Mit Sonntagsschuss zum Remis

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Die Bayernligisten des TSV Landsberg waren in Bad Kötzting fast schon am Boden, doch dann sorgte Maximilian Süli (15) mit einem Sonntagsschuss für den 2:2-Endstand.

Landsberg – Erst hätte man den Sack schon locker zumachen können, zum Schluss hatte man sogar noch Glück, dass man mit einem Punkt aus der Oberpfalz zurückkehrte. Mit dem 2:2 (1:0) in Bad Kötzting festigte der TSV Landsberg weiter seinen Mittelfeldplatz in der Fußball-Bayernliga Süd. Bereits am heutigen Mittwoch geht es mit dem Heimspiel gegen 1860 Rosenheim weiter. Spielbeginn im Hacker-Sportpark ist um 17.45 Uhr.

Dass die TSV-Kicker aus der Lechstadt nach über 250 Kilometern Fahrt an der tschechischen Grenze nicht weitere drei Punkte einfuhren, war vor allem der mangelnden Effizienz im ersten Durchgang geschuldet. Zwar gingen die Landsberger schon nach fünf Minuten in Führung, als Wochnik einen langen Salemovic-Freistoß aus kurzer Distanz einköpfte. Anschließend ging man aber zu fahrlässig mit den eigenen Gelegenheiten um, die man sich mit aggressivem Forechecking erarbeitete. „Wir hatten gleich mehrere sehr gute Chancen, können zur Halbzeit problemlos auch 3:0 oder 4:0 führen“, so Toni Yildirim, Sportlicher Leiter beim TSV.

Stattdessen ließ man die Gastgeber nach der Pause besser ins Spiel kommen. Einen zu kurz abgewehrten Ball nutzte Frisch in der 53. Minute zum Ausgleich. „Dass die Mannschaften aus dieser Ecke nach einem 1:1 alle wie um ihr Leben laufen, ist bekannt“, meint Yildirim, „aber da waren wir dann doch sichtlich ein bisschen irritiert.“ Prompt kam Bad Kötzting zu mehreren guten Gelegenheiten, während der TSV seine Konterchancen nicht sauber zu Ende spielte.

Co-Trainer Christian Detmar, der Sven Kresin vertrat, sah, dass seine Truppe dringend Stabilität im Mittelfeld brauchte und wechselte neben dem wiedergenesenen Spannenberger dementsprechend auch Storhas erstmals nach seinem Kreuzbandriss vor fast einem Jahr ein, „er hat seine Sache gut gemacht, wir hatten dann eine Dreierkette und es lief eigentlich auch besser.“ Fünf Minuten vor Ende neigte sich dann die Waage dennoch zugunsten der Hausherren. Nach einem Freistoß fiel der Ball im Strafraum Aschenbrenner vor die Füße, der zum 2:1 abstaubte.

Aus 30 Metern

Als schon niemand mehr damit rechnete, dass für die Landsberger noch etwas zu holen wäre, hielt Maximilian Süli aus 30 Metern einfach nochmal drauf und erzielte mit seinem Sonntagsschuss noch das 2:2. Während die Bad Kötztinger in dieser Szene sichtlich mit der Leistung ihres Torhüters Riederer haderten, nimmt Toni Yildirim den Keeper in Schutz. „Der Ball dreht sich in der Luft noch nach außen weg, das war eben ein Sonntagsschuss.“

Drama und Spektakel war also auch im jüngsten Bayernliga-Auftritt des TSV geboten, wenn es nach dem Sportlichen Leiter geht, darf es am heutigen Mittwoch aber durchaus einmal etwas glatter gehen. Dann stellt sich 1860 Rosenheim in Landsberg vor. Die Gäste sind nach ihrem Abstieg aus der Regionalliga vorerst weit nach unten durchgereicht worden und belegen derzeit nur Rang 18 – dennoch warnt Yildirim davor, den Gegner zu leicht zu nehmen. „Die hatten gegen Dachau eine Menge Chancen und erst durch zwei Fehler und späte Tore verloren. Das wird für uns ein genauso schweres Spiel wie jedes andere.“

Dennoch will man natürlich zuhause vor den beiden schweren Auswärtspartien in Dachau (13.9.) und Bogen (20.9.) unbedingt punkten, obwohl Spannenberger aus beruflichen Gründen voraussichtlich fehlen dürfte. „Mit einem Heimsieg hätten wir aus den letzten vier Spielen zehn Punkte, das könnte sich dann schon gut sehen lassen. Ich hoffe, dass die Mannschaft jetzt befreit auftritt.“

Beim TSV Landsberg weiß man nur zu genau, dass wegen des Spielmodus in der Bayernliga die Punkte, die man jetzt gegen den Abstieg sammelt, Gold wert sind. Neben zwei Direktabsteigern können am Saisonende bis zu vier Mann- schaften in die Relegation zur Landesliga kommen. Yildirim: „Das ist hart, man muss somit mindestens 13. werden, um sicher nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.“

Christoph Kruse

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