Am Ende seiner Kräfte, aber...

Konrad Vogl läuft 24 Stunden im Park und gewinnt DM-Silber

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Er läuft und läuft und läuft – 24 Stunden lang bei der deutschen Meisterschaft in Botropp und hält am Ende die Silbermedaille in der Hand: Konrad Vogl aus Reichling.

Reichling – Eine Premiere hat die deutsche Meisterschaft im 24-Stunden-Lauf erlebt: Zum ersten Mal wurde sie nicht nur von der DUV (Deutsche Ultramarathon Vereinigung), sondern auch unter Obhut des DLV (Deutscher Leichtathletik Verband) ausgeführt. Konrad Vogl war das weniger wichtig, er konzentrierte sich auf seine sportliche Leistung. Und die konnte sich sehen lassen: Der Reichlinger lief mit dem Team zur Vizemeisterschaft in seiner Altersklasse.

Insgesamt 150 Läufer gingen in Botropp für ihre Vereine an den Start. Der Rundkurs im Bratenbrockpark hatte amtlich vermessene 1,285 Kilometer. Nach einem ausführlichen Briefing erfolgte pünktlich um 11 Uhr der Startschuss. Konrad Vogl fand sehr gut in ein kontinuierliches Lauftempo. Die Temperarturen von über 30 Grad am Nachmittag forderten von den Läufern jedoch bereits einiges ab.

Auch für den Reichlinger ging es hier bereits an die ersten Kräftereserven. „Für mich begannen nach sechs Stunden bereits die ersten leichteren Probleme“, gestand er. Nur eine Woche nach seinem 100 Meilen-Lauf (162 km) Lauf in Berlin (der KREISBOTE berichtete), habe er doch einen „erheb­lichen Kräfteverschleiß“ bemerkt. Die FolgE. Gegen 22 Uhr legte Vogl bereits eine größere Pause ein; um die Temperatur in seinem Körper zu senken. Es ging nicht anders. Und war auch gut so, denn zu diesem Zeitpunkt waren bereits einige Teilnehmer aus dem Lauf ausgestiegen. Vogl hingegen schöpfte neue Kraft.

In der Nacht lief es etwas besser, und Konrad Vogl konnte kontinuierlich Kilometer ansammeln, allerdings immer wieder von (Zwangs-)Pausen unterbrochen. „Eigentlich wollte ich während dieses Zeitraumes mindestens zehn Mal aus dem Rennen aussteigen“, berichtet er, „teilweise habe ich gar nicht mehr wahrgenommen, wer neben, vor oder hinter mir läuft.“ Normalerweise führe man auch kleine Gespräche mit anderen Läufer, um sich wach zu halten, „doch dazu war ich nicht mehr in der Lage – es war einfach nur noch ein Willenskampf.“

Nach rund 19 Stunden wurde das Rennen für den Reichlinger wieder schneller. Er hatte sich bereits auf Rang 5 in seiner Altersklasse sowie im Gesamtrang in die ersten 30 Plätze geschoben. „Die Betreuer haben mich einfach nicht aus dem Rennen gelassen, immer wenn ich aufhören wollte, haben sie darauf gar nicht reagiert“, erzählt Vogl.

Nachdem sich der körperliche Zustand wieder etwas stabilisiert hatte, spulte der Ultraläufer aus dem Lechrain wieder reichlich Runden ab, was im nach Ablauf der 24 Stunden exakt 169,19 Kilometer einbrachte. In der Endabrechnung bedeutete das Platz 5 in der Altersklasse sowie Gesamtrang 22. „Ich bin ja einiges gewöhnt, aber so einen Lauf habe ich noch nie erlebt; das war nur noch purer Wille. Ohne meine Betreuer hätte ich das nicht geschafft.“

Trotz aller Probleme gab esa auch noch Edelmetall bei der Deutschen. Mit der Mannschaft gewann Konrad Vogl die Silbermedaille. „Ich freue mich wahnsinnig über unseren 2. Platz und die erste DLV-Medaille in der neuen 24 Stunden-DM“, jubelte der Reichlinger nach dem Rennen.

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