Trotz Scharlach

Eisstock-EM: Dreimal Edelmetall für Stefan Gießer vom FC Penzing

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Eisstockschütze Stefan Gießer vom FC Penzing mit Gold auf dem Stockerl.

Penzing/Regen – Erst das Eishockey, dann der Fußball und jetzt auch das Eisstockschießen: Sämtliche Sportarten werden vom sich ausbreitenden Coronavirus beeinflusst. So gewann das Herrennationalteam der Eisstockschützen WM-Silber und -Bronze vor leeren Rängen.

Die Welt- und Europameisterschaft in Regen sollte außergewöhnlich werden. Aber nur die Junioren-EM konnte dem noch gerecht werden. „Es war unfassbar“, erzählt U16-Trainer Matthias Peischer. „Es waren 1.000 Zuschauer da und für die Herren-WM wurde eigentlich mit dem doppelten Aufkommen gerechnet.“ Doch das Coronavirus sorgte dafür, dass daraus Geisterspiele wurden. „Es waren nur noch die 150 Helfer und die spielenden Teams in der Halle.“ Die Herren-WM fand, aufgrund der staatlichen Corona-Empfehlungen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. „Wir haben viel Kurioses erlebt, aber so etwas gab es auch bei den Eisstockschützen noch nie.“

Am Ende erspielten sich die deutschen Herren ‚nur‘ die Silbermedaille im Teamzielschießen und Bronze in der Mannschaftsdisziplin. Laut Peischer sei man den Erwartungen leider nicht gerecht geworden. Aufgrund von Verletzungen und kleineren Krankheiten reichte es für die deutsche Mannschaft im Finale nur für den zweiten Platz. „Durch die Krankheitsfälle war jeder mit sich beschäftigt und so kann man natürlich nicht gewinnen“, erklärt Peischer. Florian Lechle, der zu Beginn trotz seiner Handverletzung spielte, hatte zwar eine starke Vorrunde, musste aber in den Finalspielen aufgrund von wiederkommenden Schmerzen in der Hand aussetzen.

Auch abseits des Spielfeldes sorgte das Coronavirus für negative Bedingungen. „Wir wussten teilweise nicht, was Sache ist“, berichtet Peischer. So seien einige Teams bereits früher abgereist. Einige Länderteams müssen hingegen aufgrund des Virus für einen Monat in Deutschland bleiben. Laut Peischer „eine seltsame Weltmeisterschaft.“

Gold für Gießer

Deutlich besser lief es eine Woche zuvor für Stefan Gießer. Bei der Junioren-Europameisterschaft sorgte der 14-Jährige für ein Novum. Er schnappte sich bei der U16-Einzeldisziplin die Goldmedaille.

„Das gab es noch nie, dass ein Penzinger Eisstockschütze Einzelgold gewinnt“, jubelt Peischer. Doch auch mit der Mannschaft sicherte Gießer sich Gold. Lediglich im Teamzielschießen reichte es nur für die Silbermedaille. „Die dreifache Goldmedaille ist jetzt das neue Teamziel“, erklärt Peischer.

Im Gegensatz zur Herren-WM fand die Junioren-EM noch vor Zuschauern statt. Doch das Lampenfieber bereitete Gießer keine Probleme. Aber im Turnierverlauf erkrankte er an Scharlach. „Wir wurden geächtet“, erzählt Peischer. „Stefan durfte seine Schüsse machen und dann mussten wir die Halle verlassen.“ Da man nicht gewusst habe, was Gießer genau hat, seien Stefan und er wegen einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus als Risikopatienten eingestuft wurden.

Der U16-Trainer ist stolz auf seinen Schützling. Bei seiner ersten EM habe er trotz Krankheit mit 338 Punkten das beste Ergebnis seiner jungen Karriere erzielt. Peischer ist sich jedoch sicher, dass Gießer trotz seiner Goldmedaillen bodenständig bleibt. „Es war ihm so peinlich, wie schlecht er beim Teamzielschießen war, dass er mehrmals nachfragte, ob seine Leistung wirklich live gezeigt wurde.“

Eine weitere Eigenschaft, die Peischer besonders begeistert, sei Stefans Konzentration. „Vor dem Wettkampf macht er sich fast schon zu viele Gedanken, aber sobald es losgeht, ist er voll fokussiert.“
Matthias Gschwind

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