Zwangspause in der Oberliga

Die Riverkings in Quarantäne

HC Landsberg vs. EV Füssen
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Gegen den EV Füssen (helle Trikots) und den SC Riessersee durften die Riverkings noch ran. Nun ist es fraglich, wann die Oberliga-Spieler des HCL wieder auf dem Eis stehen werden.

Landsberg – Nach der knappen 1:2-Niederlage am dritten Spieltag der Oberliga Süd beim SC Riessersee am Dienstag vergangener Woche, waren die Verantwortlichen des HC Landsberg noch guter Dinge. Die Leistung beim Favoriten war ansprechend gewesen und die Vorfreude auf das dann folgende Derby gegen den EC Peiting groß. Doch dann kam alles ganz anders. Die Corona-Pandemie schlug zu – mit voller Wucht.

Gleich 14 Spieler des EV Lin­dau, dem vorletzten Gegner der Riverkings, waren bis zum 13. November positiv auf SARS-Cov-2 getestet worden. Beim HCL selbst hatte es einen Spieler getroffen und schließlich überschlugen sich die Meldungen aus der Oberliga Süd. Weitere Mannschaften meldeten positive Befunde. Der DEB reagierte und strich alle Spiele des EV Lindau bis zum Ende diesen Monats. Die Starbulls Rosenheim bekamen eine Quarantäne der gesamten Mannschaft bis zum 22. November verordnet und immer mehr Partien wurden abgesagt. So kam es, dass am vergangenen Wochenende nur fünf Partien der zwei Spieltage in der Oberliga Süd ausgetragen werden konnten.

DEB-Vizepräsident Marc Hindelang ließ in einer Pressemitteilung verlauten: „Wir werden Spieltag für Spieltag neu bewerten und durchführen, was durchführbar ist. Wir haben vor der Saison mehrfach darauf hingewiesen, dass bei allen Beteiligten größtmögliche Flexibilität erforderlich sein wird und alle immer wieder vor neue, wachsende Herausforderungen gestellt werden können. Daher muss auch der Saisonverlauf ständig an neue Szenarien angepasst werden. Nach dem Wegfall der Verzahnungsrunde mit der Bayernliga wurde etwa der Spielmodus bereits den neuen Umständen angeglichen und so werden wir weiter verfahren. Die Maxime bleibt weiterhin, das Machbare darzustellen.“

Dazu sagte HCL-Präsident Frank Kurz noch vor dem letzten Wochenende: „Es ist natürlich nach unserem recht guten Saisonstart sehr schade, dass wir wieder pausieren müssen. Diese Entscheidung war allerdings mit Blick auf die Gesundheit aller Beteiligten alternativ­los. Wir werden jetzt in enger Zusammen­arbeit mit dem Gesundheitsamt sehen, wann wir wieder den Trainings- und Spielbetreib aufnehmen können und was die nächsten konkreten Schritte sind, die wir unternehmen werden. Uns war klar, dass so ein Fall wie jetzt, bei allen Vorsichtsmaßnahmen durch unser Hygienekonzept, natürlich eintreten kann. Am wichtigsten ist jetzt natürlich, dass unser infizierter Spieler schnell wieder gesund wird. Wir wünschen ihm alle von Herzen gute Besserung.“

Schien der HC Landsberg zu diesem Zeitpunkt noch glimpflich davongekommen zu sein, so änderte sich die Situation im Verlauf des letzten Wochenendes dramatisch: Der Verein meldete noch am Sonntagabend, dass nun sieben Spieler und zwei Personen aus dem Betreuerstab positiv getestet worden seien. Die Mannschaft befände sich in Quarantäne, aber die Krankheitsverläufe seien mild oder sogar völlig symptomfrei.

„Natürlich ist niemand über die aktuelle Lage begeistert“, sagte Pressesprecher Joachim Simon am vergangenen Montag, „aber zunächst einmal sind wir heilfroh, dass es keine schweren Krankheitsverläufe bei den Jungs gibt. Training findet natürlich nicht statt, die infizierten Spieler gehen auch nicht arbeiten, sondern halten sich zuhause auf. Das Gesundheitsamt hat für heute nochmals eine Reihentestung anberaumt. Wenn diese Testergebnisse vorliegen, wissen wir auch, wie lange die Quaran­täne noch dauert.“

Wie immer diese Tests auch verlaufen mögen – Fakt ist, dass die Riverkings auch am kommenden Wochenende keine Spiele austragen werden. Die Partien gegen den ECDC Memmingen und EHF Passau fallen definitiv aus. Noch ist das nicht der „worst case“ für die Oberliga Süd, aber laut HCL-Sprecher Joachim Simon könne man davon ausgehen, dass es in den nächsten Monaten immer wieder zu Spielausfällen wegen COVID-19 kommen werde.

Starker Auftritt

Da wird das gute Ergebnis der HCL-Cracks beim SC Riessersee zu einer Randnotiz. Dennis Sturm glich die Führung der Hausherren durch Arkiomaa (39.) postwendend aus. Bis zur 51. Minute konnte das 1:1 durch eine engagierte Leistung gehalten werden, aber dann traf Kronawitter in Überzahl zum 2:1 für die Gastgeber. Das war der Endstand. Obwohl HCL-Coach Carciola den erneut starken Goalie Güßbacher noch vom Eis nahm, wollte der Ausgleich nicht mehr gelingen.

Zwei Tage später überschlugen sich die Ereignisse und die Corona-Pandemie beherrschte die Schlagzeilen. Bleibt zu hoffen, dass bald wieder mehr über Tore und Punkte des HC Landsberg in der Oberliga berichtet werden kann.
Dietrich Limper

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