„Wir haben uns selbst geschlagen!“

Bayernliga: Wieder kein Sieg für Landsberg

Manuel Detmar - TSV Landsberg
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Auch TSV-Stürmer Manuel Detmar (23) konnte die Heimniederlage des TSV Landsberg nicht abwenden. Somit warten die Lechstädter weiter auf den ersten Saisonsieg.
  • Thomas Ernstberger
    VonThomas Ernstberger
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Landsberg – Auch im fünften Anlauf hat’s nicht geklappt. Nach vier Unentschieden in Folge musste sich Fußball-Bayernligist TSV Landsberg am Samstag vor 325 Zuschauern im 3C-Sportpark dem FC Dei­sen­hofen mit 1:2 geschlagen geben. Heißt: Weiter warten auf den ersten Saisonsieg. Spielertrainer Muriz Salemo­vic war bedient: „Ich habe in drei Trainerjahren fünf Spiele verloren. Diese Niederlage war ärgerlich, überflüssig und frustrierend.“ Er sagt aber auch: „Ich bin trotzdem guter Dinge für diese Saison.“

Die Lechstädter – ohne den verletzten Kapitän David Anzenhofer und zunächst auch ohne den grippegeschwächten Salemovic – starteten gut, betrieben hohen Aufwand, brachten den Ball aber nicht im Tor unter. Salemovic: „Wir hatten gefühlt 27 Balleroberungen, 4:1 zur Halbzeit wäre ein gerechtes Ergebnis und das Spiel schon entschieden gewesen.“ Doch es stand nur 1:0. Durch das erste Saisontor von Neuzugang Steffen Krautschneider nach schöner Kombination mit dem Japaner Kazuki Date.

Gut eine Stunde hatte Landsberg das Spiel im Griff. Doch dann schwächte sich der TSV schon wieder selbst: Gelb-rot für Maximilian Hollenrieder nach einem taktischen Foul. „Unnötig. Und schon der vierte Platzverweis im fünften Spiel – das ist zu viel“, so der Coach. Für ihn ist klar: „Das war der Knackpunkt. Dadurch haben wir uns selbst geschwächt. Ich habe immer gesagt, wir können uns nur selber schlagen. Das haben wir dieses Mal geschafft...“

Denn Deisenhofen wurde in Überzahl zu stark, glich in der 78. Minute durch Marco Finster aus (Elfmeter nach Foul von Hoffmann) und kam unmittelbar vor dem Abpfiff durch einen 25-Meter-Schuss von Innenverteidiger Marinus Poschenrieder zum Siegtreffer. Keeper Daniel Witetschek, der Landsberg zuvor mit ein paar starken Paraden vor einem Rückstand bewahrt hatte, war da ohne Chance.

Zwei schwarze Serien wurden damit ausgebaut: Landsberg hat zuletzt am 19. Oktober 2019 ein Punktspiel gewonnen (1:0 gegen den TSV 1965 Dachau). Der letzte Heimsieg liegt noch länger zurück: 6:0 am 20. September 2019 gegen Schwaben Augsburg. Es wird also allerhöchste Zeit für einen Sieg!

Heftiges Programm

Kurios, aber für alle Beteiligten gar nicht witzig: Innerhalb von fünf Tagen muss Landsberg jetzt zweimal beim TSV Schwab­münchen antreten: Am heutigen Mittwoch (18 Uhr) im Toto-­Pokal und am Sonntag (17 Uhr) in der Bayernliga. So stehen durch das kurzfristig eingefügte Pokalspiel für den TSV drei Englische Wochen in Folge auf dem Programm.

Zehn Pflichtspiele zwischen dem 17. Juli und dem 21. August, also in 35 Tagen. Und dann nochmal zwei Englische Wochen im September. Ein Unding für Amateure, die ganz normal arbeiten müssen. Und für den Coach, der kein normales Training durchführen kann. „Wir haben nur noch Abschlusstrainings“, sagt Salemovic. „Der enge Terminplan zu Saisonbeginn, der nicht nachzuvollziehen ist, geht zu Lasten der Leistung und der Gesundheit der Spieler.“ Zudem sind stressige Auswärtsfahrten am Nachmittag nicht unbedingt ungefährlich. Wie das Beispiel von Luca Wollens zeigt, der auf der Fahrt zum Mittwochsspiel bei Schwaben Augsburg unverschuldet in einen Unfall auf der B17 geriet. Er blieb zum Glück unverletzt, kam aber zu spät zum Spiel. Alles nicht gerade leistungsfördernd...

„Es geht nicht, was der Verband mit uns macht. Das sehen alle 19 Bayernliga-Trainer so“, schimpft TSV-Coach Muri Salemovic. Die Konsequenz: „Wir werden am Mittwoch mit einem Mini-Kader nach Schwabmünchen fahren und einige Spieler schonen. Ich nehme normalerweise jedes Spiel ernst. Aber dieses Pokalspiel ist uns völlig egal. Lieber nutzen wir diese Woche vernünftig als Trainingswoche. Die Liga ist viel wichtiger als der Pokal.“

Für den TSV Landsberg spielten: Witetschek; Lutz, Schmeiser (46. Kollmann), Wollens, Holdenrieder; Krautschneider, Hoffmann, Hutterer, Date; Gutja (69. Salemovic), Detmar (80. Fülla).

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