Mit vereinten Kräften

Kommt jetzt die Verwaltungsgemeinschaft für Landsberger Vereine?

Vereine - Mitgliederverwaltung
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Ab einer entsprechenden Vereinsgröße kann die Mitgliederverwaltung in den eigenen vier Wänden zu einer echten Herausforderung werden.

Landsberg – Mitgliederverwaltung, Organisation, Programmgestaltung, Geschäftsführung – wer in einem Verein ein Vorstandsamt übernimmt, lädt sich einen Haufen Arbeit auf. In vielen Vereinen sinkt deshalb unter den Mitgliedern die Bereitschaft, sich für ein Amt zur Verfügung zu stellen. In dieser Situation hat die Landsberger Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) einen Vorschlag: die Gründung einer Verwaltungsgemeinschaft (VG) für Vereine.

„Wir müssen das Vereinsmanagement aus den Wohnzimmern der Vorsitzenden herausholen und es professionalisieren“, sagt Georg Schappele. Er weiß, wovon er spricht, denn er ist selbst Vorsitzender der Landsberger Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV). Doch die Beschäftigung hauptamtlicher Mitarbeiter verursacht nicht unerhebliche Kosten und ist deshalb erst ab einer gewissen Vereinsgröße zu realisieren. Deshalb kann sich Schappele gut vorstellen, dass mehrere Vereine sich zusammentun, um sich Mitarbeiter und Büroräume samt der entstehenden Kosten zu teilen.

Möchte das Vereinsmanagement aus den Wohnzimmern rausholen: DAV-Vorsitzender Georg Schappele.

Mindestens 10.000 Mitglieder bräuchte es, damit eine solche VG zustande kommt, erklärt Schappele. Innerhalb des DAV gibt es Sektionen, die diese Zahl bei weitem überschreiten und längst hauptamtliche Geschäftsstellen betreiben – etwa in München (70.000 Mitglieder) und Augsburg (15.000 Mitglieder). Die Landsberger Sektion mit 7.000 Mitgliedern beschäftigt im Moment bereits drei Teilzeit­kräfte und fünf Mini-Jobber.

„Wenn man bei den Mitgliederzahlen in die Tausende kommt, nimmt die Arbeit für den Vorstand exponentiell zu“, weiß Schappele nur allzu gut. Und so groß das Engagement Ehrenamtlicher häufig ist, so schnell kann es wegbrechen, wenn sich berufliche oder private Veränderungen ergeben. „Die Kontinuität, die wir brauchen, erreichen wir eben nur mit hauptamtlichen Mitarbeitern“, ist der DAV-Vorsitzende überzeugt.

Schappele kann sich vorstellen, dass sein Vorschlag bei anderen Vereinen in Landsberg und Umgebung auf fruchtbaren Boden fällt. Würde sich etwa die DAV-Sektion Kaufering mit ihren 2.500 Mitgliedern interessiert zeigen, wäre es nicht mehr weit bis zum Schwellenwert von 10.000.

Schappele hat auch schon eine Idee, wo die Büroräume für eine Vereins-VG untergebracht werden können: in einem Gebäude, das im Zusammenhang mit dem angedachten Mehrgenerationen-Freizeitpark auf dem Gelände der FT Jahn Landsberg entstehen könnte. Dieses Projekt wurde jüngst im Sozialausschuss des Stadtrats vorgestellt und stieß auf einhellige Begeisterung.
Ulrike Osman

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