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»Alle Erwartungen übertroffen«

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Gemeinsam mit MotoGP-Weltmeister Marc Marquez auf dem Siegerpodest: Für Marcel Schrötter (rechts) ein „unvergesslicher Augenblick“. © Schrötter

Pflugdorf – Trotz hochkarätiger Beteiligung ist Marcel Schrötter beim Dirttrack-Rennen in Barcelona ein großes Kunststück gelungen: Im vierten Anlauf schaffte er den Sprung aufs Podium, was ihm zuvor kaum jemand zugetraut hatte. „Ein grandioses Gefühl“ für Schrötter, unmittelbar hinter Dreifach-Weltmeister Marc Marquez und Toni Elias den Bronzeplatz auf dem Siegertreppchen einzunehmen.

Vor wenigen Wochen hatte Marcel Schrötter gegenüber dem KREISBOTEN noch angekündigt, nach seinem Rennstallwechsel „endlich um Podiumsplätze mitfahren zu wollen“. Wie es sich auf dem Podest anfühlt, durfte er nun beim Dirttrack-Rennen in Barcelona erleben – und das überraschend, wie der 23-Jährige weiß: „Ich habe damit alle Erwartungen übertroffen.“

Viel Motorradprominenz

Dabei ist das Superprestigio Dirttrack-Rennen am Montjuich in Barcelona für Schrötter nichts Neues. Bereits zum vierten Mal folgte er der Einladung der Organisatoren. Dieses Mal ging Schrötter allerdings bedeutend besser vorbereitet in die Veranstaltung, die mit zehn Weltmeistern verschiedenster Disziplinen des Motorradrennsports sehr hochkarätig besetzt war. Der wohl klangvollste Name auf der Teilnehmerliste war der des dreifachen MotoGP-Weltmeisters Marc Marquez.

Schon in den Trainings und Qualifyings beeindruckte Schrötter mit sehr starken Rundenzeiten. In seiner Qualifying-Gruppe erzielte er die viertschnellste Zeit und legte später mit einem fulminanten Auftakt in den Vorläufen den Grundstein für seinen Erfolg: Ein Laufsieg und ein zweiter Rang bedeuteten die direkte Qualifikation für die Finalläufe. Ausschlaggebend für seine gute Performance waren die Reaktion am Start sowie das richtige Gefühl für die Beschleunigung bis zur ersten Kurve.

Das Finale wurde in vier Läufen ausgetragen. Dabei musste Schrötter zunächst feststellen, dass das Niveau im Vergleich zu den Vorläufen nochmal deutlich gesteigert wurde. Deshalb habe er die ersten beiden Finalläufe noch als Vierter und Fünfter beendet, so der Motorradfahrer aus Pflugdorf. Um in den verbleibenden beiden Läufen doch noch den Sprung aufs Podium zu schaffen, hatte er jedoch noch einen Pfeil in seinem Köcher, wie er erzählt: „Wir haben eine weichere Einstellung des Federbeins probiert. Mit jedem Finallauf sind wir eine Stufe weicher gegangen. Und diese Maßnahme ist schließlich voll aufgegangen, wie der 2. Rang im dritten Rennen zeigt.“ Nach der guten Platzierung rangierte Schrötter im Zwischenranking auf Platz 4 – die Spitze also in Aussicht. „Deshalb habe ich mich sehr auf den vierten und letzten Final­lauf konzentriert, wo wir auch nochmal eine Änderung am Federbein vorgenommen haben.“ Im entscheidenden Durchgang legte der 23-Jährige einen Blitzstart hin und fuhr sämtlichen Verfolgern davon. „Ich hätte den Lauf wahrscheinlich locker vor Weltmeister Marquez und den anderen fertig fahren können“, erzählt der Fahrer weiter. Doch plötzlich der Schock: In Führung liegend, erfuhr Schrötter, dass das Rennen wegen zu vieler Stürze abgebrochen wurde – der sicher geglaubte Po­diumsplatz war damit wieder in Gefahr.

Schrötter findet Antwort

Der Pflugdorfer ließ sich jedoch nicht beirren und bestätigte auch im Wiederholungslauf seine starke Form. Zwar fuhr diesmal Toni Elias mit Schrötter an der Spitze, doch war das Verfolgerfeld bereits ein wenig abgeschlagen – insbesondere der Gesamt-Drittplatzierte Xavier Simeon, den Schrötter mit einem zweiten Platz im letzten Lauf im Gesamtklassement überholen würde. Deshalb bewies Schrötter Cleverness und fuhr das Rennen taktisch zu Ende, um kurz darauf das Podium zu besteigen. „Zum Jahresende auf dem Treppchen zu stehen, ist hoffentlich ein gutes Omen für die nächste Saison. Mit Marc Marquez zur Siegerehrung aufgerufen zu werden, war auf jeden Fall ein unbeschreibliches Gefühl. Diesen Augenblick werde ich bestimmt niemals vergessen.“

Welchen Stellwert das Rennen jenseits der MotoGP-Weltmeisterschaft hatte, beweisen auch die Fernsehübertragungen: TV-Stationen in mehr als 60 Ländern berichteten von der vierten Auflage des Dirttrack-Rennens in Barcelona.

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