Klassenerhalt gesichert

Wenn der positive Druck fehlt

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Nach dem mageren 1:1 gegen Unterföhrung am Mittwoch fuhren die Kicker des TSV Landsberg (grün) am Samstag noch eine 1:3-Schlappe in Rosenheim ein.

Landsberg – Der TSV Landsberg humpelt auf der Zielgeraden der Fußball-Bayernliga. Aus den zwei Spielen gegen Unterföhring (1:1) und in Rosenheim (1:3) holten die Lechstädter nur einen Punkt. Der Klassenerhalt dürfte fünf Spiele vor Schluss gesichert sein, Trainer Sven Kresin gefällt’s in den letzten Partien trotzdem nicht. „Wir müssen uns etwas einfallen lassen, um die Motivation höher zu halten.“

Einfach ist das sicher nicht, da seine Kicker nach der blendenden Vorrunde früh die nötigen Punkte für den Verbleib in der Liga gesammelt hatten. „Inzwischen geht es um nicht mehr viel“, weiß auch Kresin, „aber ich will jetzt die Saison auch nicht auf Platz zehn oder elf abschließen, das sieht dann auch nicht gut aus.“ Den Siegeswillen spricht er seiner Mannschaft auch derzeit nicht ab, „die wollen immer gewinnen, wenn sie auf den Platz gehen. Aber irgendwie fehlt scheinbar der positive Druck, damit wir nicht nur im Training, sondern auch im Spiel wieder zeigen, was wir können.“

Nur ein Punkt für Landsbergs Kicker

Das gelang am Mittwoch im Heimspiel gegen Unterföhring schon nicht. Kresin: „Das war nicht schön anzuschauen. Zwei Mannschaften, für die es um nichts mehr geht, haben da ein ziemlich zähes Gekicke gezeigt.“ Beim TSV 1860 Rosenheim brachten die Landsberger ihr Vorhaben am Samstag erneut nicht richtig durch. „Auch die Führung hat uns da nicht wirklich ins Spiel gebracht“, fasst der Trainer zusammen. „Danach haben wir dann wieder Tore bekommen, die so nur wir kassieren.“

Nach dem 1:0 durch Siegwart kassierte man schnell den Ausgleich, in der 83. Minute fiel dann per Doppelschlag die Entscheidung. Zunächst gab es Strafstoß für die Gastgeber, den man laut Kresin hätte verhindern können, „wenn wir uns etwas schlauer anstellen.“ Nur wenige Momente später sah der 38-Jährige von seinem Team „eine haarsträubende Situation“, die zum 3:1 führte. „Wenn man über zehn Meter einen Pass so spielt, dass schon nach fünf Metern der Gegner dazwischengehen kann, passieren solche Tore eben.“

Den Rosenheimer ermöglichte man mit dem 1:3 einen Schritt aus dem Tabellenkeller heraus, Ähnliches will Kresin am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Dachau (14 Uhr) vermeiden, „auch wenn die genauso mit dem Rücken zur Wand stehen.“ Dazu müsse sich die Mannschaft allerdings „hinten cleverer anstellen und offensiv einfach viel mehr Präsenz zeigen.“

Mit der Angriffsleistung ist Kresin schon seit einiger Zeit nicht mehr zufrieden. Zwar will er keine Spieler in die Einzelkritik nehmen, allerdings fällt auf, dass Spielgestalter Salemovic in Rosenheim nach schwacher Vorstellung schon nach 69 Minuten ausgewechselt wurde. „Wir werden uns etwas überlegen“, lässt der Chefcoach die Personalfrage für den Samstag noch offen.

Bald ohne Sponsor?

Der Blick in die kommende Saison ist dagegen schon recht konkret. „Bei zwei oder drei Spielern ist die Sache aus beruflichen Gründen noch nicht klar. Und einer überlegt, zu wechseln, weil er seiner Meinung nach zu wenig Einsatzzeit bekommt. Der Rest will weitermachen“, hat Kresin aus Mannschaftskreisen eine klare Bot- schaft bekommen.

Der TSV-Coach selbst will sich vor einer Vertragsverlängerung noch etwas Zeit geben. „Die Zeichen stehen aber schon so, dass ich in Landsberg bleiben werde.“ Allerdings muss offenbar in den nächsten Tagen von Vereinsseite erst geklärt werden, ob Hauptsponsor Hacker-Pschorr sein Engagement über die laufende Saison hinaus verlängert.

Die Brauerei ist bekanntlich von der 2. Bundesliga bis in den Amateurbereich breit vertreten, hat das Sportsponsoring in den letzten Monaten aber stark zurückgefahren und in Teilbereichen ganz eingestellt. In der Lechstadt machen die Gelder aus München einen erheblichen Anteil am Etat der Fußball-Abteilung aus.

Christoph Kruse

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