Der TSV Landsberg und die Bayernliga

Der nächste Sieg für das „heißeste Team der Liga“

TSV Landsberg vs. Wasserburg - Elias Kollmann
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Löwen-Keeper Dominic Zmugg ist schon geschlagen, aber der Schuss von TSV-Stürmer Elias Kollmann (dunkles Trikot) touchiert nur die Latte.
  • Dietrich Limper
    VonDietrich Limper
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Landsberg – Auch am neuntenSpieltag der Bayernliga Süd setzte der TSV Landsberg seine Erfolgsserie. Die Lechstädter gewannen gegen die „Löwen“ des TSV 1880 Wasserburg mit 3:0. Der Heimsieg vor 275 Zuschauern spülte Landsberg auf den 2. Tabellenplatz. Überschattet wurde die Partie durch die Verletzung von Abwehrspieler Luca Wollens.

14:2 Tore, 12 Punkte – so lassen sich die letzten vier Spiele der Mannschaft um das Trainergespann Mike Hutterer und Muriz Salemovic zusammenfassen. Kein Wunder, dass sich der TSV Landsberg nun in der Tabellenregion befindet, die vor Saisonbeginn angepeilt wurde. Die Online-Zeitung Wasserburger Stimme bezeichnet die Lechstädter gar als „derzeit heißestes Team der Liga“.

Im Gegensatz zum Pokalspiel von vergangener Woche (siehe unten), das mit 1:3 verloren ging, stand gegen die Löwen wieder die Bestbesetzung auf dem Rasen des 3C-Sportparks. Nur Anzenhofer, Detmar und Hollenzer mussten noch verletzungsbedingt passen. Bei strömendem Regen machten die Hausherren vom Anpfiff weg klar, dass sie diese Partie gewinnen wollten. Es dauerte nur sechs Minuten bis Salemovic nach einem Sprint über den halben Platz alleine vor Löwen-Keeper Dominic Zmugg auftauchte, aber zu weit abge­drängt wurde und den Abschluss verzog.

Eine Minute später war es dann allerdings geschehen: Nach einer schnellen Kombination über Salemovic und Date gelangte der Ball zu Steffen Krautschneider und der erzielte aus der Drehung das 1:0. In diesem Stil ging es weiter. Die Offensivabteilung wirbelte die Abwehr der Gäste gehörig durcheinander und verdiente sich den Szenenapplaus des Publikums. Überwanden die Löwen das defensive Mittelfeld um Hutterer und Hoffmann doch einmal, waren Lutz, Nikolic, Schmeiser und Wollens konsequent zur Stelle und ließen bis kurz vor der Halbzeit keinen Torschuss der Wasserburger zu.

Date (22.), Krautschneider (25.), Lutz (28.), Hutterer (35.) und Hoffmann (41.) hatten weitere Superchancen. Drei Minuten vor der Pause eroberten die Hausherren den Ball weit in der gegnerischen Hälfte. Das Spielgerät gelangte über Salemovic und Date zu Kevin Gutia, der den Löwen-Keeper mit einem feinen Lupfer überlistete. Mit dem für die Gäste schmeichelhaften 2:0 ging‘s in die Pause.

„Das war eine souveräne Vorstellung unserer Mannschaft;der Gegner kam eigentlich gar nicht zum Zug. Kleine Details kann man natürlich immer noch verbessern, aber wir hatten sehr viele Möglichkeiten und auch unsere Kombinationen waren vom feinsten“, fasst Coach Mike Hutterer die ersten 45 Minuten zusammen.

Sollten die Gäste während der Pause noch ein Fünkchen Hoffnung gehabt haben, so wurde dieses nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff gnadenlos gelöscht: Luca Wollens nahm einen Abpraller auf und versenkte die Kugel trocken aus rund 14 Metern zum 3:0. Keeper Dominic Zmugg hatte zwar noch eine Hand am Ball, konnte den Treffer aber nicht verhindern. „Damit war das Spiel natürlich gelaufen“, bilanziert Mike Hutterer. „Alles bestens, wenn da nicht die Sache mit Luca Wollens gewesen wäre.“

In der 70. Minute knickte der 20-jährige Verteidiger in der Rückwärtsbewegung ohne Fremdeinwirkung mit dem linken Fuß um und musste behandelt werden. Auf einer Trage wurde er aus dem Stadion gebracht. Im Klinikum Landsberg erstes Aufatmen: das Gelenk nicht gebrochen ist. Ein MRT muss weitere Klarheit bringen, die bei Redaktionsschluss des KREISBOTEN noch nicht vorlag. Eine bittere Pille für den jungen Mann, der sich in den letzten Wochen durch gute Leistungen in die Mannschaft gespielt hatte.

Es war wohl auch diesem Schreck geschuldet, dass die Wasserburger nun gelegentlich vor dem Tor der Hausherren auftauchten. Die Lechstädter ließen es etwas ruhiger angehen, konnten sie sich doch auf ihren Keeper Daniel Witetschek verlassen, der bei einigen Eins-gegen-eins-Situationen seine Qualitäten zeigte. Auf der Gegenseite vergaben Krautschneider, Gutia und Lutz weitere Hochkaräter und der eingewechselte Elias Kollmann ließ in der 87. Minuten die größte Chance liegen: seine Direktabnahme aus fünf Metern berührte nur die Latte. Die Wasserburger entgingen nur knapp einer deutlicheren Niederlage und konnten mit dem 3:0 Endergebnis noch zufrieden sein. Mike Hutterer verteilte jedenfalls noch Sonderlob: „Branko Nikolic befindet sich derzeit in einer Weltklasse-Form und kann eigentlich überall spielen. Und Kevin Gutia ist vorne drin sehr stark. Momentan passt einfach alles.“

Noch ein Neuzugang

Kurz vor Ende der Wechselfrist hat der TSV Landsberg noch einmal personell nachgelegt und mit Alexander Benede einen prominenten Innenverteidiger verpflichtet. Der 32-jährige machte zu Saisonbeginn Schlagzeilen, weil er nach der ersten Partie des SV Pullach überraschend als Spielertrainer zurückgetreten war. Er gehörte dem Verein sieben Jahre an und sucht nun in Landsberg eine neue Herausforderung.

Das Trikot ist überreicht (von links): Christoph Kruse (Sportmarketing 3C Carbon Group), Neuzugang Alexander Benede sowie vom TSV-Vorstand Sportchef Jürgen Meißner und Marketing-Chef Thomas Ebeling.

Benede ist ein alter Weggefährte von TSV-Coach Mike Hutterer, der sich über die Verpflichtung dementsprechend freut: „Ich habe viele Jahre mit Alexander Benede gespielt und wir verstehen uns blind. Er ist ein überragender Spieler und Mensch und wird unsere Mannschaft erheblich verstärken.“

Benede spielte in der Jugend für den TSV 1860 München, wechselte später zur U19 des FC Bayern. Gemeinsam mit Thomas Müller und Holger Badstuber kickte er mehrere Jahre in der 3. Liga und trainierte unter Mehmet Scholl. Ein Wechsel zu Hannover 96 kam 2009 nicht zustande und damit endete für Benede das Kapitel Profi-­Fußball. Über den TSV Aindling und den BC Aichach landete er 2014 beim SV Pullach. Der TSV Landsberg könnte nun das letzte Kapitel einer bewegten Karriere werden.

Englische Woche

Am Mittwoch wird Alexander Benede urlaubsbedingt noch nicht im Kader stehen, wenn der TSV Landsberg um 20 Uhr beim VfB Hallbergmoos antreten muss. Ob er beim Heimspiel am 4. September gegen Dachau (14 Uhr) auf dem Rasen steht, werden die Trainer entscheiden.

Für Landsberg spielten gegen Wasserburg: Witetschek - Lutz (ab 89. Jörg), Schmeiser, Nikolic, Wollens (ab 71. Holdenrieder) - Hutterer (ab 61. Fülla), Hoffmann - Date (ab 84. Doqaj), Salemovic, Krautschneider - Gutia (ab 81. Kollmann).

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