Einsatz, Kampf und Gewaltschüsse

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Geretsrieds Florian Lechner (links) scheitert an Landsbergs Goalie Paul Kienle – der Juniorentorhüter bewies sich als Ersatz von Michael Falkenberger sowohl gegen Geretsried als auch gegen Holzkirchen.

Landsberg – Respektable drei Punkte sammelte der HC Landsberg am Wochenende ein – dass man einen deutlichen 7:2-Auswärtssieg in Geretsried landen würde und sich zuhause gegen Holzkirchen mit einem 2:2-Unentschieden begnügen musste, hatten aber wohl die wenigsten erwartet.

Durch die überraschende 5:6-Pleite von Bad Wörishofen gegen Inzell rückten die Riverkings in der Tabelle der Eishockey-Landesliga Süd/West damit auf Platz drei vor. Ein Gewinner auf Landsberger Seite ist nach den beiden Spieltagen Paul Kienle. Der Junioren-Torhüter stand zweimal anstelle von Michael Falkenberger (hatte im Training einen Schuss ans Knie bekommen) zwischen den Pfosten und machte seine Sache ausgezeichnet. Gegen Holzkirchen hielt er seine Vorderleute in den schwächeren Phasen der Begegnung im Spiel, in Geretsried entnervte er gar die gegnerischen Angreifer.

Drei Punkte gesichert

Dort hatten die Landsberger zwar gut begonnen und zu Beginn die besseren Chancen. Dann wurde Geretsried stärker und es passierte, was in dieser Saison fast die Regel ist: Der HCL geriet in Rückstand – zum zehnten Mal in zwölf Punktspielen der bisherigen Saison. Diesmal war es Michael Stowasser, der für Geretsried traf (14.). Ebenso regelmäßig schlagen die Riverkings allerdings zurück und dabei wird es immer wieder einmal spektakulär. 44 Sekunden nach dem Gegentreffer glich Lukats zum 1:1 aus, in der 19. Minute schafften es Geuß und Hess binnen zehn Sekunden, daraus ein 3:1 für den HCL zu machen.

Es ging bunt weiter: Als die Schiedsrichter im zweiten Drittel dafür sorgten, dass Landsberg sechs Minuten lang in Unterzahl spielen musste, überstand man das zwar noch, doch als man wieder komplett war, kamen die Gastgeber auf 2:3 heran und machten danach wieder deutlich mehr Druck. Das ließ die beiden Kerbers im HCL-Dress aber kalt. In erneuter Unterzahl bediente Stefan Kerber Dominic Kerber, der stellte auf 2:4 und eine Sekunde vor der zweiten Sirene machte erneut Michael Hess bei doppelter Überzahl daraus ein 2:5.

Damit war die Partie aber lange noch nicht entschieden. Geretsried konnte fünf Feldspieler mehr als der HCL aufbieten und machte im Schlussabschnitt noch einmal richtig Druck, während man den Riverkings anmerkte, dass das Spiel am Freitag gegen Holzkirchen viel Kraft gekostet hatte. Doch was immer die Gastgeber versuchten, sie fanden in Torhüter Klein ihren Meister. Stattdessen konterten Klemm und Lukats noch zweimal mustergültig (42./59.) und machten den deutlichen Erfolg klar.

Dass es zwei Tage zuvor gegen Holzkirchen nur zu einem Remis reichte, war Goalie Klein ebenfalls nicht anzulasten. Das erste Tor der Gäste fiel durch einen Nachschuss im Powerplay (11.), das zweite, als ein Schlagschuss von Köck von Kleins Oberschenkel abprallte und niemand die Scheibe rechtzeitig vom Tor wegbefördern konnte (48.).

Zu einem Punkt für die Riverkings reichte es nur dank viel Einsatz, Kampf und letztlich zweier Gewaltschüsse. Den ersten brachte Michael Hess in doppelter Überzahl im Gehäuse unter (13.), den zweiten Christian Geuß von der blauen Linie (54.). An diesem Abend wurde allerdings auch deutlich, wie man zu den acht Minuspunkten gekommen ist, die man bislang in der aktuellen Saison kassiert hat.

Obwohl man mit Leidenschaft auftrat, machte man es dem Gegner immer wieder zu einfach. Nicht nur, dass man wieder einmal die Anfangsphase verschlief, die mit rustikal-simplem Eishockey auftretenden Gäste verschafften sich mit der Entschlossenheit Vorteile, die den Riverkings teilweise fehlte. Vor allem im zweiten Drittel überließ man Holzkirchen die neutrale Zone mehrmals kampflos, der ESC nutzte das und nahm Klein mit Schüssen von der blauen Linie unter Beschuss – der HCL verzettelte sich in dieser Phase dagegen ein ums andere Mal im Aufbauspiel und suchte sein Heil erneut in Schlenzern.

Bitter war an diesem Abend, dass man das 1:2 im Schlussabschnitt kassierte, als man viel Aufwand betrieb, taktisch geschickter und zielstrebiger agierte und den Gegner in den Griff bekommen hatte. Dank Geuß´ Treffer reichte es dann immerhin noch zu einem Punkt.

Obwohl die Riverkings am kommenden Wochenende kein Heimspiel bestreiten, hofft man in der Tabelle weiteren Boden auf das Führungsduo aus Pfronten und Schongau gutzumachen. Am Freitag geht es nach Oberstdorf (Spielbeginn 20 Uhr), dort dürfte erfahrungsgemäß zwar kein spielerischer Leckerbissen auf der Eishockey-Speisekarte stehen; dennoch will man zwei Punkte aus dem Allgäu entführen. Stürmer Markus Rohde, der am vergangenen Wochenende nicht zur Verfügung stand, sollte dann wieder mit von der Partie sein. Ob Verteidiger Alex Wedl bis dahin wieder ins Team zurückkehrt, war bei Redaktionsschluss dagegen noch unklar.  Christoph Kruse

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