Stark: Alexander Steffens aus Dießen fährt beim Granfondo Ceriale in Ligurien auf den 2. Platz © Unmondodicolori/Steffens
Alexander Steffens - Granfondo Ceriale
Stark: Alexander Steffens aus Dießen fährt beim Granfondo Ceriale in Ligurien auf den 2. Platz © Unmondodicolori/Steffens

Mit 40 Sekunden Vorsprung ging das Trio in den letzten sieben Kilomter langen Berg. Dort suchte Pisani die Entscheidung und attackierte, Caddeo konnte nur kurz folgen, Steffens entschied sich erneut, „sein Tempo“ zu fahren – wie üblich. Bis zum Gipfel konnte Pisani 50 Sekunden auf Caddeo und circa 70 auf Steffens rausfahren. Doch in der 15 Kilometer langen Abfahrt sammelte Steffens mit seinem Abfahrtsgeschick erst den ehemaligen Profi Caddeo und anschließend den führenden Pisani ein. Spätestens jetzt war klar, dass es zu einem Zielsprint kommen würde.

Alexander Steffens entschied sich, den Sprint in den engen Kurven 300 Meter vor dem Ziel von vorne zu fahren. „Ich hatte eigentlich noch gute Beine, da ich den Bergen mein Tempo fuhr und nicht in den roten Bereich gegangen bin. Leider kam die Ziellinie zehn Meter zu spät und Vincenzo konnte sich noch vorbeischieben“, erklärt der Dießener.

Am Ende verpasste Steffens nur um ein paar wenige Zentimeter den Sieg und fuhr hinter Pisiani und vor Caddeo über die Ziellinie. „Dieser 2. Platz hier in Italien, bei all diesen italienischen Bergziegen fühlt sich für mich Bergelefant wie ein Sieg an“, bilanziert Steffens. „Ich bin superglücklich, dass dieser Granfondo trotz der ganzen schwierigen Coronalage hat stattfinden können; es war deutlich zu spüren, wie wichtig es den Italienern war. Sie haben so viel Leid gesehen in diesem Jahr, deswegen wollte ich mit meinem Start hier auch ein Zeichen der Solidarität setzen“.

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