Wider die Lethargie

Corona macht mobil: CrossFit im Hinterhof

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Gut gelaunt und topfit. Die Eheleute Oevermann trainieren an der frischen Luft.

Landsberg – Auch die Fitness-­Studios sind vom Corona-Virus und den damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen betroffen. Nicht nur für die Eigentümer und Trainer ein schwerer Schlag, sondern auch für die Kunden. Die Eheleute Lily und Jascha Oevermann haben einen Weg gefunden, um trotzdem keine überflüssigen Pfunde auf die Hüften zu kriegen.

Es ist ein warmer Nachmittag im März, als Lily (31) und Jascha (36) Oevermann ihre Gerätschaften auf einem Hinter­hof in der Alten Bergstraße auf­bauen. CrossFit nennt sich der Sport, den sie betreiben und eigentlich wollten sie am 21. März an einem Turnier in München teilnehmen. Daraus wurde nichts. Corona machte allen einen Strich durch die Rechnung.

Beide arbeiten in einer Werbeagentur am Wörthsee. Sie als Art Directorin, er als Geschäftsführer. Doch nun ist Home-Office angesagt und da wird es schwer, den inneren Schweinehund immer wieder zu besiegen. „Unser Trainer schickt uns täglich Übungspläne per WhatsApp und begleitend dazu gibt es Videos bei Youtube. Für uns ist das sehr wichtig und motivierend, denn wir möchten auch während der Krise fit und gesund bleiben“, erklärt Jascha Oevermann und beginnt mit Übungen, die sich „Burpee“, „Lunges“ oder „Bear Crawl“ nennen.

Natürlich trainiere man hauptsächlich in den eigenen vier Wänden, ergänzt Gattin Lily, aber an der frischen Luft sei es auch mal schön. Selbstverständlich achte man darauf, draußen niemandem zu begegnen. Kein Grund zur Sorge, der Hof ist menschenleer. Schon nach wenigen Minuten ist zu erkennen, dass es sich in der Tat um eine schweißtreibende Sportart handelt. Nun nicht mehr in den Räumlichkeiten des Studios, sondern auf dem harten Asphalt eines Landsberger Hinterhofs.

Vielseitiger Sport

CrossFit ist ein angesagter Trendsport und verbindet unter anderem Gewichtheben, Sprinten, Eigengewichtsübungen sowie Turnen miteinander. Ziel ist es, die Trainierenden in verschiedenen Fitnessdisziplinen ausgewogen zu entwickeln: Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Balance, Koordination und Genauigkeit.

Und genau deshalb haben sich die Eheleute Oevermann für diesen Sport entschieden. „Mit CrossFit wird der ganze Körper angesprochen und in Form gehalten. Die Mischung aus den verschiedenen Disziplinen macht diesen Sport so abwechslungsreich und attraktiv“, schildert Jascha seine Faszination für diese Aktivität.

Auf den Balkonen ringsum sammeln sich schon bald die Nachbarn und beobachten das Treiben im Hof – selbstverständlich aus gebührendem Abstand. Die einen voller Neugier, die anderen mit einem schlechten Gewissen. Denn Bewegung tut Not in diesen Tagen mit Corona. Und noch während die Eheleute Oevermann ihr einstündiges Programm durchziehen, überlegt sich vielleicht der eine oder andere, ob es nicht schlecht wäre, ebenfalls ein paar Pfunde zu verlieren. So halten sich Lily und Jascha nicht nur selbst fit, sondern sind vielleicht auch ein Ansporn für andere, es ihnen gleichzutun.
Dietrich Limper

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