Lob von allen Seiten

Der TSV Landsberg zeigt gegen die SpVgg Unterhaching eine starke Leistung

Spielsituation TSV Landsberg gegen SpVgg Unterhaching.
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Alarm im Hachinger Strafraum: Manuel Detmar (23) steigt am höchsten, scheitert aber in dieser Situation noch. Wenig später erzielte er das 1:0 für den TSV.
  • Dietrich Limper
    VonDietrich Limper
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Landsberg – Großer Bahnhof am 3C-Sportpark in Landsberg, denn die SpVgg Unterhaching war am vergangenen Freitag im Vorbereitungsspiel zu Gast. Der Bayernligist TSV 1882 Landsberg schlug sich gegen den Regionalligisten beachtlich, aber verlor durch zwei späte Gegentreffer unglücklich mit 1:2. Dennoch gab es aus berufenem Munde viel Lob für die Mannschaft von Muriz Salemovic und Mike Hutterer.

Viele Kinder stürmten vor der Partie den Rasen, um ein Selfie mit oder Autogramm von Hachings prominentem Trainer Sandro Wagner zu ergattern. Der Mann, der am vergangenen Sonntagabend als Co-Kommentator das EM-Finale England gegen Italien im ZDF begleitete, erfüllte geduldig alle Wünsche. Für die lokale Presse hingegen hatte er weniger Verständnis und lehnte jedes Gespräch ab.

Nachdem das geklärt war, stand das Sportliche im Vordergrund und Haching-Präsident Manni Schwabl höchstpersönlich verlas die Aufstellung der Gäste über die Stadionlautsprecher, sehr zum Amüsement der rund 300 zahlenden Zuschauer.

In Bestbesetzung

Der sportliche Leiter des TSV Landsberg, Jürgen Meißner, kündigte vor der Partie an, dass die Lechstädter in Bestbesetzung auflaufen konnten. Sebastian Schmeiser hatte seine leichte Verletzung auskuriert, nur Dennis Hoffmann fehlte urlaubsbedingt.

Auf dem Platz standen beim Anpfiff: Witetscheck - Lutz, Schmeiser, Nikolic, Anzenhofer - Krautschneider, Hutterer, Gutia, Salemovic, Detmar - Mulas.

Die Gäste kamen aus dem Trainingslager und hatten am Vorabend beim Bayernligisten TSV 1865 Dachau mit 4:0 gewonnen.

Ins Spiel ging eine bunte Mischung aus gestandenen Spielern und Nachwuchskräften. „Wir sind noch auf der Suche nach der ersten Elf, aber gerade für die jungen Spieler war dieser Test hier wichtig“, erklärte Hachings Co-Trainer Roman Týce nach dem Abpfiff. Der ehemalige Profi-Fußballer lobte ausdrücklich das Niveau des Landberger Vortrags.

Und die ließen sich von großen Namen nicht beeindrucken, sondern zogen vom Anpfiff an ihr Spiel auf. Schon nach fünf Minuten konnte Kevin Gutia zwei Chancen für sich verbuchen, auf der Gegenseite scheiterte der ehemalige Augsburger Bundesligaspieler Stephan Hain (10.) mit einem Kopfball an TSV-Keeper Daniel Witetschek.

Die erste Halbzeit gehörte aber ansonsten den Hausherren, die sich in allen Mannschaftsteilen engagiert und bissig zeigten. Auch die verletzungsbedingte Auswechslung von Steffen Krautschneider nach 33 Minuten verursachte keinen Bruch im Spiel, Andreas Fülla machte auf dem linken Flügel ordentlich Betrieb. Steffen Krautschneider wurde umgehend ins Klinikum Landsberg gebracht. Eine

genaue Diagnose steht noch aus, aber sicher ist, dass die Außenbänder in Mitleidenschaft gezogen wurden.

»Das Leder versenkt«

Nach 37 Minuten belohnte sich der TSV endlich für seine ansehnlichen Bemühungen. Manuel Detmar versenkte das Leder mit einem satten Schuss flach unten rechts im Tor und es stand hochverdient 1:0 für die Hausherren.

„Ich kenne ein paar Jungs von Landsberg. Das sind gute Kicker, die spielen können und Leistung bringen. Sie waren die bessere Mannschaft“, fasste Roman Týce das Geschehen treffend zusammen.

Wer nun nach der Pause eine grundlegende Veränderung der Spielstatik erwartet hatte, sah sich getäuscht. Im Tor ersetzte Hollenzer den sicheren Witetschek und Wollens kam als Vorsichtsmaßnahme für Schmeiser. Die Landsberger machten weiter Druck und da auch die Gäste eine offensive Spielweise an den Tag legten, gab es viele Räume und auch Abschlüsse für den TSV.

Dreimal rettete Haching das Aluminium und die größte Chance vergab Alessandro Mulas nach 76 Minuten mit einem Kopfball im Anschluss an Ecke. „Normalerweise mache ich den rein und insgesamt hätten wir einen Sieg verdient gehabt. Aber ich komme mit dem neuen System generell gut zurecht und fühle mich wohl“, sagte der Mittelstürmer nach dem Abpfiff.

Es ist eine Binsenweisheit, dass der Gegner schließlich die Tore macht, wenn man selbst zu viele Chancen liegen lässt. Fünf Minuten vor Schluss stand Felix Göttlicher nach einem Eckball förmlich in der Luft und köpfte den 1:1 Ausgleich. Und Sandro Porta nutzte die einzige Nachlässigkeit der TSV-Hintermannschaft zum schmeichelhaften 2:1 Siegtreffer für die Gäste.

Weiter zuversichtlich

Den Kopf ließ bei den Hausherren allerdings niemand hängen. Der TSV Landsberg befindet sich in einer erstaunlichen Frühform und kann zuversichtlich zum Pokalspiel nach Sonthofen fahren. Anpfiff ist am 17. Juli um 16.00 Uhr.

Roman Týce fand nur lobende Worte für die Hausherren: „Es war für uns ein überragender Test. Wir wissen nun, was uns in der Regionalliga erwartet, denn jeder wird gegen uns als Absteiger volle Leistung bringen. Und die Landsberger werden sicherlich um den Aufstieg mitspielen.“

Interview Manni Schwabl

Seit 2012 ist er Präsident der SpVgg Unterhaching. Von 1986 bis 1997 machte er als Aktiver insgesamt 303 Bundesligaspiele für den 1. FC Nürnberg, Bayern München und 1860 München. Er lief viermal für die deutsche Nationalmannschaft auf und widmete sich nach seiner Karriere verschiedenen Geschäften, die nicht alle einen glücklichen Ausgang hatten.

Am Rande der Partie zwischen dem TSV Landsberg und der SpVgg Unterhaching stand der 55-Jährige dem KREISBOTEN Rede und Antwort.

Herr Schwabl, Sie sind ja nicht zum ersten Mal in Landsberg. Es gab vor einigen Jahren mal ein Pokalspiel.

Schwabl: „Vor fünf oder sechs Jahren haben wir hier mal im Toto-Pokal gespielt und mit Glück 3:1 gewonnen. Aber dass es heute wieder so eng werden würde, hätte ich nicht gedacht.“

Wie hat Ihnen das Spiel gefallen?

Schwabl: „Aus neutraler Sicht muss man sagen, dass Landsberg mit 3:0 hätte führen müssen. Wir haben zwar mit vielen jungen Spielern auf dem Platz gestanden und gute Moral gezeigt, aber insgesamt war es ein sehr, sehr schmeichelhafter Sieg.“

Das Kompliment hören die Verantwortlichen des TSV sicher gerne.

Schwabl: „Wir haben gestern in Dachau gespielt, die ja auch in der Bayernliga sind, und 4:0 gewonnen. Und ich muss sagen, das war hier heute schon eine andere Hausnummer. Da gelten auch unsere jungen Spieler nicht als Ausrede. Die Atmosphäre hier war wirklich toll und zwei bodenständige Vereine trafen aufeinander. Aber ich muss wirklich so fair sein und sagen, dass das Momentum auf der Landsberger Seite war.

Man darf einfach nicht immer die eigene Vereinsbrille aufhaben. Es gab heute eigentlich zwei Sieger.“

Herr Schwabl, wir bedanken und für das Gespräch und wünschen für die Saison alles Gute.

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