TSV Schwaben Augsburg gegen TSV Landsberg

Die zwei Gesichter der Lechstädter

Torschütze gegen Augsburg Kazuki Date
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Ein Einstand nach Maß für den Neuzugang vom TSV 1860 München II. Kazuki Date schießt nach 56 Minuten den Anschlusstreffer gegen Augsburg.
  • Dietrich Limper
    VonDietrich Limper
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Augsburg/Landsberg - Einen Kraftakt benötigte der TSV 1882 Landsberg beim Auswärtsspiel gegen den TSV Schwaben Augsburg, um einen 0:2 Rückstand nach der Pause noch zu drehen. Die 300 Zuschauer im Ernst-Lehner-Stadion erlebten zwei völlig verschiedene Halbzeiten und eine am Ende gerechte Punkteteilung. Damit bleibt der TSV in der Bayernliga Süd nach dem zweiten Spieltag noch ohne einen Dreier, aber auch ohne Niederlage.

Das Schicksal war den Lechstädtern nicht wohl gesonnen, denn sie mussten sich mit Personalsorgen herumschlagen: Witetschek gesperrt, Detmar im Urlaub, Nikolic mit Zerrung, Hoffmann mit Gehirnerschütterung und Holdenrieder laborierte an einer Grippe. Zu allem Unglück geriet Luca Wollens auf der B17 in einen unverschuldeten Unfall, blieb zum Glück unverletzt, war aber zum Anpfiff nicht im Stadion. Charly Fülla rückte auf die für ihn eher ungewohnte Position des rechten Verteidigers, vor ihm stürmte Plator Doqaj. Drei gute Nachrichten federten die Hiobsbotschaften ein wenig ab: Steffen Krautschneider hatte seine Bänderverletzung auskuriert und konnte spielen. Neuzugang Kazuki Date vom TSV 1860 München II saß ebenso auf der Bank wie Gottfried Agbavon. Für letzteren war die Ablösesumme an Garching überwiesen worden, so dass er kurzfristig die Freigabe erhielt.

Die Startelf: Hollenzer - Fülla, Schmelzer, Anzenhofer, Lutz - Gutia, Hutterer - Doqaj, Salemovic, Krautschneider - Mulas. „Die Ausfälle dürfen allerdings keine Entschuldigung für unsere Leistung in der ersten Halbzeit sein. Wir können froh sein, dass wir nur mit zwei Gegentreffern in die Kabine gegangen sind“, beschrieb Coach Muriz Salemovic die Vorstellung seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten. Kevin Gutia vergab nach sieben Minuten eine gute Gelegenheit, Alessandro Mulas verstolperte wenig später den Ball im Strafraum. Und das war’s dann auch. Der TSV Landsberg kam vor dem Seitenwechsel zu keiner einzigen Torchance mehr und ließ sich vom Gegner mit einfachen Mitteln in Schach halten.

Zu allem Unglück sah Charly Fülla schon früh eine Gelbe Karte. Ein Umstand, der ihm die ungeliebte Arbeit in der Defensive nicht erleichterte. Abkochen ließ sich allerdings David Anzenhofer vor dem 0:1: Eine Körpertäuschung reichte aus, Julian Kania entwischte ihm und schoss die Kugel zum 1:0 für die Schwaben ins lange Eck. Auch Plator Doqaj kassierte Gelb, was die rechte Abwehrseite zu einem Hochrisikogebiet machte. Und das nutzten die Hausherren in der 38. Minute gnadenlos aus, spielten einen formidablen Doppelpass und Bastian Kurz vollendete formschön mit einem harten Schuss unter die Latte. Es stand völlig verdient 2:0 für den TSV Schwaben Augsburg und die Gäste schwammen weiter, wie Salemovic berichtete: „Ich wollte nur noch, dass wir uns irgendwie in die Kabine retten, damit wir umstellen konnten.“ Wenigstens das gelang und der schwache Trost war, dass es nur noch besser werden konnte. „Enttäuschend. Mehr möchte ich dazu nicht sagen“, fasste der sportliche Leiter Jürgen Meissner die Geschehnisse in den ersten 45 Minuten zusammen.

Nachdem Luca Wollens sein unfreiwilliges Abenteuer auf der B17 überstanden hatte, erlöste er Charly Fülla auf der rechten Abwehrseite und Kazuki Date ersetzte Doqai. Doch es waren die Hausherren, die direkt nach der Pause für die erste Schrecksekunde sorgten, aber Maximilian Heiß verzog aus spitzem Winkel. Dann schlug die Stunde des quirligen Japaners Kazuki Date: Nach 56 Minuten setzte sich die 23-jährige Neuverpflichtung am Strafraum gegen drei Gegenspieler durch und ließ Schwaben-Keeper Reil keine Chance. Der Anschlusstreffer war gefallen, die Aufholjagd hatte begonnen. „Es war wichtig für mich, dass ich direkt ein gutes Spiel mache, aber eigentlich hätte ich gerne gewonnen. Aber gegen diesen schweren Gegner war der Punkt ok“, sagte der Torschütze nach dem Abpfiff.

Die Partie wurde zunehmend emotionaler, insgesamt gab es zehn Gelbe Karten und einige durchaus rüde Fouls. Die Schwaben versuchten, die Uhr zu ihren Gunsten herunterlaufen zu lassen und auch die Balljungen wurden angewiesen, mit den Spielgeräten hinter der Werbebande zu verschwinden. Es nützte nichts, denn auch der zweite Einwechselspieler traf. Steffen Krautschneider, dem seine überstandene Verletzung noch anzumerken war, trat einen Freistoß lang und hoch Richtung zweiten Pfosten, wo Luca Wollens goldrichtig stand und das Leder über die Linie drückte. 87. Minute, 2:2 - Ausgleichstreffer und der Schiedsrichter bestrafte das zögerliche Agieren der Augsburger, indem er fünf Minuten Nachspielzeit anhängte. Dass schließlich kein Treffer mehr fiel, war durchaus gerecht, denn der TSV Landsberg hatte die erste Halbzeit schlichtweg verpennt. Das sah Abteilungsleiter Sebastian Gilg nicht anders: „Der erste Spielabschnitt war ganz schlecht und kein gutes Spiel von uns. Aber auf der zweiten Halbzeit können wir aufbauen, denn da hat wenigstens der Einsatz und die Moral gestimmt.“

Und auch Jürgen Meissner konnte der Partie dann doch noch etwas positives abgewinnen: „Mit dem Neuzugang war ich sehr zufrieden. Das 2:2 geht in Ordnung und am Samstag ist das nächste Spiel.“ Und zwar bereits um 13.00 Uhr im heimischen Stadion gegen den FC Ismaning. Unterhaltung ist garantiert, denn eines sind die Spiele des TSV Landsberg derzeit nicht: langweilig.

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