Im Bayernliga-Keller:

Abstiegsreife Leistung der Landsberger Kicker

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Da kann einem Keeper schon mal der Gaul durchgehen: Wie schon im November gegen Kottern (Foto) war auch am Samstag bei Tabellenführer Pullach kein Verlass auf die Vorderleute von TSV-Torhüter Philipp Beigl (links).

Landsberg – Völlig unter die Räder gekommen ist das Bayernliga-Team des TSV Landsberg am Samstag in Pullach. Dass beim Tabellenführer nur schwerlich etwas zu holen sein würde, war schon vor dem Anpfiff klar. Doch nach einer desaströsen ersten Halbzeit und einer, am Ende sogar noch glimpflichen, 5:1-Packung stellt sich nicht nur Co-Trainer Arek Wochnik die Frage, ob seine Lech-Kicker den Ernst der Lage erkannt haben.

Nach einer guten Viertelstunde war bereits alles vorbei, der „Käse gebissen“, wie es Wochnik ausdrückt. Soeben hatten die gastgebenden Raben sich mit traumwandlerischer Sicherheit durch die rechte Abwehrseite seiner Elf kombiniert und den Ball per Querpass vor Landsbergs Tor gebracht. Auch dort von Gegenwehr keine Spur, Tim Sulmer brauchte nur noch einzuschieben. Nach 17 Minuten war Landsberg mit 3:0 in Rückstand und auf dem besten Weg, sich eine schallende Watschn abzuholen. „Wir liefern keine Gegenwehr, sondern begleiten die Pullacher nur, statt sie in den Zweikampf zu zwingen“, ärgert sich der Assistent von TSV-Trainer Roland Krötz.

Lediglich drei Minuten hatte es nach dem Anpfiff gedauert, bis der gastgebende Tabellenführer in Führung gegangen war. Lukas Dotzler hatte Zeit und Platz und nutzte diesen für einen platzierten Schuss aus rund 20 Metern, vorbei am machtlosen Philipp Beigl im Landsberger Gehäuse. Das 2:0, ein Abziehbild des ersten Treffers. Diesmal war es Martin Bauer, der unbedrängt abziehen durfte (12.).

Zoff in der Kabine

„Danach war klar, dass es nur noch um Schadensbegrenzung gehen konnte“, ist Wochnik realistisch. „Eigentlich hatten wir uns das vor dem Spiel ganz anders vorgenommen.“ Doch die spielerischen Mittel und das Selbstvertrauen, sich nochmal aufzubäumen und vielleicht sogar am Ergebnis zu rütteln, fehlten seinem Team derzeit einfach. Mit 4:0, fünf Minuten vor der Pause hatte auch noch Christoph Dinkelbach getroffen, schlich der TSV in die Kabine. „Nicht gerade leise“, sei es dort zugegangen, berichtet Wochnik. „Die Zeit der Samthandschuhe ist vorbei, das bringt uns anscheinend nicht weiter.“ An den Stolz eines jeden Einzelnen appellierte das Trainergespann in der Hoffnung, ihre Schützlinge fühlten sich endlich an der Ehre gepackt. „Wir sind bis dahin vorgeführt worden und waren mit dem Zwischenstand noch gut bedient.“

Ob das geholfen hat, bleibt Spekulation. „Wir haben besser dagegen gehalten, Pullach hat aber auch deutlich zurückgeschalten“, bleibt Wochnik realistisch. In der 57. Minute war es nochmals Dinkelbach, der auf 5:0 stellte, ehe Philipp Siegwart den Landsberger Ehrentreffer besorgte. Der TSV-Kapitän verschaffte sich mit einer schönen Einzelleistung Platz und traf per Weitschuss gegen die 44-jährige Löwen-Legende Michael Hofmann im Pullacher Tor.

Mit der deutlichen Niederlage verlieren die Lech-Kicker in der Tabelle weiter an Boden, punktgleich mit Schlusslicht Gundelfingen belegt das Krötz-Team den vorletzten Rang. „Wir haben den Abstiegskampf nicht angenommen und so holst du in Pullach einfach nichts“, poltert Wochnik.

Und auch mit Zählbarem gegen Dachau könnte es mit einer solchen Leistung mehr als eng werden. Der Tabellendritte gastiert am Samstag im 3C-Sportpark. „Da müssen wir mit Mann und Maus verteidigen und auf Konter hoffen“, blickt Wochnik der schweren Partie entgegen. Nicht zum Gelingen dieses Unterfangens wird wohl Julian Birk­ner beitragen. Der Defensiv­mann verletzte sich in Pullach und gesellt sich ebenso wie Lukas Göttle, der im Training umgeknickt war, zum ohnehin voll besetzten Landsberger Lazarett. „Es sieht nicht gut aus“, beklagt Wochnik, der auf einen Muskelfaserriss tippt. „Die Personaldecke ist brutal angespannt.“ Anpfiff ist um 14 Uhr.

Rasso Schorer

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