Der Vertrag ist unterzeichnet

Erster Königstransfer: TSV Landsberg verpflichtet Moritz Nebel

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Abteilungsleiter Sebastian Gilg (links) und Sportlicher Leiter Muriz Salemovic (rechts) freuen sich über einen prominenten Neuzugang beim TSV: Moritz Nebel (Mitte).

Landsberg – Die Fußballabteilung um Sebastian Gilg, Reiner Drüssler und den neuen Sportlichen Leiter Muriz Salemovic arbeitet weiterhin fleißig und erfolgreich am Umbau der Mannschaft. Mit Moritz Nebel kommt nun ein sehr gestandener Spieler von FV Illertissen aus Regionalliga zu den Lechstädtern. Ein weiterer Mosaikstein auf dem Weg in eine höhere Spielklasse?

Der gebürtige Landsberger Moritz Nebel spielte als Knirps beim VfL Kaufering und wechselte mit 12 Jahren zum FC Augsburg. Als A-Jugendlicher trainierte er mit den Profis und bekam im Januar 2010 seinen ersten Einsatz in der Zweiten Liga. Beim Spiel gegen Energie Cottbus wurde er eingewechselt. Einige Monate später stand er gegen Rot-Weiß Oberhausen sogar in der Startelf. Die Partie endete 3:0 für den FCA.

Unter dem neuen Trainer Markus Weinzierl musste Nebel allerdings wieder zurück ins zweite Glied und kickte für die U23. Seit der Saison 2014/15 spielte der heute 28-jährige für den FV Illertissen und war dort die ordnende Hand im defensiven Mittelfeld und Kapitän. Die Verpflichtung für den TSV Landsberg bezeichnet Salemovic als „Königstransfer“.

„Er ist ein überragender Spieler“, schwärmt der Sportliche Leiter. „Zweikampfstark und mit sehr guter Übersicht. Ich sage immer, der Moritz Nebel ist wie eine Waschmaschine: Man kann ihn dreckig anspielen und er passt sauber zurück. Er ist ein Stratege. Er spielt fast schon Schach auf dem Platz und ist sehr intelligent und clever. Er hilft jeder Mannschaft.“

Sebastian Gilg stimmt in die Lobeshymne ein: „Den bringt nichts aus der Ruhe. Selbst wenn ihn fünf Gegenspieler anlaufen, sieht er noch einen freien Mann und löst die Situation.“ Wie konnte Moritz Nebel davon überzeugt werden, aus der Regional- in die Bayernliga zu wechseln? Gilg erzählt: „Muriz und ich kennen ihn sehr gut. Ich habe mit ihm in DFB-Auswahlmannschaften gespielt. Als ich beim FCA in der zweiten Mannschaft war, trainierte Moritz mit dem Profikader. Hin und wieder hat er aber auch bei uns ausgeholfen.“

Wie bei der Verpflichtung von Salemovic kommt förderlich hinzu, dass Nebel in Landsberg familiär verwurzelt ist. Der Aktienanalyst hat zwar ein Büro außerhalb, wohnt aber mit seiner Freundin in der Lechstadt. Er spielt nun also endlich für seinen Heimatverein. „Moritz hätte woanders das dreifache verdienen können und hatte auch mehrere Angebote. Dass er nun für den TSV auflaufen wird, ist schon unglaublich“, freut sich Salemovic. Da wirkt sich der Umstand aus, dass die neue sportliche Führung der Landsberger einen ganz anderen Draht zu möglichen Verpflichtungen aufbauen kann. Zwar unterschreibt Nebel nur einen Vertrag für ein Jahr, aber an seiner Vita lässt sich ablesen, dass er kein besonders sprunghafter Spieler ist, der die Vereine wechselt, wie andere ihre Unterhosen.

„Ich mache immer nur Verträge für ein Jahr“, sagt Moritz Nebel gegenüber dem KREISBOTEN. „Dann kann man immer wieder überprüfen, ob alles passt.“ Es habe schon einmal Gespräche mit dem TSV gegeben, als Salemovic Trainer war, aber erst jetzt habe ihn das Gesamtpaket um die neue sportliche Leitung überzeugt. „Des Geldes wegen bin ich bestimmt nicht zum TSV gewechselt“, sagt er und lacht. Seinem alten Verein FV Illertissen sei er dankbar, denn die hätten ihn natürlich gerne behalten, aber dann doch schweren Herzens ziehen lassen.

In die Regionalliga

Um die Achse Rösch, Bonfert, Nebel und Salemovic soll nun eine Mannschaft aufgebaut werden, die im neu geschaffenen Ligapokal eine wichtige Rolle spielen kann. Denn da winkt dem Sieger der Aufstieg in die Regionalliga und dieses Ziel lässt sich beim TSV Landsberg nun wahrlich nicht mehr leugnen. Gilg weist sogar darauf hin, dass eben jene Achse noch gar nicht komplett sei. Mit weiteren Transfers wird in den nächsten Wochen zu rechnen sein. Der Hauptsponsor dürfte bei all diesen Planungen eine wichtige Rolle spielen, denn der Verein ließ noch vor einigen Tagen in einer Pressemitteilung verlauten: „Das ist alles nur aufgrund der tatkräftigen und ununterbrochenen Unterstützung unserer Sponsoren, vor allem unseres Hauptsponsors, der 3C-Carbon Group AG, möglich, der dem TSV 1882 Landsberg stets die Treue gehalten und sein finanzielles Engagement großzügig den Bedürfnissen und Zielen unseres Vereins angepasst hat.

Moritz Nebel tritt aber noch auf die Bremse: „Wenn man sich die Tabelle anschaut, ist Abstiegskampf angesagt. Die Mannschaft muss sich erst einmal finden. Natürlich möchte ich im Pokal weit kommen, aber die Ligaspiele sind wichtiger. Im nächsten Jahr können wir dann vielleicht von höheren Zielen sprechen.“

Logische Konsequenz der Veränderungen im Kader sind Spielerabgänge: Felix Mailänder wechselt nach Kaufering, Jonas Meichelböck hat sich seinem Heimatverein SG Wiedergeltingen angeschlossen und Lukas Göttle spielt für Buchloe. Florian Mayer und Orkun Tugbay, vor einem Jahr als vermeintliche Leistungsträger verpflichtet, verabschieden sich nach diesem Missverständnis mit unbekanntem Ziel. Der Vertrag mit dem Stürmertalent Alessandro Mulas hingegen wurde zu verbesserten Konditionen verlängert. Nicht nur die Welt hat sich in den letzten Monaten grundlegend verändert, auch die Fußballabteilung TSV 1882 Landsberg hat nach der Corona-Pause ein gänzlich neues Gesicht. Bleibt zu hoffen, dass der Verlauf der Pandemie den Neustart im September möglich macht. Ansonsten wären alle Planungen für die Katz.
Dietrich Limper

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