Charaktertest bestanden

TSV Landsberg  mit 1:3-Auswärtssieg in die Winterpause

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TSV-Kapitän Philipp Siegwart (vorne rechts) war gegen Vilzing (gelb) einer der Schlüsselspieler. Den ersten Treffer erzielte er selbst, den zweiten legte er vor.

Landsberg – Schnüren Landsbergs Bayernliga-Fußballer einen Doppelpack, gewinnen sie ihre Spiele auch. Besonders wichtig war das am vergangenen Samstag in Vilzing, wo Dominik Schön und ­Manuel Detmar ihr Team auf die Siegerstraße brachten. Dank des 1:3-Erfolgs verabschiedet sich der TSV nicht nur mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause; die Schützlinge von Trainer Guido Kandziora haben nach dem kollektiven Totalausfall in der Vorwoche gegen Holzkirchen auch bewiesen, dass sie nach wie vor für Überraschungen gut sind.

Nach einer guten Stunde ging alles ganz schnell. Zuerst schloss Detmar einen flotten Konter aus spitzem Winkel erfolgreich zum 1:2 ab (63.), dann traf ­Dominik Schön mit seinem schwachen rechten Fuß aus gut 20 Metern (64.). Binnen einer Minute hatte der TSV Landsberg die Weichen auf Sieg gestellt. „Der Kopf“, erklärt Trainer Kandziora, „spielt für die Technik eine wichtige Rolle.“ Hatten seine Spieler in der Vorwoche noch selbst einfache Bälle verstolpert, gelang auf dem Vilzinger Kunstrasen nun deutlich mehr – wie die zwei durchaus anspruchsvollen Tore beweisen.

Dafür, dass das so wichtige Selbstbewusstsein wieder passte, hatte die TSV-Elf maßgeblich selbst gesorgt. Mit großem Engagement und dem von ihrem Coach immer wieder eingeforderten Maß Aggressivität machten sich die Landsberger vom Anpfiff weg ans Werk. „Wir haben nach der Holzkirchen-Niederlage Klartext geredet, mit Freude trainiert und unsere Tugenden wieder geweckt“, erklärt Kandziora die Herangehensweise nach der 0:4-Klatsche aus der Vorwoche.

Druck standgehalten

So kamen die Landsberger zwar früh zu aussichtsreichen Großchancen, den ersten Treffer zur schmeichelhaften Führung markierten aber die Gastgeber. Eine Kopfballverlängerung nach einer Ecke nickte Marius ­Dimmelmeier am langen Pfosten ein. „Da war ich richtig sauer“, grummelt Kandziora, der seine Mannschaft trotz Feldvorteilen ins Hintertreffen geraten sah. Zum aufgrund des erneuten Rückschlags zu befürchtenden Kollaps kam es zwar nicht, das magere 1:0 nahmen seine Schützlinge aber mit in die Pause. Auch, weil weder Philipp ­Siegwart (37.), noch Sebastian Bonfert (39.) und Schön (40./43.) vielversprechende Gelegenheiten im Tor von DJK-Schlussmann Ladislav Caba unterbrachten.

In der Kabine habe er erneut klare Worte bemüht, berichtet Kandziora. „Es ging darum, nochmal über die eigenen Grenzen zu gehen.“ Und die Darbietung nach Wiederanpfiff passte. Der TSV, bei dem der eingewechselte Felix Mailänder für weiteren Schwung sorgte, knüpfte an seinen engagierten ersten Durchgang an. Erst drei Minuten lang waren beide Teams wieder auf dem Rasen, da schepperte es. Philipp Siegwart hatte wuchtig abgezogen, sein Flachschuss aus 25 Metern schlug zum 1:1 ein (48.).

Nachdem Detmar und Schön nachlegten, kam Vilzing zwar weiter zu Chancen, der Landsberger Sieg geriet aber nicht mehr in Gefahr. Wie schon in den Hinrunden-Duellen mit Kornburg, Hankofen-Hailing und Rain, gegen die ebenfalls ein Doppelschlag gelungen war, ging der TSV als Sieger vom Platz. „Wir haben den Gegner klein gehalten“, lobt ­Kandziora. Mittels „Drecksack-Tugenden“, so der Coach, habe man die Oberhand behalten. Landsberg saß die letzte halbe Stunde so fest im Sattel, wie eine Horde Apachen auf dem Kriegspfad. „Wir waren verbal dabei, haben clever gespielt.“

Dass seine Mannschaft ihre letzte Gelegenheit nach dem Holzkirchen-Debakel nutzte, um das Kalenderjahr mit einem Sieg abzuschließen – die für vorigen Mittwoch angesetzte Nachholpartie gegen Neumarkt musste witterungsbedingt abgesagt werden – findet der 49-Jährige „total geil“. „Das ist der ­Neustart, den wir gebraucht haben“, ist er für die 2018 anstehenden Aufgaben zuversichtlich. Durch den jüngsten Erfolg hat der TSV die direkten Abstiegsränge wieder verlassen, auch Platz 13 und damit das vor der Relegation rettende Ufer ist noch in Sichtweite.

Vier Wochen Pause gönnt Kandziora seinem Team nun. „Zeit, die Akkus aufzuladen“, erklärt der Coach, ehe er die Fitness seiner Spieler mittels individueller Programme auf Vordermann bringen will. Ob und welche neuen Gesichter dann mit dabei sind, ist derweil noch offen. Auch die Namen derer, von denen der TSV sich trennen wird, hält Kandziora unter Verschluss. Erstmals wieder in großer Runde auf dem Rasen steht die Mannschaft am 20. Januar, dann ist gemeinsamer Trainingsstart.

Rasso Schorer

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