Zweitakter-Spektakel in Landsberg

Hart umkämpfte Rennen beim Tacho Karacho

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Die Profis zeigen auf der Rennbahn ihre Fähigkeiten und erreichen Geschwindigkeitsrekorde.
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Die Profis zeigen auf der Rennbahn ihre Fähigkeiten und erreichen Geschwindigkeitsrekorde.
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Die Profis zeigen auf der Rennbahn ihre Fähigkeiten und erreichen Geschwindigkeitsrekorde.
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Die Profis zeigen auf der Rennbahn ihre Fähigkeiten und erreichen Geschwindigkeitsrekorde.
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Die Profis zeigen auf der Rennbahn ihre Fähigkeiten und erreichen Geschwindigkeitsrekorde.
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Die Profis zeigen auf der Rennbahn ihre Fähigkeiten und erreichen Geschwindigkeitsrekorde.
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Die Profis zeigen auf der Rennbahn ihre Fähigkeiten und erreichen Geschwindigkeitsrekorde.
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Die Profis zeigen auf der Rennbahn ihre Fähigkeiten und erreichen Geschwindigkeitsrekorde.

Landsberg – 40 Fahrer gingen beim dritten Lauf der „Deutschen Blechroller Meisterschaft“ (DBM) in sieben verschiedenen Klassen an den Start und ermittelten den schnellsten Roller beim Beschleunigungsrennen über 150 Meter. Der Italiener Claudio Maffi konnte sich schließlich als Gesamtsieger feiern lassen.

Pünktlich zu den ersten Trainingsläufen trocknete die Marie-Curie-Straße ab und die Fahrer konnten Gas geben. Bei der Pressekonferenz am Freitag wies Helge Wiese, Funktionär bei der DBM, auf den freundschaftlichen Charakter der Veranstaltung hin: „Wenn wir auf die Strecke gehen, sind wir Gegner, aber ansonsten sind wir eine große Familie.“

Dementsprechend entspannt und freundlich war die Atmosphäre. Die Fahrer waren für das Publikum jederzeit ansprechbar und auch die Rennmaschinen konnten aus der Nähe betrachtet werden. Ralf Jodl, Geschäftsführer des Veranstalters SIP Scootershop erklärte, es sei das Ziel, den anspruchsvollen Rennsport mit positiv Verrückten, in familiärer Atmosphäre erlebbar zu machen.

Der Geruch von Gummi, Öl und Benzin lag in der Luft. Gegen die infernalische Lautstärke standen an verschiedenen Stationen Ohrstöpsel für die Zuschauer bereit. Um 12 Uhr gingen die ersten Roller auf die Strecke und kämpften nicht nur gegen ihre direkten Konkurrenten, sondern auch gegen die neu installierte Start-Ampel, die einige Tücken bereithielt und für diverse Fehlstarts sorgte. Doch die Fahrer genossen die Veranstaltung und die besondere Atmosphäre: „Dieser Tag ist phänomenal, es sind so gut wie alle Fahrer am Start und die Teams aus Italien sind da. Ich glaube wirklich, dass wir uns an dieses Rennen noch in zwanzig Jahren erinnern werden“, sagte Rennfahrer André Jüterbock , der seinen dritten Platz in der 200er-Klasse leicht verschmerzen konnte.

Lokalmatador Jesco Schmidt war vom Pech verfolgt, als ihn im Finale in der 200er-Klasse erst die Kupplung und später in der Offenen Klasse auch die Technik im Stich ließ und er sich hinter Marc-Oliver Neumann aus Ulm mit dem zweiten Platz begnügen musste. „Es ist wie verhext! Ich habe kein einziges Rennen verloren und doch nichts gewonnen“, zog er eine durchwachsene Bilanz.

Wie wichtig eine trockene Fahrbahn für die Racer ist, konnte man gegen 15 Uhr erleben, als ein Unfall das Ereignis überschattete. Nach einem kurzen Schauer war die Strecke noch nicht komplett getrocknet, wodurch ein Teilnehmer beim Start die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor. Nach der Erstversorgung durch die Sanitäter vor Ort, wurde er mit gebrochenem Schlüsselbein ins Krankenhaus gebracht. „Ein Sportunfall, der bei jedem Rennen vorkommen kann. Der Fahrer ist wohlauf und es ist nicht besonders dramatisch“, versicherte Rennfahrer-Kollege Nico Gnisci aus Freiburg. Wenig später stand der "Crash-Pilot" tatsächlich schon wieder an der Strecke und feuerte seine Kollegen an.

Regelmäßig kam es zu Defekten und Ausfällen, aber das gehört bei diesem Sport ebenso dazu, wie denkbar knappe Entscheidungen auf den letzten Metern. Die beste Zeit auf den 150 Metern fuhr mit 6,5 Sekunden Claudio Maffi und erreichte ebenso wie Jesco Schmidt mit 137 km/h die absolute Höchstgeschwindigkeit. Die Zuschauer waren begeistert: „Es ist laut, es ist geil und es ist toll“, beschrieb Karin aus Igling das Erlebnis.

Gegen 18 Uhr standen schließlich die Tagessieger der verschiedenen Klassen fest und es kam zum Höhepunkt: Dem Finale „Best Of All“. Claudio Maffi setzte sich in einem spannenden Rennen knapp gegen Frank Schiemer vom Bodensee durch.

Eishockeylegende Harald Birk führte als Moderator souverän durch das Programm und zog ein sehr persönliches Fazit: „Bisher hatte ich mit Rollern nicht wirklich viel zu tun, aber dieser Tag hat mich echt begeistert. Die Maschinen und Fahrer sind so faszinierend, dass ich mir wahrscheinlich einen Roller zulegen werde.“

Brandgefährlich war das Verhalten eines Anwohners, der sich durch den Lärm gestört fühlte und Wasser in die Bremszone spritzte. Die Polizei ermittelt und ein juristisches Nachspiel ist gewiss.

Doch auch davon ließen sich die Teilnehmer des Laufs nicht die Laune verderben und feierten die Sieger noch bis spät in der Nacht in einem Lokal in der Altstadt.

Dietrich Limper

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