Pech in der Nachspielzeit

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Wurde vom Gegner aus Erlbach am Abschluss gehindert: ­Philipp Siegwart.

Landsberg – Landsbergs Fußballer verlieren in der Bayernliga weiter an Boden. In einem kurzweiligen Spiel vor heimischer Kulisse ließ man lange die letzte Konsequenz vermissen und musste unmittelbar vor Abpfiff das entscheidende Gegentor zum 1:2 hinnehmen.

Sven Kresin war die Enttäuschung anzumerken: „Wir fühlen uns gerade furchtbar und haben einige Dinge aufzuarbeiten, das ist doch klar“, so der Trainer der an diesem Tag arg gebeutelten Landsberger Gastgeber. Nur wenige Minuten zuvor hatten die über die gesamte Spielzeit sichtbar unangenehm zu bespielenden Erlbacher, die als Tabellensechzehnter an den Lech gekommen waren, mit einer der letzten Aktionen der Partie das 1:2 erzielt und damit die volle Punktzahl eingefahren. Zähler, die die Mannschaft vom TSV gut hätte gebrauchen können.

Erste Niederlage vor heimischem Publikum

Dabei war die Heimelf durchaus gut aus den Startlöchern gekommen. Von Beginn weg entwickelte sich ein munteres Geschehen, bei dem beide Teams schnell zu aussichtsreichen Gelegenheiten kamen. Richtig Fahrt nahm das Spiel dann kurz vor Mitte des ersten Durchgangs auf. In der 21. Minute konnten die Landsberger das gut gestaffelte gegnerische Mittelfeld schnell überbrücken und zu zweit einen Angriff auf ebenso viele Erlbacher Abwehrspieler fahren, Philipp Siegwart wurde aber noch entscheidend am Abschluss gehindert. Kurz darauf dann die erste Großchance für die Gäste, doch nach einer Hereingabe von rechts verzog der umtriebige Christoph Popp zentral aus zehn Metern (25.). Schnell ging es auch fünf Zeigerumdrehungen später, als sich Landsbergs Sebastian Nuscheler gekonnt Platz verschaffte. Sein Zuspiel fand Charly Fülla, der am rechten Strafraumwinkel regelwidrig gelegt wurde. Schiedsrichter Pantelis Gitopoulos entschied sofort auf Elfmeter.

Bisher nicht unbedingt die Paradedisziplin der Hausherren, doch Muriz Salemovic blieb cool und verlud flach Erlbachs Schlussmann Klaus Malec, der unterwegs in die falsche, rechte Ecke war (30.). Eine Führung, die Sicherheit geben und die Gäste aus der Reserve locken hätte können, wenn sie nur etwas länger Bestand gehabt hätte. Fast vom Anstoß weg brachten die Aufsteiger den Ball in den heimischen Strafraum, wo gleich mehrere Akteure nur halbherzig Gegenwehr leisteten und zusahen, wie Christoph Jäger den postwendenden Ausgleich markierte (31.). Der Startschuss für eine Drangperiode, in der sich die Hausherren nur mühsam ihrer Haut erwehren konnten. Immer wieder musste Torhüter Tobias Heiland zupacken, um Unachtsamkeiten seiner Vorderleute auszubügeln.

Kurz vor dem Pausenpfiff hätte auch er aber vermutlich schlechte Karten gehabt, doch Innenverteidiger Julian Birkner, der kurz zuvor mit einem überharten Einsteigen nur knapp an der roten Karte vorbeige­schrammt war, rettete in höchster Not. Nachdem beide Teams aus den Kabinen zurückgekehrt waren, sahen die 390 Zuschauer einen anderen TSV. Man störte nun deutlich früher und war bei eigenem Ballbesitz vermehrt um Kontrolle bemüht. Aus dieser augenscheinlichen Dominanz ergaben sich immer wieder Abschlusschancen, doch Erlbach blieb mit seinen quirligen Angreifern bei Kontern brandgefährlich. Die erste große Chance zur erneuten Führung bot sich für Landsberg in der 57. Minute, Stefan Strohhofer bugsierte die Kugel nach einer Flanke von Sebastian Gilg, der auf die rechte Seite zurückgekehrt war, aber über den Querbalken. Im Gegenzug verpuffte auch eine hundertprozentige Gelegenheit der Gäste, erneut hatte Heiland gegen Johannes Maier pariert (57.).

In den Folgeminuten kam es immer wieder zu diesem Duell, jeweils noch mit dem besseren Ende für den in violett gekleideten Schlussmann vom Lech. Insgesamt änderte sich jedoch nichts am nunmehr gewohnten Bild: Landsberg ließ den Ball zirkulieren, fand aber kaum den Weg in den Erlbacher Strafraum, der mit Mann und Maus verteidigt wurde. „Bei acht Gegnern in der Box ist es natürlich schwierig, Abschlüsse zu kreieren“, so Kresin, „dennoch müssen wir bei den Nadelstichen auf jeden Fall besser verteidigen“. Denn die aussichtsreicheren Chancen hatten tatsächlich die Gäste, die mit hohem Tempo nach Seitenverlagerungen immer wieder ihre Bewacher vor Probleme stellten. Die Schlussviertelstunde kündigte sich dann mit der, im Nachhinein betrachtet, letzten dicken Möglichkeit zur Landsberger Führung an. Muriz Salemovic entdeckte nach schöner Einzel­aktion den einschussbereiten Philipp Siegwart, dessen Versuch aus zentraler Position aber geblockt wurde. Der Ball fiel Stefan Strohhofer vor die Füße, nur ein akrobatischer Karatesprung eines Gegners auf der Torlinie hinderte das Spielgerät daran, im Kreuzeck einzuschlagen (74.).

Fortan rückte am anderen Ende des Spielfelds wieder Heiland vermehrt in den Fokus. Statt Maier hießen die Widersacher nun erneut Popp und Leitmeier und der TSV-Keeper hätte nach einigen starken Aktionen (77.,80.,83.) wohl auch als Punktgarant vom Platz gehen können, wäre da nicht die unglückselige Nachspielzeit gewesen. Nach einem Freistoß brachte Erlbach einen hohen Ball scharf an die Kante des Fünfmeterraums. Aus einem kurzem Gestocher heraus, in dem keiner der Beteiligten das Spielgerät unter Kontrolle bringen konnte, drückte Gästeverteidiger Harald Bonimaier die Kugel entscheidend über die Linie. Kurz danach war Schluss und die enttäuschende Heimniederlage besiegelt.

Am kommenden Samstag ist mit dem FC Pipinsried erneut eine Mannschaft aus dem hinteren Mittelfeld der Tabelle zum dritten Heimspiel am Stück im Hacker-Pschorr-Sportpark zu Gast. Die letzte Gelegenheit für das Landsberger Publikum, sein Team in diesem Kalenderjahr zuhause zu unterstützen. Anstoß ist wieder um 14 Uhr.

Rasso Schorer

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