Aufstieg am Grünen Tisch?

Oberliga-Penalty für die Riverkings

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Spielen die Riverkings die nächste Saison in der Oberliga?

Landsberg – Am 11. März wurden alle Spiele in den deutschen und damit auch bayerischen Eishockeyligen abgesagt, die Saison für beendet erklärt. Grund: die Corona-­Pandemie. Entscheidungen über Auf- und Abstiege standen allerdings noch aus und fielen nun am Grünen Tisch des Bayerischen Eissport-Verbands. Folgenreich für die Riverkings des HC Landsberg.

Sechs Vereine werden die Bayernliga in der Saison 2020/2021 bereichern: ESV Buchloe, ESC Kempten, Devils Ulm/Neu-Ulm und ERSC Amberg heißen die neuen Mitglieder der Liga. Die Black Hawks Passau wollen nicht aufsteigen, sondern verbleiben ebenfalls in der Bayernliga. Laut einer Mitteilung des Verbands vom 8. April hat der ERC Sont­hofen einen schriftlichen Antrag auf Aufnahme in die Bayernliga gestellt. Zwar befindet sich die GmbH in einem Insolvenzverfahren, aber das Spielrecht für die Oberliga liegt beim Verein. Sonthofen wäre das 18. Team.

BEV-Obmann Frank Butz schildert im Gespräch mit dem KREISBOTEN den Vorgang: „Wir haben innerhalb der Eishockeykommission wirklich lange und ausführlich diskutiert. Wir wollten auf keinen Fall zum Nachteil der Vereine handeln. Auch das aktuelle Tabellenbild wäre als Maßstab zu ungerecht

Ob HCL-Coach Fabio Carciola (links) sich bereits mit der Planung für die nächsthöhere Spielklasse beschäftigt, will seitens der Vereinsoberen niemand bestätigen. Gedanken macht man sich aber schon darüber.

gewesen. Also haben wir entschieden, dass diese vier Vereine plus Passau und Sonthofen in die Bayernliga kommen. Wir meinen, das ist am besten so.“

Die vier „Neulinge“ müssen allerdings das „5-Stufen-Programm“ des Verbands erfüllen. In den Bereichen Recruitment, Laufschule, Trockentrainingseinheiten, Trainingsdokumentation und Nachwuchsförderung sind gewisse Standards einzuhalten. Alle vier Vereine zeigen sich nach eigenen Aussagen zuversichtlich, damit keine Probleme zu bekommen. „Über den genauen Modus für Ober-, Bayern- und Landesliga werden wir im Laufe der nächsten Wochen entscheiden“, ergänzt Butz.

Neue Highlights

Für den HC Landsberg dürften die Nachbarschaftsduelle gegen den ESV Buchloe zu weiteren Highlights der kommenden Saison 2020/2021 zählen. Gerade einmal gute zehn Kilometer liegen zwischen den Spielstätten der Piraten und der Riverkings. Volle Ränge und leidenschaftliche Auseinandersetzungen scheinen garantiert.

Aber wer steigt nun eigentlich in die Oberliga auf? Laut Obmann Frank Butz würden nicht nur Gespräche mit dem TEV Miesbach geführt, sondern auch die Riverkings seien ein Kandidat für die Oberliga. Für den HC Landsberg wäre ein Aufstieg durch Beschluss natürlich eine mittlere Sensation und ein großer Schritt. HCL-Pressesprecher Joachim Simon wiegelt gegenüber dem KREISBOTEN ab: „Da werden noch viele Gespräche geführt und es ist fraglich, ob es überhaupt eine Oberliga geben wird. Einige Vereine sind am Ende ihrer Liquidität. Mal sehen, wer über den Sommer kommt.“

Auch HCL-Präsident Frank Kurz möchte auf Anfrage keine konkreten Gespräche bestätigen: „Es wird im Moment mit allen Vereinen gesprochen. BEV und DEB sondieren einfach die Lage. Und auch wir sind da ganz ergebnisoffen. Mit 18 Mannschaften wäre die Bayernliga aber ausgesprochen attraktiv, denn auch Ulm und Kempten bringen viele Zuschauer mit. Stand heute fühlen wir uns als Bayernligist.“

Obmann Butz hat generelle Zweifel an der Gesamtsituation: „Im Moment wissen wir noch gar nicht sicher, ob dieses Jahr überhaupt wieder Eishockey gespielt wird.“
Dietrich Limper

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