Wo war der Klassenunterschied?

Bayernligist Landsberg bietet im Pokal nur Magerkost

TSV Landsberg - Luca Wollens (3. v. links) - Warmlaufen
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Starke Leistungen und nun auch sein erster Treffer in einem Pflichtspiel für den TSV Landsberg: Luca Wollens (3. von links) startet durch.
  • Toni Schwaiger
    VonToni Schwaiger
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Germaringen – Die Fußballer des TSV Landsberg haben die nächste Runde im Toto-Pokal erreicht. Doch das 4:1 beim Kreisligisten SVO Germaringen täuscht über eine insgesamt schwache Leistung hinweg. Der sportliche Leiter Muriz Salemovic redet gegenüber dem KREISBOTEN Klartext und fordert eine deutliche Leistungssteigerung. Aufregung gab es in der vergangenen Woche um Stürmer Alessandro Mulas, der fieb­­rige Symptome zeigte; sie führten zu einem Spielausfall der Nachholpartie gegen den SV Kirchanschöring.

Für die Pokal-Partie gegen den Kreisligisten SVO Germaringen war Mulas gar nicht erst gemeldet, er hütete krank das Bett. Der Corona-Test war zwar negativ ausgefallen, aber da Vorsicht die Mutter der Porzellankiste ist, wurde das Spiel gegen den SV Kirchanschöring abgesagt. TSV-Abteilungsleiter Sebastian Gilg erklärt: „Einen Tag vor dem Spiel hatte er Fieber und Husten. In Absprache mit der Liga-Leitung haben wir das Spiel dann lieber verschoben. Wir wollen in Zeiten der Pandemie natürlich nichts riskieren.“ Die Partie vom 24. Spieltag der Bayernliga Süd wird voraussichtlich im November nachgeholt.

Mit Rösch, Weiler, Birkner und Detmar war die Ersatzbank der Lechstädter am vergangenen Sonntag in Germaringen nur dünn besetzt. Immerhin standen Moritz Nebel und Sebastian Schmeiser wieder in der Startformation. Martin Hennebach vertrat den unpässlichen Mulas im Sturmzentrum und im Tor war Sebastian Hollenzer an der Reihe.

Eigentlich begann vor 200 Zuschauern im Ostallgäu alles nach Plan: Nach acht Minuten trat Sebastian Gilg eine scharfe Ecke, Luca Wollens stieg hoch und köpfte den Ball unhaltbar unter die Latte. Sein erster Pflichtspieltreffer für Landsberg. Diese frühe 1:0-Führung gab den Gästen aber nun nicht die nötige Sicherheit, sondern das Gegenteil war der Fall, wie Salemovic moniert: „Gegen einen Kreisligisten muss jederzeit sichtbar sein, dass es einen Klassenunterschied gibt. Das war aber nicht der Fall. Wir können uns bei unserem Keeper Sebastian Hollenzer bedanken, dass wir vor der Pause nicht den Ausgleich kassiert haben. Nach den vielen Wochen Training und einigen Spielen müssten wir eigentlich weiter sein. Die Leistung war in der ersten Halbzeit einfach miserabel.“

Die Hausherren ließen einige Möglichkeiten ungenutzt und der TSV rettete sich mit dem 1:0 in die Kabine. Die Halbzeitansprache von Coach Eddy Weiler schien Früchte zu tragen, denn schon in der 49. Minute erhöhte Kevin Gutia nach einer feinen Einzelleistung zum 2:0. Wenig später knallte Andreas Fülla den Ball aus 25 Metern (56.) in den Winkel – 3:0, alles standesgemäß. Da Wollens bereits in der ersten Halbzeit die Gelbe Karte gesehen hatte und durch weitere Fouls unangenehm auffiel, tauschte ihn Trainer Weiler zur Sicherheit gegen Julian Birkner aus. Zehn Minuten später ersetzte Manuel Detmar den glücklosen Hennebach und jetzt hieß es, das Ergebnis zu verwalten. Doch dann kam es doch ganz anders.

Timo Wörz nutzte nach 77 Minuten einen individuellen Fehler in der Hintermannschaft der Landsberger zum 1:3 für die Hausherren. Das Tor setzte beim SVO Germaringen frische Kräfte frei und auch die Zuschauer witterten eine Sensation. Salemovic schildert die überraschende Entwicklung: „Auf einmal war die Kulisse da und wir gerieten gehörig ins Schwimmen. Das darf uns einfach nicht passieren. Zum Glück hat Manuel Detmar dann mit seinem Treffer für Ruhe gesorgt. Mich freut es für ihn natürlich ganz besonders. Das Ergebnis mag auf dem Papier zwar deutlich aussehen, aber der Spielverlauf war anders.“

Ansatzlos und nahezu aus dem Stand zog Manuel Detmar in der 87. Minute aus gut 20 Metern ab und traf zum 4:1 für Landsberg. Ein Erlebnis, das dem Langzeitverletzten lange nicht vergönnt war. Damit war der Kampfgeist des Kreisligisten erloschen. Die Lechstädter brachten die letzten Minuten unfallfrei über die Bühne und können sich auf die nächste Runde freuen.

Gute Nachrichten übermittelte Salemovic aus dem Lazarett des TSV Landsberg: „Dennis Hoffmann, Philipp Siegwart und Maxi Holdenrieder werden diese Woche wieder ins Training einsteigen. Alessandro Mulas sollte am nächsten Samstag auch wieder fit sein. Branko Nikolic bleibt nach seiner Roten Karte indes noch bis zum 26. Oktober gesperrt. Warum der Verband keine Spielsperren ausspricht, sondern die Rückkehr an ein Datum knüpft, wird wohl sein Geheimnis bleiben.“

Am kommenden Samstag, um 14 Uhr, reüssieren die Kicker des TSV Landsberg zum ersten Mal im Stadion des städtischen Sportzentrums. Am 26. Spieltag der Bayernliga Süd ist der Tabellenzehnte FC Ismaning zu Gast. „Drei Punkte sind Pflicht“, sagt Muriz Salemovi.
Dietrich Limper

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