Der Blick geht nach unten

Weiterhin außer Tritt

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Schwerwiegender Verlust: Julian Birkner ist in dieser Saison wohl nicht mehr für den TSV Landsberg am Ball. Der junge Innenverteidiger zog sich einen Meniskuseinriss zu.

Landsberg – Auch beim SV Kirchanschöring ist der TSV Landsberg nicht zum lang ersehnten Erfolgserlebnis gekommen. Im Rupertiwinkel unterlag die Mannschaft von Trainer Sven Kresin ersatzgeschwächt mit 2:0. Der Blick richtet sich nun endgültig nach unten, die Mannschaften aus der hinteren Tabellenregion rücken näher. Von großer Bedeutung könnte daher das Heimspiel am kommenden Samstag gegen Kottern sein, zuhause soll die 40-Punkte-Marke endlich geknackt und eine sportliche Kehrtwende eingeleitet werden.

„Wir haben mit 2:0 verloren, wieder keine Punkte geholt und hatten deshalb kein gutes Wochenende“, beginnt TSV-Coach Sven Kresin das Gespräch mit dem KREISBOTE. „Es bleibt nichts anderes übrig, als weiter hart zu arbeiten.“ Denn die derzeitige Misere hinterlässt Spuren in der Mannschaft: „Wir haben im Training unter der Woche viele Sachen gut gemacht“, an der Umsetzung habe es laut Kresin aber gehapert. „In den ersten zehn Minuten dachte ich, wir hätten es kapiert. Doch nach 15, 20 Minuten bekamen wir Probleme, haben den Gegner atmen lassen und die Verunsicherung war wieder spürbar.“ Diese führte zu Fehlern, aus denen die beiden Gegentreffer resultierten.

Lange blieb die Partie beim SV Kirchanschöring torlos, doch in der 72. Minute musste TSV-Keeper Tobias Heiland den Ball aus dem Netz holen: Yunus Karayün lauerte völlig blank hinter der Landsberger Abwehr. Ganz stark nach Abseits habe das Ganze gerochen: „Er steht alleine vor dem Tor und drei Meter um ihn herum ist kein Gegenspieler. Unser sportlicher Leiter Toni Yildirim stand genau auf der Höhe und war sich sicher, dass es ein irreguläres Tor war.“ Die Landsberger Reaktion danach sei aber symptomatisch gewesen, der Mut sei abhanden gekommen, „wir finden dann keine Möglichkeit mehr, den Hebel wieder anzusetzen“.

Eine ganze Fehlerkette ging dem zweiten Treffer voraus, der gleichzeitig den Endstand markierte. Nutznießer war der eingewechselte Maximilian Vogl mit seinem ersten Saisontor. „Der Ball kommt über außen in die Tiefe. Wir spielen wieder auf Abseits. Den Pass auf unserer linken Seite verhindern wir nicht und einer unserer Abwehrspieler steht mittig allein gegen zwei Angreifer“, so Kresin, der sich ärgert: „Es sah wieder nicht korrekt aus, aber das sind Ausreden. Wir müssen einfach stärker gegen den Mann spielen“, so Kresin.

Gelegenheit dazu bekommt das TSV-Team schon am kommenden Samstag. Dann gastiert Kottern zum Derby im Hacker-Pschorr-Sportpark. „Kottern ist sicherlich stärker als unsere letzten beiden Gegner.“ Vor allem fußballerisch seien die Allgäuer gut besetzt. Bei dem Ziel, mit einem Sieg das lang ersehnte Erfolgserlebnis zu erzielen, mit 40 Punkten vorzeitig das rettende Ufer zu erreichen und die Saison versöhnlich zu Ende zu bringen, kann Sven Kresin aller Voraussicht nach wieder auf einen besser besetzten Kader als zuletzt zurückgreifen.

Sebastian Nuscheler, Qendrim Beqiri und Thomas Spannenberger, die gegen Kirchanschöring nicht zur Verfügung standen, stiegen am Montag wieder ins Training ein. Nuscheler hatte berufsbedingt passen müssen, Thomas Spannenberger war privat verhindert. Beqiri, der nach einem Kreuzbandriss peu à peu wieder zu Einsätzen kommt, trat die Fahrt sicherheitshalber nicht an: „Er hatte ein bisschen Probleme mit dem operierten Knie“, verrät sein Trainer.

Einer Knie-OP wird sich auch Innenverteidiger Julian Birkner unterziehen müssen. Das Abwehrtalent kann als eine der großen Entdeckungen dieser Saison bezeichnet werden, greift in der laufenden Spielzeit aber wohl nicht mehr ein. Ihm war im Training ein Gegenspieler unglücklich ins Bein gefallen. Meniskuseinriss, lautet die Diagnose. „Julian wird wohl diese oder nächste Woche operiert“, so Kresin.

Seine Chance in Abwesenheit der etablierten Kräfte genutzt hat Winterneuzugang Noah Kusterer. Der 18-Jährige war vom Landesligisten Kissing zum TSV Landsberg gestoßen. Eine „sehr gute Leistung“ bescheinigt ihm der Trainer. Einer solchen bedarf es am Samstag sicherlich von der ganzen Mannschaft, Anstoß ist um 14 Uhr.

Rasso Schorer

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