Bayernliga Süd

Eine halbe Stunde Chaos im Landsberger Sportzentrum

TSV Landberg - Bayernliga Süd gegen Ismaning
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Richtig hoch her ging es im Strafraum der Ismaninger (blau) nur in der Schlussphase der zweiten Halbzeit – und das kostet Bayernligist Landsberg zwei wichtige Punkte.
  • Toni Schwaiger
    VonToni Schwaiger
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Landsberg – Lange Gesichter hat es am Samstag bei den Fußballern des TSV Landsberg nach der Partie gegen den FC Ismaning gegeben. Eine vermeintlich sichere 2:0-Führung wurde in der Schlussphase noch verspielt. Am Ende stand mal wieder ein Unentschieden zu Buche. Zu wenig. Denn die direkte Konkurrenz macht im

200 Zuschauer verloren sich auf der Tribüne des städtischen Sportzentrums. Alle mit Maske und gebührendem Abstand. Merkwürdige Umstände für ein Fußballspiel am 26. Spieltag der Bayernliga Süd. In der Startformation gab es im Vergleich zur Partie in Wasserburg nur zwei Umstellungen: Sebastian Schmeiser ersetzte Martin Hennebach und bildete gemein­sam mit Kapitän Bonfert die gewohnte Innenverteidigung. Keeper Rösch blieb auf der Bank, Sebastian Hollenzer wurde zurück zwischen die Pfosten rotiert.

Der TSV ließ sich von der ungewohnten Spielstätte und Atmosphäre nicht beeindrucken, sondern übernahm vom Start weg das Kommando. Nach 18 Minuten lag die Führung für die Hausherren in der Luft, aber Moritz Nebel bugsierte eine Freistoßflanke aus kurzer Distanz knapp über das Tor. Wenig später war Alessandro Mulas im Strafraum frei, aber sein flacher Schuss zischte links am Gehäuse vorbei.

In dieser Phase konnte sich der TSV nur selbst in Bedrängnis bringen, denn von den Gästen war wenig zu sehen. Luca Wollens machte auf der rechten Abwehrseite erneut eine gute Partie, aber Sebastian Gilg schien nicht seinen besten Tag erwischt zu haben – ihm versprangen einige Bälle. Ein Ballverlust führte zu einer tollen Chance für die Gäste, aber Torwart Sebastian Hollenzer war auf dem Posten (25.). FC-Spieler Jonas Redl jagte noch einen Verzweiflungsschuss in den herbstlichen Himmel (28.) und auf der Gegenseite ließ Kevin Gutia eine passable Möglichkeit ungenutzt.

Als sich alle Beteiligten schon auf den Pausentee freuten, schlug die Stunde von Alessandro Mulas. Wie einst der selige Gerd Müller schoss er das Leder im Fallen und aus der Drehung unhaltbar in die Maschen (40.) Ein sehenswerter Treffer und der verdiente Lohn für eine engagierte Leistung der Lechstädter. Mit dem 1:0 ging es in die Kabinen.

Auch im zweiten Spielabschnitt lief für die Gastgeber zunächst alles rund. Muriz Salemovic verwandelte einen direkten Freistoß aus gut 20 Metern und besorgte bereits nach 48 Minuten das 2:0. Eine komfortable Führung, die nur noch ins Ziel gebracht werden musste. Doch nun stellte Gästecoach Mijo Stijepic in der Abwehr auf eine Dreierkette um und die Landsberger damit vor große Probleme. TSV-Trainer Eddy Weiler versucht zu erklären: „Wir sind einerseits mit der taktischen Umstellung des Gegners nicht zurechtgekommen und waren uns andrerseits schon zu siegessicher. Wir haben das Spiel im Kopf hergeschenkt.“

Ob es auch daran lag, dass Moritz Nebel den Platz nach 65 Minuten angeschlagen verlassen musste und durch Hennebach ersetzt wurde? Jedenfalls verlor der TSV Landsberg kollektiv den Faden und die Übersicht. Der FC Ismaning konnte sein Glück kaum fassen und profitierte von einer Serie von Fehlpässen und Unzulänglichkeiten auf Seiten der Hausherren. Die Gäste hatten nun Chancen im Minutentakt und es kam, wie es kommen musste: Ein Freistoß aus dem Halbfeld landete auf dem Kopf von Markus Neuber und trudelte von dort ins Tor. 2:1. Und noch 15 Minuten zu spielen. Der FC Ismaning witterte Morgenluft, erzielte drei Minuten später ein Abseitstor und rannte vehement und bissig an. In der 81. Minute musste FC-Spieler Angelo Hauk eine scharfe Hereingabe von links nur noch über die Linie drücken. 2:2-Ausgleich. Die TSV-Fans auf der Tribüne rauften sich die Haare.

Der eingewechselte Peter Schädler hätte für den FC Isma­ning zum Helden werden können, aber er schoss aus kurzer Distanz über das Tor. Vom 2:3 hätten sich die Hausherren wahrscheinlich nicht mehr erholt, aber so retteten sie sich mit Ach und Krach über die letzten Minuten. Einen Punkt ergattert. Im Abstiegskampf zu wenig.

Gefährlicher Gegner

Am kommenden Samstag geht es zum abgeschlagenen Schlusslicht TSV 1861 Nördlingen. TSV-Coach Weiler warnt: „Die haben am vergangenen Wochenende 3:1 in Regensburg gewonnen. Ein sehr gefährlicher Gegner, denn die können befreit aufspielen, weil niemand mehr etwas von ihnen erwartet.“ Dem SV Pullach gelang mit einem 1:0-Sieg beim Ligaprimus FC Pipinsried eine faustdicke Überraschung.

Für den TSV Landsberg hat sich dadurch die Situation im Tabellenkeller weiter verschärft: Rang 15 bei einem Spiel weniger. Aber auch der direkte Verfolger TSV Schwaben Augsburg muss noch eine Partie nachholen. Wenn in Nördlingen keine Punkte geholt werden – wo dann?
Dietrich Limper

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