Kraftloses Red Hocks:

Für den Aufsteiger nicht reif genug

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Waren in Lilienthal nur Zuschauer: Marco Keß (rot) und die Red Hocks kamen beim deutschen Vizemeister gewaltig unter die Räder.

Kaufering – Ein Wochenende zum Vergessen haben die Bundesligafloorballer der Red Hocks Kaufering hinter sich. Bei Erstliga-Neuling Blau-Weiß Schenefeld ließen sich die Roten durch eine Strafe aus der Bahn werfen und verloren überraschend 5:3. Und den rabenschwarzen Sonntag bei Vizemeister TV Lilienthal, der die Kauferinger mit 11:0 deklassierte, werden die Kauferinger schnellstmöglich aus den Köpfen streichen wollen.

28. Spielminute in Schenefeld: Kauferings Johannes Grimm rasselt in der gegnerischen Spielhälfte mit einem blau-weißen Verteidiger zusammen. Beide wollten zum Ball gehen, am Ende rauscht aber lediglich der Schenefelder in die Bande – fünf Strafminuten für Grimm, die die Red Hocks aus dem Konzept bringen. „Das darf uns nicht passieren“, hadert Verteidiger Marco Tobisch. „So eine Szene kann in jedem Spiel vorkommen. Mit fünf Jahren Bundesligaerfahrung und einer 3:1-Führung im Rücken müssen wir routinierter agieren.“ Obwohl Schenefeld in Überzahl nur einen weiteren Anschlusstreffer erzielt, geben die Bayern das Spiel danach aus der Hand.

Dabei war die Partie bis dato ganz nach Geschmack des Favoriten verlaufen: Zwar verliefen etliche Angriffe im Sand. In der 15. Minute kam aber Dennis Häringer aus der Mitte frei zum Schuss und vollstreckte zum 0:1. Und selbst, als danach Schenefeld einen seiner zahlreichen Konter mit dem Ausgleich abschloss, antworteten die Red Hocks postwendend: Daniel Szirbeck wurde hinter dem Tor kaum attackiert, konnte sich in aller Ruhe seiner Optionen besinnen und entschied sich schließlich für Häringer, der abermals frei vor dem Tor stehend wenig Mühe hatte. Mit 1:2 ging´s in die erste Drittelpause.

Auch danach ließen die Roten zu viele Konter zu, das Momentum beanspruchten die Gäste aber weiterhin für sich. Fragwürdige Strafen für die Gäste, die unter Protest auf der Strafbank schmorten, nutzten die Red Hocks für sich. In doppelter Überzahl spielten sich Marco Tobisch und Maxi Falkenberger die Kugel zu, ehe Kapitän Fal­ken­berger auf 1:3 stellte. Nach der angesprochenen Fünf-Minuten-Strafe dann der Bruch im Spiel: Kauferings zaghafte Offensiv-Bemühungen konterte Schenefeld immer wieder mit schnellen Gegenstößen, die Kornelius Schmid mit mehreren guten Aktionen vereitelte. Erst im Schlussdrittel drehte der Aufsteiger die Partie: Ein individueller Patzer ermöglichte das 3:3, danach brachten zwei Konter die Führung zum 5:3 für die Nordlichter. Kaufering rannte daraufhin wütend an, brachte aber mehrere „Hundertprozentige“ nicht im Tor unter, weshalb Angreifer Marco Keß konstatiert: „Mit drei eigenen Toren gewinnt man im Floorball leider kein Auswärtsspiel.“

Dabei ahnte er noch nicht, dass die Ausbeute tags darauf in Lilienthal noch fataler ausfallen sollte. Erwartungsgemäß ging der TVL früh in Führung – durch ein unglückliches Eigentor der Bayern (2.). Danach hielten die Red Hocks die Partie offen, taten sich aber schwer, Chancen herauszuspielen. Und wenn es Abschlüsse gab, gingen diese zumeist am Wölfe-Tor vorbei. Lilienthal dagegen spielte seine Angriffe sauber zu Ende und lag nach 20 Minuten mit 3:0 vorne. Mit viel Spielfreude baute der Favorit seine Führung danach kontinuierlich aus, auch dank mangelnder Präsenz der Kauferinger, die sich zu viele individuelle Fehler leisteten. Am Ende stand ein 11:0 auf der Anzeige.

Um nicht nur die Tormaschine wieder ins Laufen sondern auch die Auswärtsschwäche in den Griff zu kriegen, haben die Jungs vom Lech nun zwei Wochen Zeit. Am Sonntag, 17. Dezember, reisen die Red Hocks zum Jahresabschluss zu Tabellenschlusslicht Chemnitz.

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