Ausgleich mit dem Schlusspfiff

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Wer in den ersten fünf Spielen gegen die Top 3 der Liga ran muss, der sollte sich auch mächtig ins Zeug leben, wie hier Andreas Fülla (links).

Landsberg – Das war ein Punktgewinn, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war: Überraschend entführte Fußball-Bayernligist TSV Landsberg einen Zähler beim TSV Rain. Der 2:2-Ausgleich gelang spät, war aber durchaus verdient.

Auf dem Papier war der Regionalliga-Absteiger nicht nur klarer Favorit, alles sprach für einen deutlichen Sieg, wenn man die Ergebnisse der fünf bisherigen Rainer Saisonspiele betrachtete (3:0, 6:0, 5:1, 4:1, 6:0). Und es lief zunächst auch gut für die Gastgeber. Schon nach fünf Minuten senkte sich eine verunglückte Flanke von Riedelsheimer hinter TSV-Keeper Heiland an den Innenpfosten, von dort sprang der Ball an seinen Körper und ins Tor.

Dass allerdings an diesem Tag durchaus etwas für die Landsberger drin sein könnte, zeigte sich schon durch den schnellen Ausgleich durch Philipp Siegwart (12.). Doch postwendend schlug wieder einmal der Stürmer zu, der im Moment ohne Zweifel den größten Lauf der Liga hat: Sebastian Kinzel. Er hatte bereits zuvor eine große Chance ausgelassen, traf dann aber nach genauem Zuspiel von Mitterhuber zur 2:1-Führung.

Damit bringt es Kinzel jetzt nach sechs Spielen auf rekordverdächtige 15 Tore. Landsbergs Sportlicher Leiter Toni Yildirim weiß, dass der 26-Jährige, der nach deren Abmeldung vom BC Aichach über- nommen wurde, derzeit einfach nicht so ohne Weiteres auszuschalten ist. „Er ist ja schon länger bekannt. Kinzel ist groß, hat eine sehr gute Technik und bekommt natürlich im Moment auch von links und rechts immer wieder genau die Bälle, die er braucht. Ein feiner Fußballer, keine Frage.“

An der Landsberger Mannschaft gab es an diesem Nachmittag aber auch nichts auszusetzen. Man hielt vor über 700 Zuschauern in Rain nicht nur gut mit, sondern erarbeitete sich auch in Hälfte zwei weiterhin gute Chancen. Zunächst hatte man noch Pech, weil ein möglicher und ein eindeutiger Elfmeter verweigert wurden und man zudem seine Gelegenheiten nicht unterbrachte. Nach drei Minuten der Nachspielzeit hatte der Schiedsrichter dann aber keine Wahl mehr. Süli war alleine auf dem Weg zum Tor, Triebel konnte sich nur noch mit einer Notbremse helfen, praktisch mit Schlusspfiff verwandelte Hauke den fälligen Strafstoß zum 2:2-Ausgleich.

Anschließend gab's von Rainer Seite Lob für die Leistung der Landsberger, auch Toni Yildirim war zufrieden. „Ein hochverdienter Punkt. Wir sind diesmal etwas tiefer gestanden, waren defensiv kompakter als zuletzt und haben vorne immer wieder versucht, mit einem Stürmer in die Schnittstellen zu stoßen.“

4:1-Heimschlappe

Dass man von weiter hinten agierte, hatte taktische Gründe, dürfte zudem aber auch der Tatsache geschuldet gewesen sein, dass man auf Muriz Salemovic verzichten musste. Der Spielmacher hatte nach einem bösen Foul von Pipinsrieds Spielertrainer Tobias Strobel vier Tage zuvor eine große Schwellung am Mittelfuß, zunächst war sogar ein Bruch befürchtet worden. Yildirim gibt zumindest in der Hinsicht Entwarnung. „Der Arzt sagt, dass nichts ab ist, aber er kann vermutlich erst in den nächsten Tagen wieder ins Training einsteigen.“ Die Aktion von Strobel sah der Sportliche Leiter beim TSV gleich zweimal unfair. „Schon für das Foul hätte er die Rote Karte sehen müssen. Für das unsportliche Herumbrüllen danach eigentlich auch.“

Strobel kam, auch zum Unverständnis der fast 600 Zuschauer im Hacker-Sportpark, ungeschoren davon. Der 26-Jährige entführte auch noch mit seiner Truppe die Punkte aus Landsberg, wobei der 4:1-Erfolg der Pipinsrieder deutlich zu hoch ausfiel. Nach einer halben Stunde hatte Stefan Strohhofer die Gastgeber noch verdient in Führung gebracht, danach fehlte aber die Zielgenauigkeit. „Wir haben nach dem 1:0 zweimal die Chance zum 2:0, Siegwart hat zwei Riesendinger, die er nicht reinmacht“, bedauert Toni Yildirim. „Dann passieren einige Fehler in der Defensive, zum Schluss versieben wir noch einen Elfmeter und die anderen fahren einen einzigen Konter und machen das Tor – kann man nichts machen.“

Umso mehr freute ihn der Punkt in Rain, zumal das Auftaktprogramm für den Aufsteiger alles andere als einfach war. „Die Top 3 schon in den ersten fünf Spielen zu haben, ist schon hart“, so Yildirim, „da ist es dann um so schöner, wenn man für den Aufwand bei einem der Großen auch einmal etwas zählbares mitnimmt.“

Der Spielplan bringt es allerdings weiter knüppeldick für die Landsberger. Nachdem man schon gegen Rain (momentan Tabellen-Erster), Pullach (2.) und Pipinsried (3.) ran musste, kommt jetzt am Samstag (14 Uhr) der starke BCF Wolfratshausen (5.) in den Hacker-Sportpark. Am Mittwoch (19 Uhr) muss der TSV nach Unterföhring (4.), am Samstag, 16. August, tritt dann der VfB Eichstätt (6.) in Landsberg an. Einfach ist anders…

Christoph Kruse

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