Große Ziele

Schrötter will "aufs Podium"

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Marcel Schrötter hat für die nächstjährige Moto2-WM große Ziele im Visier. Auf einem neuen Motorrad möchte er in der Weltspitze mitfahren.

Pflugdorf – Den Wechsel aus der spanischen Metropole Valencia zum Memminger Rennstall Dynavolt Intact GP hat der Pflugdorfer Motorradfahrer Marcel Schrötter hinter sich. Bei seinem neuen Arbeitgeber standen nun erste Tests an, bei denen sich der 23-Jährige auf sein neues Umfeld einstimmte. Für die kommende Saison hat er sich bereits ambitionierte Ziele gesetzt.

„Ich freue mich gewaltig auf diese neue Herausforderung und hoffe, dass wir gemeinsam den endgültigen Durchbruch schaffen werden“, verkündete Marcel Schrötter schon im August, als sein Wechsel zu Dynavolt Intact GP publik wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Pflugdorfer, seinerzeit noch beim spanischen AGR-Team unter Vertrag, gerade beim Tschechien Grand Prix in Brünn den 5. Platz eingefahren, sein bis dato bestes Rennergebnis in der Moto2-Weltmeisterschaft.

Die Entscheidung, Schrötter verpflichten zu wollen, sei aber schon früher getroffen worden, erklärt Jürgen Lingg, Teammanager von Intact GP. „Schon letztes Jahr war Marcel einer unserer Wunschfahrer. So gesehen war es nur logisch, dass er auch dieses Jahr wieder in die engere Auswahl kam.“ 2015 hatte sich das Team um Manager Lingg noch für Jonas Folger entschieden. Nachdem dieser nun nach nur einem Jahr seinen Platz wieder räumte und einem Angebot aus der MotoGP, der Motorrad-Königsklasse, folgte, fiel die Wahl auf Marcel Schrötter. Spätestens nach dem Rennen auf dem Sachsenring habe man sich im Lager der Memminger Intact GP für den 23-Jährigen ausgesprochen, berichtet Jürgen Lingg weiter. „Mir gefällt seine Attitüde und die Art und Weise, wie er Motorrad fährt. Dazu kommt er noch aus unserer Gegend. Da passt einfach alles.“ Allerdings stellt Lingg auch durchaus hohe Erwartungen an seinen neuen Fahrer, wie er dem KREISBOTEN verriet: „Im nächsten Jahr sollte er sich steigern, um sich allmählich in den Top10 zu etablieren. Dann traue ich ihm auch den Sprung in die MotoGP zu.“

Hohe Ambitionen

Dass die neue Konstellation funktionieren wird, bezweifelt auch Schrötter nicht. „Mit Dynavolt Intact GP will ich in der kommenden Saison regelmäßig um Podiumsplatzierungen und mehr kämpfen“, zeigt sich der Neuzugang zuversichtlich. In seine neue Arbeitsstelle durfte Schrötter letzte Woche erstmals reinschnuppern. Das Intact GP-Team und die Eigenschaften seiner neuen WM-Maschine kennenzulernen, standen beim Testauftakt in Valencia für den gebürtigen Landsberger im Vordergrund.

Der Empfang sei „sehr herzlich“ gewesen, sodass Schrötter sein neues Umfeld „sehr positiv“ wahrnahm. Nicht ganz so leicht fiel dem Pflugdorfer der Wechsel auf das neue „Suter Bike“, das einige fahrtechnische Veränderungen mit sich bringt. „Das Fahrwerk ist für mich neu und auch bei den Federelementen sind Unterschiede spürbar.“, so sein erster Eindruck. Auch die Sitzposition sei eine andere: „Das Motorrad ist um einiges schmaler und man sitzt viel höher.“ Im Anschluss an die 115 Runden, die er auf seinem neuen Gefährt in Valencia drehte, kam Schrötter deshalb zu dem Fazit, dass es noch etliche weitere Runden brauche, bis er sich „vollkommen auf die Suter eingeschossen habe“. Insgesamt sei der Test aber reibungslos verlaufen. Lediglich ein kleines Problem mit der Schaltung habe dazu geführt, dass er einen „Ausflug ins Kiesbett gemacht habe“, berichtet Schrötter. Diesen Sturz habe er aber heil überstanden.

Auch sein neuer Arbeitgeber war mit den ersten Proberunden auf dem Valencia Circuit zufrieden. Nachdem der Fahrbelag am ersten Testtag noch trocken war und Schrötter mit persönlicher Bestmarke zu den Schnellsten gehörte, hätte er sich dieselben Bedingungen auch für den Folgetag gewünscht. Heftiger Regen machte ihm einen Strich durch die Rechnung, begünstigte andererseits jedoch, dass sich der 23-Jährige auch auf nasser Fahrbahn an seine Suter gewöhnen konnte, wie er nach dem Testlauf zugab: „Während ich im Regen in der letzten Saison Probleme hatte, lief es heute von der ersten Runde an gut. Dieser Test im Nassen hat mir ein gutes Gefühl und vor allem auch Selbstvertrauen gegeben.“

Vorbereitung zuhause

Nun steht Marcel Schrötter erst mal die Winterpause bevor, ehe die Vorbereitungen auf die anstehende Rennsaison beginnen. In einem Interview mit dem KREISBOTEN kündigte er an, sich bis Mitte Dezember erholen zu wollen. „In den nächsten Wochen sind meine Hobbys dran, zum Beispiel Eishockey in meiner Hobbymannschaft, mit der ich ein Mal pro Woche trainiere.“ Auf die Frage, wie er sich anschließend auf die Rennsaison einstelle, antwortete Schrötter: „Noch vor Weihnachten stehen ein paar Einheiten im Fitnessstudio an, außerdem werde ich Fahrrad fahren, allerdings nur indoor.“ Den Januar verbringe er dann vor allem in Spanien, wo zunächst ein lockeres Training, unter anderem mit seinem neuen Teamkollegen Sandro Cortese, auf dem Plan stehe. Sein WM-Debüt für Dynavolt Intact GP ist dann für den Grand Prix in Katar am 26. März vorgesehen.

Marco Tobisch

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