DM Ergometer-Rudern

Mit langen Zügen zu Gold

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Mit langen Zügen zu Gold: ASG-Schüler Florian Dehlfing aus Schondorf verteidigte am Wochenende seinen deutschen Meistertitel im Ergometerrudern.

Schondorf/Dießen – Er gilt seit geraumer Zeit als Schrecken der aktiven Ruderer und hat seinem Ruf jetzt wieder alle Ehre gemacht: Florian Dehlfing aus Schondorf. Der Schüler des Ammersee-­Gymnasiums wies die Elite des Rudersports am vergangenen Wochenende bei den 18. Internationalen Deutschen Meisterschaften im Ergometerrudern in der Starnberger Schlossberghalle in die Schranken. Er zeigte, dass er in der Wintersaison im Kraftraum und auf dem Ergometer überaus fleißig war, dass er sich die konditionellen Grundlagen für die anstehende Wassersaison erarbeitet hat und holte Gold.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Florian Dehlfing das große Kunststück geschafft, als „Schulruderer“ die gesamte Konkurrenz aus den etablierten Rudervereinen hinter sich zu lassen. Wie im KREISBOTEN berichtet, gewann er völlig überraschend als einer der Jüngsten im Feld mit 7.799 Meter den deutschen Meistertitel bei den Junioren B, den 15- bis 16-Jährigen.

Noch schwieriger als einen Titel zu gewinnen ist bekanntermaßen die Aufgabe, ihn zu verteidigen. Und so war es von Anfang an klar, dass es dieses Mal für den Zehntklässler ein hartes Stück Arbeit werden würde, zumal sein härtester Konkurrent, Sönke Mensing von der Rudergesellschaft München (rgm), im letzten Jahr in der Leichtgewichtsklasse der Junioren B mit 7.805 ein paar Meter weiter gerudert war.

So war es denn auch für die Insider nicht überraschend, dass die beiden Athleten sich bei der Deutschen schon kurz nach dem Start erneut ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten und die Konkurrenz bereits nach 2.000 Metern deutlich hinter sich ließen. Immer wieder versuchte Mensing seinen Konkurrenten durch kurze Zwischensprints zu demoralisieren, aber Florian Dehlfing blieb seiner Rennstrategie treu und ließ sich auch nicht beirren, als der rgm-Ruderer zwischenzeitlich durch eine Erhöhung der Schlagzahl 40 Meter Vorsprung hatte.

Der Zehntklässler des Ammersee-Gymnasiums ließ sich nicht abschütteln und arbeitete sich mit langen Zügen bei niedrigem Widerstand wieder an seinen Konkurrenten heran, bis dieser fünf Minuten vor Ende des Rennens erschöpft abbrechen musste. So konnte Dehlfing die letzten knapp 1.000 Meter ungefährdet von der Spitze aus das Feld kontrollieren und siegte mit 8.168 Meter und deutlichem Vorsprung vor Moritz Kneuer (rgm, 8.037 Meter) und Andreas Steiniger (7.947) vom Passauer Ruderverein.

Zwei weitere Ruderer aus dem letztjährigen Paradeboot des Dießener Gymnasiums, dem Doppelvierer, gingen an den Start und erzielten beachtliche Ergebnisse. Martin Hartenberger erreichte mit persönlicher Bestleistung (7.214) in der Leichtgewichtsklasse der Junioren A (17/18 Jahre) den 6. Platz. Noch schneller unterwegs war Andreas Auern­hammer, allerdings musste er in aussichtsreicher Position rudernd nach zwei Dritteln der Strecke wegen Muskelproblemen das Rennen vorzeitig beenden. Der vierte ASG-Leistungsruderer, Léon Postel, war in Starnberg nicht am Start. Er besucht derzeit eine Schule in Frankreich und bereitet sich beim dortigen Ruderclub auf die Saison vor.

Gute Gemeinschaft

Das gute Abschneiden der ASG-Ruderer sei nicht zuletzt das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen dem Ammersee-Gymnasium und der Ruderabteilung des SC Riederau, betont Schulsprecherin Anita Groß. Denn hier könnten die Athleten in der Sportarbeitsgemeinschaft unter fachkundiger Anleitung ausgebildeter Rudertrainer und Sportlehrer bis zu vier Trainingseinheiten pro Woche absolvieren.

Nach dem starken Auftritt bei der Deutschen am Starnberger See sind die vier leistungsstarken ASG-Ruderer jetzt „heiß auf die kommende Rudersaison“ und wollen auch auf dem Wasser ganz weit vorne mitrudern. Wermutstropfen dabei: Wegen der „schlechten Rahmenbedingungen“ werden Spitzenplätze in diesem Jahr wohl nicht zu realisieren sein, so Groß, denn das ASG habe „leider noch kein Bootshaus“. Aber das solle sich ja dem Versprechen des Landrats nach in absehbarer Zeit ändern. So bleibe zu hoffen, dass die vier talentierten Ruderer noch vor ihrem Abitur es mal bei den deutschen Schulrudermeisterschaften nach ganz oben auf das Siegerpodest schaffen.

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