Bayernliga Süd

Landsbergs krachende Niederlage im Abstiegsduell

TSV Landsberg - Maximilian Holdenrieder
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Der unselige Nachmittag des Maximilian Holdenrieder (links): eingewechselt, zwei Elfmeter verschuldet und wieder ausgewechselt.

Landsberg/Nördlingen – Die Reise in den schwäbischen Landkreis Donau-Ries zum Tabellenletzten TSV 1861 Nördlingen geriet für die Fußballer des TSV 1882 Landsberg zu einem handfesten Debakel. 2:6 hieß es am Ende aus Sicht der Gäste. Damit hat sich die Situation der Landsberger nach dem 27. Spieltag der Bayernliga Süd ganz erheblich verschärft. Außerdem verlor man Sebastian Schmeiser durch Verletzung und Keeper Rösch durch eine Rote Karte.

Es sind betrübliche Fakten: Den letzten Erfolg in der Bayernliga Süd feierte der TSV Landsberg am 19. Oktober des vergangenen Jahres. Der 1:0-Auswärtssieg in Dachau darf im Kalender dick angestrichen werden. Natürlich wird das Gesamtbild durch die Corona-Pause verzerrt, aber es verdeutlicht die Misere bei den Lechstädtern, die auch durch viele Wechsel auf und neben dem Platz bisher nicht behoben werden konnte. Es fehlen Punkte.

Da kam die Partie gegen Schlusslicht Nördlingen eigentlich gerade recht, um das angeknackste Selbstvertrauen durch einen Sieg zu stärken. Doch auch dieses Unternehmen ging schief. Und zwar gehörig. Mit Dennis Hoffmann kam ein Hoffnungsträger zurück ins Team, aber dafür blieb Moritz Nebel angeschlagen zuhause. Martin Hennebach ersetzte Sebastian Gilg und turnusgemäß stand Patrick Rösch für Sebastian Hollenzer im Tor.

Wie immer auch der Plan von Coach Eddy Weiler vor der Partie ausgesehen haben mag, die frühe Gelbe Karte für Kapitän Sebastian Bonfert (1.) nach einem taktischen Foul, und das 0:1 durch Daniel Holzmann (4.) gehörten sicherlich nicht dazu. Der Spieler der Hausherren war auf der rechten Seite völlig frei und seine verunglückte Flanke landete nicht nur zur Verwunderung der 100 Zuschauer im Tor. TSV-Keeper Patrick Rösch sah dabei nicht allzu souverän aus. Der Auftakt war für die Landsberger schließlich völlig missraten, als Nico Schmidt nach zwölf Minuten zum 2:0 für Nördlingen traf. Wie schon gegen Ismaning vor einer Woche waren die Gäste bei einem Freistoß aus dem Halbfeld nicht auf dem Posten und der eigentlich harmlose Kopfball segelte in die Maschen.

Fabian Lutz kassierte nach einer halben Stunde eine Gelbe Karte und im weiteren Verlauf der Partie gingen auch Holdenrieder, Gutia und Fülla ruppig zur Sache und sahen eine Verwarnung. Doch zunächst keimte Hoffnung beim TSV Landsberg auf, denn Alessandro Mulas verkürzte nach 32 Minuten auf 2:1. Zwar ahnte Keeper Andre Behrens die Ecke, aber der platzierte Strafstoß fand seinen Weg ins Ziel.

Der Anschluss war hergestellt und die Gäste fanden insgesamt besser ins Spiel. Die Aufholjagd wurde allerdings noch vor der Pause jäh ausgebremst: Nach 44 Minuten humpelte der ohnehin lädierte Sebastian Schmeiser vom Platz und wurde durch Maximilian Holdenrieder ersetzt, der diesen Tag wahrscheinlich nicht so schnell vergessen wird. Mit seiner ersten Aktion senste er Meyer im Strafraum um und Simon Gruber verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum 3:1.

In der Halbzeit gab es bei den Landsbergern sicherlich viel zu besprechen, allerdings folgten den Worten keine Taten. Im Gegenteil: Grimm eroberte den Ball im Mittelfeld, passte auf Gruber und der konnte von rechts unbehelligt in die Mitte zu Schröter spielen, der den Ball über die Linie drückte. Da waren noch keine 60 Sekunden in der zweiten Halbzeit gespielt. 4:1. Nur drei Minuten später wollte es Unglücksrabe Holdenrieder nicht wahrhaben, aber Schiedsrichter Matthias Kraus zeigte auf den Punkt. Der Landsberger Abwehrspieler hatte Meyer erneut im Strafraum gelegt. Patrick Rösch konnte den schwachen Elfmeter von Simon Gruber zwar zunächst parieren, doch der Nachschuss zappelte im Netz. 5:1. Das Spiel war gelaufen.

Das 5:2 durch Fabian Lutz (63.) war nur noch Kosmetik. Der eingewechselte Holdenrieder musste den Platz nach 70 Minuten wieder verlassen, Manuel Detmar ersetzte ihn. Die Rote Karte für Patrick Rösch rundete den gebrauchten Tag der Lechstädter schließlich ab: Warum der Torwart meinte, als Mittelfeldspieler fungieren zu müssen, wird sein Geheimnis bleiben. Jedenfalls stand er bei einem langen Ball der Hausherren nicht nur viel zu weit vor seinem Gehäuse, sondern fing die Kugel vor dem Strafraum mit den Händen. Die logische Folge war ein überflüssiger Platzverweis mit durchaus komischer Note. Mulas musste runter und Hollenzer ging zwischen die Pfosten. Wenigstens muss sich TSV-Coach Eddy Weiler in den nächsten Wochen keine Gedanken mehr über die Rotation im Tor machen.

Das 6:2 durch Alexander Schröter in der Nachspielzeit war schließlich der Schlussstrich unter eine Partie, die beim TSV Landsberg ein Nachbeben auslösen könnte. Ausreden gibt es für diese verdiente Niederlage jedenfalls nicht. Die Lechstädter waren dem Gegner über 90 Minuten in fast allen Belangen unterlegen und leisteten sich außerdem individuelle Aussetzer, die in ihrer Häufigkeit denkwürdig waren. Die Aufarbeitung dieser Partie dürfte im Verlauf der Woche zu einer Mammutaufgabe werden.

Regensburg kommt

In der Tabelle hat sich für den TSV natürlich nichts zum Besseren gewendet: 27 Punkte, Rang 15. Am kommenden Samstag ist um 14 Uhr der SSV Jahn Regensburg II zu Gast, der am Wochenende 4:1 bei Schwaben Augsburg gewann und vor Selbstvertrauen strotzen wird. Es bleibt abzuwarten, wie viele Zuschauer noch ins Stadion kommen werden. Nicht nur die durchwachsenen Leistungen der Mannschaft werden darauf Einfluss haben, sondern ab einem 7-Tage-Inzidenzwert von 100 sind nur noch 50 Zuschauer erlaubt.
Dietrich Limper

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