Bayernliga-Neuling in Bestform

Favoritenschreck Riverkings

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Ob die Riverkings am Wochenende in Bestbesetzung auflaufen können, ist noch offen: Dennis Sturm (rechts, gegen Miesbach) plagt eine Verletzung an Rippen und Bauch.

Landsberg – Bei solchen Ergebnissen darf man durchaus mal zu kleinen Späßen aufgelegt sein: „Tja, schade, dass wir nur neun Punkte nach vier Spielen haben. Ich hatte schon mit zwölf gerechnet“, scherzte Riverkings-Trainer Alex Wedl nach dem Sechs-Punkte-Wochenende mit Siegen gegen Miesbach und in Moosburg. Überraschend belegt der HC Landsberg damit Rang 4 in der Bayernliga und erwartet am Freitag (20 Uhr) den TSV Peißenberg zum Nachbarschaftsderby.

Dass man am fünften Spieltag mit den „Eishacklern“ punkt- und tordifferenzgleich dastehen würde, war vor der Saison nicht unbedingt zu erwarten, doch die Riverkings blieben zuletzt zweimal mit 2:1 siegreich. „Am Freitag gegen Miesbach war das harte Arbeit, aber natürlich auch ein bisschen Glück“, blickt Wedl zurück.

Dass er mit seiner Mannschaft zeitweise unter Druck geraten würde, kam dann nicht überraschend. „Natürlich ist dieses Team von der Spielanlage viel reifer, sie hat ja ganz andere Spieler wie wir“, sagt der 45-Jährige. „Sie haben viel Erfahrung, Verteidiger aus der 2. Liga und einen wirklich sehr guten Finnen“. Gewonnen hat am Ende dennoch der HCL – „und das dann auch verdient“, wie Wedl betont.

Zwei Siege für die Riverkings

Mit viel Kampf, Einsatz und einer starken Leistung von Christoph Schedlbauer überstand man auch die letzten vier Minuten nach dem 2:1-Treffer, als Miesbach noch einmal alles nach vorne warf. Mit auf dem Eis war am Freitag auch Wedl selbst. „Folk und Schäffler sind unsere zwei Verteidiger, die sich am meisten weiterentwickelt haben und defensiv fast am stärksten. Als dann beide gesperrt waren, war mir schon im Memmingen klar, dass ich spiele.“

Der Erfolg zählt

Eine Rückkehr auf Dauer soll das allerdings nicht gewesen sein. „Ich werde sicher nicht den jungen Spielern die Eiszeit wegnehmen, sondern höchstens wieder auflaufen, wenn mich die Mannschaft braucht; es geht nur um den Erfolg“, so Wedl. Zumal sich der Spaß für ihn persönlich sowieso in Grenzen hält. „Ich bin 45 Jahre alt, ich bin nicht völlig austrainiert. Dementsprechend hatte ich danach zwei Tage richtige Schmerzen und hab’ mich wie tot gefühlt.“

Seine Mannschaft zeigte sich dagegen am Sonntag gleich wieder auf der Höhe. Auch in Moosburg gewannen die Riverkings – diesmal mit Wedl wieder an der Bande – mit 2:1. Dass dabei kein berauschendes Spiel zustande kam, will der Coach nicht zu hoch bewertet wissen. „Wir dürfen jetzt nach dem guten Start nicht vergessen, wo wir eigentlich herkommen. Wenn wir, wie in Moosburg, einmal als Favorit ins Spiel gehen, tun wir uns einfach noch ein bisschen schwer, das spielerisch zu lösen.“

Das Problem der Favoritenrolle hat die Truppe am Freitag nicht, wenn der TSV Peißenberg in Landsberg antritt. Im Testspiel an gleicher Stelle behielten die „Eishackler“ mit 5:2 die Oberhand, der HCL kam damals nie richtig in die Partie und kassierte im Mitteldrittel drei Gegentreffer in drei Minuten. „Dieses Spiel haben wir nicht vergessen. Da haben wir noch eine Rechnung offen und wir haben unsere Lektion gelernt“, verspricht Alex Wedl, der sich sicher ist, dass „jetzt der nächste Favorit in Landsberg ins Stolpern kommt.“

In die Play-Offs?

Am Sonntag hängen die Trauben dann voraussichtlich noch etwas höher. Beim Ligafavoriten in Waldkraiburg geht die junge Landsberger Mannschaft als klarer Außenseiter aufs Eis, die Löwen haben ihre ersten vier Saisonspiele sämtlich gewonnen.

Auf den Riverkings lastet nach dem starken Saisonstart aber im Moment ohnehin nicht der ganz große Druck, auch wenn Alex Wedl einen klaren Plan für den weiteren Verlauf hat. „Wir sollten schauen, dass wir uns kein Null-Punkte-Wochenende leisten und dass wir möglichst unsere direkten Konkurrenten schlagen.“ Dazu zählt der Trainer neben Moosburg auch Germering und Nürnberg. „Wenn uns das gelingt, können wir sogar um den Einzug in die Play-Offs mitspielen.“

Erst einmal soll jetzt aber gegen Peißenberg im dritten Heimspiel der dritte Sieg her, obwohl noch nicht klar ist, ob die Riverkings in Bestbesetzung auflaufen können. Michael Fischer muss wegen einer chronischen Erkrankung derzeit Anti- biotika nehmen, Dennis Sturms Einsatz ist wegen einer Verletzung an Rippen oder Bauchmuskeln ebenfalls noch offen. Beide würde Wedl natürlich gerne wieder einsetzen, verweist aber auch darauf, dass es Alternativen gibt. Timo Hauck und Mika Reuter hätten ihre Sache in Moosburg sehr ordentlich gemacht, sagt der Coach, „und man darf nicht vergessen, dass die 16 und 17 Jahre alt sind.“

• HC Landsberg – TEV Miesbach, 2:1 (1:1, 0:0, 1:0). Tore: 1:0 (2.) Geisberger (Schmelcher/+1), 1:1 (20.) Kankaaranta, 2:1 (56.) Maag (Gäbelein, Dolezal). Zuschauer: 703. Strafminuten: Landsberg 12, Miesbach 6.

• EV Moosburg – HC Landsberg, 1:2 (0:1, 0:1, 1:0). Tore: 0:1 (14.) S. Kerber (Folk/+2), 0:2 (21.) Rohde (Gäbelein, Dolezal/+2), 1:2 (60.) Birk (+1). Zuschauer: 132. Strafminuten: Moosburg 20, Landsberg 20+10 für Rohde.

Christoph Kruse

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