Es kann nur aufwärts gehen

Guido Kandziora coacht künftig TSV-Kicker

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Heute Abend stehen die TSV-Jungs erstmals gemeinsam mit ihrem neuen Coach Guido ­Kandziora (kleines Foto) auf dem Trainingsplatz.

Landsberg – Auch Spiel eins nach der Trennung von Coach Uwe Zenkner hat der TSV Landsberg verloren. Mit 3:0 unterlag der von Interims­trainer Michael Bugdoll betreute Bayernligist in Kottern. Gegen die aggressiv zu Werke gehenden Hausherren fehlte es den verunsicherten Lech-Kickern an Schneid, der Rückstand auf die Nicht-Relegationsplätze wächst damit auf sechs Zähler an. Ob und wann das abgebrochene Spiel gegen Neumarkt wiederholt werden muss, ist noch unklar. Auf dem Trainerstuhl ist seit heute Zenkners Nachfolger bekannt: Guido Kandziora leitet dort fortan die Geschicke.

Dieser Kontrast war kaum zu übersehen: Auf der einen Seite die gut eingespielten und in ihrem Selbstvertrauen kaum zu erschütternden Gastgeber vom TSV Kottern, auf der anderen Seite die gebeutelten Landsberger, die zuletzt neben sportlichen Nackenschlägen auch die Trennung von ihrem Coach wegzustecken hatten. „Klar war, dass der Gegner richtig aggressives Pressing spielt“, erklärt Michael Bugdoll – nominell Spielertrainer der Reserve – seine Überlegungen vor dem Spiel. Zwei Trainingseinheiten waren dem für den geschassten Zenkner in die Bresche gesprungenen 37-Jährigen geblieben, um Landsbergs Fußball-Flaggschiff wieder halbwegs flott zu bekommen. „Wir wollten in der Verteidigung und im Mittelfeld Überzahl schaffen, haben den Fokus darauf gelegt, hinten sauber raus zu spielen.“ Den technisch versierten ­Dominik Schön beorderte er auf die linke Abwehrseite, ein Dreierriegel sollte das Zentrum verrammeln. „Wenn man die erste Pressinglinie überspielt, ergeben sich auch bei Kottern große Lücken.“

Soweit die Theorie, denn erfüllt haben sich Bugdolls Hoffnungen nicht. „Wir waren zu ängstlich, haben die Bälle immer wieder zurück gespielt“, hadert das Landsberger Urgestein, das auf den im Urlaub weilenden Sebastian Gilg und die erkrankten Kevin Haug und Julian Birkner verzichten musste. Nach 27 Minuten musste auch noch Schön, dessen Oberschenkel bei einem Pressschlag in Mitleidenschaft gezogen worden war, verletzt raus. Bereits zu diesem Zeitpunkt war jedoch absehbar, dass für sein Team kaum etwas zu holen sein würde; Kotterns gut geölte Herangehensweise hatte ihre Wirkung nicht verfehlt und auch mit langen Bällen war spätestens bei der starken Innenverteidigung um Mario Jokic Schluss. „Klar, das Selbstvertrauen ist bei unseren Jungs nicht da“, weiß Bugdoll. „Wir haben uns aber auch zu wenig gewehrt, hätten präsenter sein müssen.“ Beleg dafür: Der einzige gelbe Karton auf Landsberger Seite ging in der 68. Minute an Alexander Buschel.

Spätestens das 2:0 in der 79. Minute besiegelte den Spielausgang. Bugdoll war gerade dabei, Stürmer Mario Marjancic vor seiner Einwechslung letzte Instruktionen zu geben, um zur Schlussoffensive zu blasen, da schepperte es: Ein Freistoß der Hausherren aus 40 Metern segelte vor das Landsberger Tor, wo Matthias Jocham mutterseelenallein aus fünf Metern einköpfte. „Das war blöd hergeschenkt“, ärgert sich der Interims-Coach, der danach mitansehen musste, wie seine Schützlinge die Köpfe hängen ließen. „Die Körpersprache war ab da weg.“

Mit dem Treffer zum 2:0, der den Gästen an diesem Tag endgültig den Garaus machte, hatte Jocham schon seinen zweiten Streich gelandet. Denn auch das 1:0 in der 13. Minute war auf sein Konto gegangen. „Da konnte auch der an diesem Tag erneut überragende Philipp Beigl nichts machen“, findet Bugdoll. Gegen zwei Gegenspieler hatte Jocham sich Raum verschafft und den Ball aus 20 Metern am Landsberger Schlussmann vorbei direkt in den Winkel gesetzt.

Das 3:0 steuerte derweil ein anderer bei: Landsberg hatte sich in der 84. Minute einen der zuletzt häufigen Ballverluste im Mittelfeld erlaubt, Kotterns Gökhan Celik schaltete schnell und schickte Marcello Barbera auf die Reise, der Beigl im Eins gegen Eins keine Chance ließ. Es war der Schlusspunkt unter einer Partie, in der die Landsberger eigentlich nur einmal ernstlich vor dem Tor ihres Ex-Kameraden Tobias Heiland aufgetaucht waren: In der 36. Minute hatte sich der Schlussmann bei einem langen Ball von Lukas Göttle verschätzt, Manuel Detmar war aber zu überrascht, um mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich Kapital daraus zu schlagen. „Da hatte ich gehofft, dass sich Kotterns fahrlässige Chancenverwertung vielleicht rächt und wir den Spielverlauf so ein bisschen auf den Kopf stellen können“, bedauert Bugdoll, der sich fortan wieder ins zweite Glied verabschieden will. „Ich gehe davon aus, dass die Abteilungsleitung zeitnah einen neuen Trainer bekannt gibt.“ Ambitionen auf den Chefsessel bei der ersten Mannschaft hege er selbst derzeit keine. Die Aufgabe bei der Reserve mache Spaß, der Aufstieg sei ein reizvolles Ziel. „Und dann schauen wir mal, was die weitere Zukunft bringt.“

Ob in der TSV-Zukunft noch in dieser Saison erneut ein Heimspiel gegen den ASV Neumarkt ansteht, ist indes weiterhin offen. Gegen die Entscheidung in erster Instanz, die Partie, die wegen der schweren Verletzung des eingewechselten Reservetorwarts Maximilian Haid abgebrochen worden war, zu wiederholen, legten die Landsberger Verantwortlichen Einspruch ein. „Ich rechne damit, dass es diesbezüglich nächste Woche etwas Neues gibt“, so Abteilungsleiter Robert Michel, der auch in Sachen Trainersuche umtriebig war.

Guido Kandziora heißt der Neue, der die Bayernliga-Fußballer wieder in sichere Gefilde der Tabelle führen soll. Der 49-Jährige war zwischen 2012 und 2015 Bayernliga-Trainer in Schwabmünchen und unterstützte in jüngster Vergangenheit die TSG Hoffenheim beim Scouting in Indien.

Sein nächstes Spiel bestreitet der Landsberger Bayernligist diesen Samstag. Gegen Schwaben Augsburg geht es ab 14 Uhr nach einer drei Spiele andauernden Auswärts-Serie wieder im heimischen 3C-Sportpark um Punkte.

Rasso Schorer

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