Personalsorgen vor dem Spitzenspiel

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Derzeit in „überragender Form“ (Kresin): Muriz Salemovic, der am Mittwoch gegen Sonthofen zweimal und am Samstag gegen Rosenheim einmal traf.

Landsberg – Landsbergs Cheftrainer Sven Kresin dürfte es insgeheim ganz recht gewesen sein, dass Top-Favorit Garching am Sonntag Abend mit Mühe 3:2 gegen Pipinsried gewann. Damit sind die TSV-Fußballer „nur“ Dritter in der Bayernliga-Tabelle, wenn sie am kommenden Samstag, 15. August, um14 Uhr Tabellenführer Heimstetten im Hacker-Sportpark empfangen.

„Ich hab' ja sowieso schon Mühe, meine Jungs einzufangen“, sagte Kresin schon vor dem Spiel des Regionalliga-Absteigers Garching in Pipinsried. Die Landsberger hatten zuvor mit einem hart erkämpften Sieg am Mittwoch gegen Sonthofen (2:1) und einer cleveren Leistung am Samstag bei 1860 Rosenheim (3:0) ihren Punktestand auf 13 Zähler hochgeschraubt.

Hatte man sich gegen Sonthofen in der zweiten Halbzeit noch selbst unnötig in Bedrängnis gebracht, lief es in Rosenheim deutlich besser. Bei einer hundertprozentigen Torchance der Gastgeber in der Anfangsminute hatte der TSV noch Glück, doch nach 26 Minuten zog Muriz Salemovic von links in den Strafraum und besorgte die Landsberger Führung.

„Das war dann schon ein Bruch im Rosenheimer Spiel“, analysiert der Trainer, „danach konnten wir uns auf Konter verlegen, das kam uns, auch angesichts der Temperaturen von 37 Grad entgegen.“ Beim 2:0, zehn Minuten nach der Halbzeitpause, war aber wieder einmal Gedankenschnelligkeit der Vorteil der TSV-Kicker. Während die Rosenheimer noch darüber lamentierten, wem ein Einwurf letztlich zugesprochen werden sollte, hatte Fülla den Ball schon im Tor der Gastgeber versenkt. „Da haben wir geschlafen“, gestand 1860-Coach Patrik Pelham später ein. Nach einem blitzsauberen Konter stellte Siegwart in der Nachspielzeit der ausgeglichenen Partie den Endstand her.

Heimstetten kommt

Damit kommt es am Samstag in Landsberg zum Spitzenspiel, Kresin sieht aber die Rollen klar verteilt. „Ich wünsche mir vor allem, dass da in Landsberg auch mal richtig was los ist. Heimstetten ist aber eigentlich eine Truppe aus der Regionalliga. Wenn sie zwei, drei, Spieler von entsprechendem Format mehr gehabt hätten, hätten sie wohl auch die Klasse gehalten.“

Auf dem Papier spricht sogar noch mehr für die Gäste aus dem nordöstlichen Münchener Speckgürtel. In den ersten sechs Saisonspielen hat der SVH fünfmal gewonnen und ein einziges Gegentor kassiert. Noch dazu hat man in Orhan Akkurt von Pullach einen „Knipser“ von Format zurückgeholt. „Egal, wo der Ball runterfällt, der macht einfach seine 20 bis 30 Tore pro Saison“, weiß Kresin. Ein Blick in die Statistik gibt ihm recht: In zwei Spielen mit Pullach gegen den TSV schlug Akkurt in der vergangenen Saison viermal zu, auch jetzt hat er nach sechs Spielen schon wieder sechs Treffer auf dem Konto.

Auf dieselbe Ausbeute kommt allerdings auch Muriz Salemovic auf Landsberger Seite. Der Trainer („Muriz ist zur Zeit einfach überragend“) sieht sein Team dennoch als Außenseiter, zumal die Personaldecke inzwischen mehr als dünn sei. Storhas laboriert jetzt an einer Schleimbeutel-Verletzung, der Einsatz von Süli (Tritt auf die Wade) ist offen, Nuscheler fällt ebenso aus wie Bequiri, dessen Kreuzband-Verletzung aus der Vorbereitung Kresin erstmals offiziell bestätigt: „Ich freue mich darauf, ihn im März wieder im Kader zu haben.“

Bis dahin kann sich der Trainer auch auf eine seiner Meinung nach manchmal unterschätzte Kraft in der Defensive verlassen. „Tobias Heiland ist mit Sicherheit einer der besten Torhüter der Liga. Auch in Rosenheim waren es zwar nur zwei oder drei Situationen, in denen es auf ihn ankam, da hat er aber absolut souverän reagiert.“

Auf Heiland wird es auch in der nächsten Runde des Pokals ankommen, wenn der TSV Landsberg (nach KREISBOTEN-Redaktionsschluss) zuhause am Dienstag auf den FV Illertissen trifft, derzeit Siebter der Regionalliga.

Christoph Kruse

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