"Ein bisschen in die Knie gegangen"

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Musste die Partie gegen Pullach vorzeitig beenden: Sebastian Strohhofer (rechts), den der Unparteiische in der 83. Minute mit Gelb-Rot bedachte.

Landsberg – Irgendwann ist die Belastung einfach zu groß geworden: Nach einer außergewöhnlich anstrengenden Woche unter- lagen die Bayernliga-Fußballer des TSV Landsberg in ihrem zweiten Spiel der SV Pullach mit 0:3 (0:1). Für Trainer Sven Kresin kein Beinbruch: „Wir wissen schon, wie wir das einzuordnen haben und fahren jetzt nicht mit hängenden Köpfen nach Rosenheim.“

Dass in den sieben Tagen zuvor entweder Spiel (Landkreis-Meisterschaft, Jubiläumsspiel gegen Denklingen) oder Training auf dem Programm gestanden hatten, war den Gastgebern im Hacker-Sportpark deutlich anzumerken. Gegen spritzige Pullacher konnte man die Partie bei Gluthitze zwar zunächst noch offenhalten, ließ aber im Spiel nach vorne die nötige Präzision vermissen. „Man hat gesehen, dass dann auch Muriz Salemovic nicht mehr so in die Situationen kommt, in denen er gefährlich wird“, hat Kresin erkannt. 

TSV Landsberg verliert gegen SV Pullach mit 0:3

Es waren dann die Landsberger selbst, die der SVP die Tür zum Sieg aufstießen. Nach einem weiten Freistoß wollte TSV-Keeper Schmitt den Ball am Elfmeterpunkt wegfausten, segelte aber unter dem Leder durch, das Heckel in Richtung Tor beförderte. Dort blockte Nichelmann den Rettungsversuch von Strohhofer ins eigene Gehäuse. „Da ist die Mannschaft dann schon ein bisschen in die Knie gegangen.“ 

Schmitt konnte sich erst in den Schlussminuten wieder mehrfach auszeichnen, als der TSV dezimiert zuende spielen musste (Strohhofer ging in der 83. Minute mit Gelb-Rot vom Platz) – allerdings stand es da bereits 0:3. Einen schnellen Konter schloss Akkurt präzise ab (50.) und durfte dann eine Viertelstunde später per Elfmeter auch den Endstand besorgen; Roth hatte nach schöner Einzelleistung dankbar das in seinen Laufweg gestellte Bein von Nichelmann angenommen. 

Dass an diesem Tag nichts zu holen war, will der Landsberger Trainer aber ausdrücklich nicht nur der Tatsache zurechnen, dass seine Truppe regelrecht „platt“ war. „Wir haben gegen eine gute und effektive Pullacher Mannschaft verloren, das muss man auch sagen.“ Die Niederlage wurmt den 38-Jährigen dennoch, „aber wir treten ja in dieser Saison noch einmal gegen sie an, dann fahren wir sicher nicht mit vier Spielen aus den Tagen zuvor dahin.“ 

Rosenheim wartet 

Diese Gelegenheit zur Revanche wird es erst Anfang November geben, zunächst geht es für den TSV erst einmal zum schwächer gestarteten der beiden Rosenheimer Bayernligisten. Wenn man beim SBR am Samstag (14 Uhr) antritt, dürften aus dem Pullach-Spiel zumindest auch einige positive Erkenntnisse hängengeblieben sein. „Gegen die gefährlichen Diagonalbälle, mit denen Pullach gerne arbeitet, hat Arek Wochnik seine Sache ordentlich gemacht, wenn man bedenkt, dass er erst zwei Wochen wieder voll dabei ist“, lobt Kresin seinen Routinier, der auch zum Einsatz kam, weil Sanktjohanser für die kommenden vier Wochen aus beruflichen Gründen passen muss. 

Am meisten stach allerdings Thomas Spannenberger hervor, der mit Spritzigkeit, Zweikampfstärke und guter Spieleröffnung erneut auf der „Sechser“-Position überzeugte. Dass der etatmäßige Offensivspieler sich vor der Saison dort wohl eher nicht gesehen hätte, ist offenbar kein Problem. „Ich habe ihm gesagt, dass er weiter vorne mit Salemovic sehr starke Konkurrenz hat“, erläutert Kresin, „dass ich aber für ihn durchaus etwas Anderes im Kopf hätte. Und er ist mit seinen 26 Jahren ein gestandener Fußballspieler und nimmt das auch an.“ 

Storhas bald wieder fit 

Dass das Experiment derzeit so gut funktioniert, ist nicht das Einzige, was Kresin trotz der klaren Niederlage Hoffnung macht. Zum einen dürfte Alex Buschel demnächst nach seiner Oberschenkelverletzung in die Mannschaft zurückkehren und dann gibt es da noch einen Mittelfeldstrategen, „den vielleicht viele schon vergessen haben“ (Kresin) und bei dem sich nach langer Pause das Comeback nähert: Rainer Storhas. Er wird nach seinem Kreuzband­riss wieder ins Training einsteigen, „wann er dann spielen kann, bestimmt er selbst, ich hoffe auf drei bis vier Wochen“, freut sich der Coach, den „geeichten Klassefußballer“ endlich wieder einsetzen zu können. 

Landkreismeister 

Immerhin ging bereits die Woche der Belastungen für den Verein mit einem guten Ergebnis zuende. Nachdem man nur Stunden nach dem Punktspiel bereits das Halbfinale der Landkreismeisterschaft in Penzing für sich entschied, behielt der TSV auch im Endspiel gegen Jahn Landsberg klar die Oberhand (7:0) und nahm vom Veranstalter VR-Bank Landsberg- Ammersee den Siegerscheck über 2500 Euro entgegen. 

Anschließend gab es vom Trainerteam Kresin/Detmar für die Kicker erst einmal zwei Tage frei. Eine eher seltene Maßnahme, „aber die Jungs müssen sich jetzt erst einmal ein bisschen erholen.“ Dann zähle es wieder, so Kresin. „Wir haben jetzt gesehen, wo die Decke in dieser Liga ist. Nach Rosenheim haben wir mit Rain und Pipinsried gleich zwei weitere Mannschaften vom Kaliber wie Pullach, danach wissen wir erst einmal, wo wir stehen.“ Dabei dürfte vor allem das Auswärtsspiel an der Lechmündung (3. August) zum echten Härtetest werden – 3:0, 6:0 und 5:1 lauten bislang die Saisonergebnisse des Regionalliga- Abstei- gers aus Rain.

Christoph Kruse

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