Der David Beckham des Eisstocksports

Eisstocksport: Der Penzinger Matthias Peischer wird in China gefeiert

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Der Penzinger Matthias Peischer gewann mit der deutschen Delegation den 1. China-Cup im Stockschießen.

Penzing – Die Penzinger Stockschützen haben schon eine Medaille nach der anderen geholt: dreimal Gold bei der EM, Silber bei der Deutschen Meisterschaft und Gold bei der Bundesliga – um nur ein paar zu nennen. Nun wollen die Chinesen, dass der Penzinger Matthias Peischer dabei hilft, das chinesische Team fit für die WM zu machen. Deshalb reiste er vor kurzem in das Reich der Mitte.

Mitte Oktober hieß es Koffer packen. Zusammen mit einer deutschen Delegation ging es für den Bundesligisten Peischer nach China. Für die Weltmeisterschaft, die 2020 in Deutschland stattfinden wird, soll das chinesische Team fit sein. Peischer hat als Nationaltrainer beim Nachwuchs die besten Voraussetzungen für den Job. Aber es gibt noch einen Grund für die Reise. Die Stockschützen wollen, dass ihr Sport olympisch wird. Deshalb möchten sie ihren Sport auch den rund 1,4 Milliarden Chinesen näher bringen. Peischer erzählt, dass er vom chinesischen Präsidenten des Stockschützen-Verbandes erfahren hat, dass dessen Ziel es sei, dass in 20 Jahren rund eine Million Chinesen Stockschießen. Peischer und die restliche deutsche Delegation sollten den Stein ins Rollen bringen. Eine Woche hatten sie dafür Zeit.

Bevor es ans Eingemachte ging, hieß es erstmal Sightseeing in Peking. Obwohl der anstrengende Flug den Stockschützen in den Knochen hing.

Doch viel Zeit blieb eh nicht. Peischer war schließlich nicht zum Spaß nach China gefahren. Die Arbeit rief. Deshalb ging es weiter von Peking in das rund 1.200 Kilometer entfernte Harbin. Hier wurden die Stockschützen gleich mal von einem Kamerateam empfangen. Dieses filmte die Sportler bei dem Besuch einer Kriegsgedenkstätte.

Auch die Eröffnungsfeier des 1. China-Cups wurde gefilmt – und live im Fernsehen übertragen. Peischer und seine Mitstreiter sollten dort zu Demonstrationszwecken gleich mal ihr Können unter Beweis stellen. Der 28-Jährige kam dabei so gut an, dass die chinesische Presse ihn regelrecht gefeiert hat. So manches Blatt hat ihn sogar als „David Beckham des Eisstocksports“ betitelt. Da muss man sich doch geschmeichelt fühlen, oder? „Ich konnte mich darüber sehr gut amüsieren und kann es realistisch einordnen, da ich persönlich keine Ähnlichkeit sehe. Aber gut, jetzt haben wir was zum Lachen.“

Peischer war in China für ein Vierer-Team verantwortlich – zusammen mit seinem Peitinger Kollegen Christian Lindner. Dabei stellte vor allem die Sprachbarriere ein Problem dar, da keiner der Spieler Englisch konnte. „Wir haben es aber mit Händen und Füßen irgendwie doch geschafft den Chinesen den Sport näher zu bringen.“ Zudem habe im Vorfeld eine Dolmetscherin geholfen, die Regeln zu vermitteln.

Beim abschließenden China-Cup traten dann 16 Mannschaften an – 14 aus den Reihen der Delegierten und zwei Chinesische Teams. Darunter auch das von Peischer. Doch leider hat es nur für den letzten Platz gereicht. Bei der erfahrenen Konkurrenz aber auch keine Schande. Grund zur Freude hatte der Penzinger dennoch. Er und die deutsche Delegation entschieden den Wettkampf für sich. Damit ging mal wieder eine Medaille nach Penzing.

Nachdem der 1. China-Cup erfolgreich zu Ende ging, machten sich Peischer und seine Mitstreiter wieder auf den Weg nach Hause. Der Penzinger nimmt jede Menge Eindrücke mit in seine Heimat. „Es war so ein wenig ein Ausflug in eine andere Welt, in welcher man zumindest für kurze Zeit ein kleiner Star ist.“
Stephanie Novy

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