Jähes Ende der Zusammenarbeit

Coach Hermann Rietzler wirft bei Bayernligist Landsberg hin

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Der TSV-Coach und sein Co gehen getrennte Wege: Hermann Rietzler (hinten) hat hingworfen, Florian Mayer (vorne) ist jetzt Interimstrainer.

Landsberg – Angesichts der aktuellen Entwicklung rund um das Aus von Coach Hermann Rietzler, geriet die Partie beim SV Kirchanschöring schnell in den Hintergrund. Mit 0:2 unterlagen die Lechstädter vor 550 Zuschauern und boten vor allen Dingen in der zweiten Halbzeit eine schwache Leistung. Die Situation in der Tabelle bleibt prekär.

Die Leistung im Auswärtsspiel war allerdings nicht ausschlaggebend für das Ende der kurzen Amtszeit von TSV-Trainer Hermann Rietzler. „Ich hatte nie das Gefühl, dass die Mannschaft mir nicht mehr folgt oder gar gegen mich spielt. Wir sind auch nie mit 0:5 untergegangen und es gab keine Auflösungserscheinungen. Wir haben die Klasse für diese Liga, haben es aber nur selten geschafft, diese auf den Platz zu bringen. Dazu kommen individuelle Fehler, die uns Punkte gekostet haben“, sagte Hermann Rietzler und zog damit sein persönliches Fazit.

Es bleibe zu betonen, dass die Zusammenarbeit zwischen Trainer und Verein auf Wunsch von Rietzler beendet wurde. Von einem Rauswurf könne nicht gesprochen werden. Riethler führt andere Gründe für die Trennung an und verweist darauf, dass seine Wunschposition eigentlich die des sportlichen Leiters und Co-Trainers gewesen sei. „Mir schwebte eine Doppelspitze in der Mannschaftsführung vor, aber leider hat das nicht funktioniert.“

Dass es gegen den Abstieg gehen würde, sagte Rietzler dem KREISBOTEN schon zu Beginn der Saison. Sein formuliertes Ziel, langfristig mit dem Verein etwas aufzubauen, darf als gescheitert betrachtet werden. Sicherlich haben auch Indiskretionen aus dem Vereinsumfeld und eine zu Beginn der Saison unprofessionelle Informationspolitik eine Rolle gespielt. Eigentlich konnte Rietzler nie in Ruhe arbeiten und stand schon früh unter Beschuss.

Patrick Freudsmiedl, Pressesprecher und Abteilungsbeirat beim TSV, möchte dem Trainer seine Qualifikation nicht absprechen. „Die Leistungen haben grundsätzlich gestimmt, daran hat es nicht gelegen. Der Trainer hat uns in einem langen Gespräch geschildert, wie er sich die weitere Zusammenarbeit vorstellt und wir konnten uns nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. Aber wir müssen nun nach vorne schauen und spätestens nach dem Spiel gegen Tabellenführer Wasserburg eine Serie starten“, blickt er bereits in die Zukunft.

Trainerkandidaten seien einige auf dem Markt verfügbar, sagt Freudsmiedl, und man werde zeitnah einen Nachfolger präsentieren. Auch mit Neuzugän­gen für den Spielerkader sei man im Gespräch, Vollzug könne man aber noch nicht melden. Die Kunde, dass mit dem 19-jährigen Laurin Malici ein Innenverteidiger vom SV Memmingen verpflichtet wurde, ging in den letzten Tagen fast unter.

Interimscoach Florian Mayer zeigte sich von der Entwicklung überrascht: „Ich bin gestern vom Verein darüber informiert worden, dass Hermann nicht weitermachen möchte. Man hat mich gefragt, ob ich das Amt für die nächsten Tage übernehmen würde und dazu habe ich mich bereit erklärt.“ Ob er gegen SV Türkgücü München und Wasserburg an der Linie stehen oder selbst auflaufen wird, sei noch nicht entschieden.

Mayer wollte nicht bestätigen, dass die Kommunikation zwischen ihm und Rietzler zuletzt nicht mehr so intensiv wie nötig gewesen sei. Gemeinsam mit den erfahrenen Spielern Rainer Stohas und Sebastian Bonfert wolle er nun die Aufstellung abstimmen und die nächsten schweren Aufgaben angehen.

„Wir haben heute Abend gegen Türkgücü München nichts zu verlieren und bekanntlich hat der Pokal seine eigenen Gesetze“, versichert er und beweist, dass er immerhin schon die üblichen Floskeln vor einem solchen Spiel beherrscht. 

Die Bayernliga-Fußballer des TSV Landsberg brauchen nicht nur einen neuen Trainer, sondern vor allen Dingen Punkte, um eine Wende herbeizuführen. Ob die Spieler von den Kalamitäten im Verein unbeeindruckt bleiben und die dringend benötigte Leistung abrufen können, werden die nächsten Tage zeigen.

Dietrich Limper

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