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Nur 1:1! Landsberg im Alu-Pech

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Von: Thomas Ernstberger

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TSV Landsberg vs. FC Memmingen - Sascha Mölders
Kommt ein Mölders angerauscht: Der TSV-Stürmer im Duell mit Memmingen-Keeper Tobias Werdich. Es gab Freistoß für den FCM. © Ernstberger

Landsberg – Es bleibt dabei: Der TSV Landsberg kann gegen den FC Memmingen nicht gewinnen: Seit mehr als 34 Jahren warten die Kreisstädter jetzt schon auf einen Pflichtspielsieg gegen die Allgäuer (von 2012 bis 2022 in der Regionalliga). Der letzte Erfolg, ein 1:0 am 27. Landesliga-­Spieltag, datiert vom 16. April 1988 –der Schütze des goldenen Tores war TSV-Legende Christian Detmar, der Vater von Manuel Detmar, der den Lechstädtern am Samstag wenigstens einen Punkt rettete.

1:1 hieß es am Ende vor der Super-Kulisse von knapp 900 Zuschauer – es war das gleiche Ergebnis wie im Hinspiel im Juli. Der Unterschied: Damals waren die Landsberger durch Sascha Mölders in Führung gegan­gen. Am Samstag machte Memmingen (mit Ex-Kapitän Fabi Lutz) das 1:0. In einer teilweise hektischen, recht hart geführten Partie (acht gelbe Karten) erzielte David Mihajlovic in der 28. Minute das 1:0.

„Das ging zu leicht“, kritisierte Spielertrainer Mölders, der kurzfristig auf zwei Leistungsträger verzichten musste: Steffen Krautschneider und Branko Nikolic meldeten sich krank ab. Zudem mussten die Landsberger um den Einsatz von Stammkeeper David Hundertmark bangen, der unter der Woche krank war. „Wir wussten bis 12.30 Uhr nicht, wer im Tor steht“, verrät Mölders‘ Spielertrainer-Kollege Mike Hutterer. Nach einem Belastungstest gab’s grünes Licht für die Nummer eins. Hutterer: „Mit Abdul Gueye hätten wir zum Glück auf einen gleichwer­tigen Ersatz zurückgreifen können.“

Die Landsberger gaben nach dem frühen Rückstand alles, um die Partie zu drehen. Doch sie scheiterten an der Querlatte (zweimal Mölders) und an Schiedsrichter Markus Haase, der bei mehreren elfmeterreifen Situationen (Handspiel im Strafraum und Fouls an Achim Speiser und Mölders) die Augen zudrückte. So reichte es nur zum Ausgleich in der 56. Minute: Hutterer auf Mölders, der mit der Hacke auf Bryan Stubhan – auch sein Schuss landet an der Latte, doch Detmar ist zur Stelle und staubt zum 1:1 ab. Sein zweites Saisontor und schon der Endstand trotz aller Bemühungen der Gastgeber. „Ärgerlich, ein Punkt ist zu wenig. Wir hatten uns mehr erhofft“, gibt Hutterer zu. Mölders: „Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend. Wir haben alles getan, um das Spiel auf unsere Seite zu ziehen, hatten aber leider Alu-Pech.“

TSV Landsberg - Klaus Steinherr und Christian Detmar
Zwei TSV-Legenden, die vor 34 Jahren beim Sieg gegen Memmingen dabei waren: Klaus Steinherr (links) und Siegtorschütze Christian Detmar. © Ernstberger

Pech hatten übrigens auch die Zuschauer, die, wie Peter Bootz, der Trainer von Kreisligist TSV Utting, in den Sportpark gekommen waren, um Memmingens Ex-Profi Dominik Stroh-Engel (unter anderem Frankfurt, Wehgen-Wiesbaden, Darmstadt, KSC und Haching) stürmen zu sehen. „Dodo“ wärmte sich die ganze zweite Halbzeit auf, unterhielt sich dabei nett mit den Landsberger Zuschauern und wurde erst in Nachspielzeit eingewechselt.

Mit einem Sieg hätte die Mölders-/Hutterer-Truppe Boden nach oben gutmachen können, denn Tabellenführer Schalding-Heining trennte sich im Spitzenspiel 0:0 vom SV Kirchanschöring, bleibt damit sieben Punkte vor dem TSV Landsberg, der immerhin den Vorsprung auf Platz 3 auf vier Punkte ausbauen konnte, da sich Ingolstadt II 2:3 in Nördlingen geschlagen geben musste. In der Torjäger-Tabelle der Bayernliga Süd belegt Mölders mit 18 Treffern weiter Platz 2 hinter seinem ehemaligen 1860-Kollegen Nico Karger (FC Deisenhofen), der bislang 19 Mal traf.

Während die Bundesliga wegen der WM bereits in der Winterpause ist, stehen in der Bayernliga in diesem Jahr noch zwei Spieltage auf dem Programm. Landsberg muss am Samstag (14 Uhr) beim FC Gundelfingen und eine Woche zum Abschluss auf eigenem Platz gegen den FC Kottern ran. „Das sind zwei Bretter, wir haben das schwerste Programm von allen“, sagt Hutterer. Gegen Gundelfingen (mit Ex-Kapitän David Anzenhofer) kassierte der TSV in der Vorrunde mit 1:2 seine erste Saisonniederlage und Kottern hat die letzten fünf Spiele gewonnen. Gut in die Winterpause kommen, ist jetzt die Devise. Und dann auf zwei „Neuzugänge aus den eigenen Reihen“ hoffen: Sowohl Daniel Leugner als auch Sandro Caravetta, die beiden „Knie-Patienten“, können im neuen Jahr wohl endlich eingreifen. Hutterer: „Bei beiden sieht es gut aus. Leugner macht sein Rehaprogramm. Er wird unser Winter-Toptransfer…“

Sascha Mölders wechselt heute Abend übrigens die Seiten: Magenta Sport hat ihn als TV-Experten fürs Drittliga-Duell seiner beiden Ex-Clubs 1860 München und Rot-Weiß Essen (19 Uhr) verpflichtet.

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