ESC Vespa Race

Ein Straßenroller, neue Reifen und ab geht die Post!

ESC Vespa Race - Jesco Schmidt
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Jesco Schmidt fuhr bei der ESC am Harzring auf Platz 2.

Landsberg – Es ist ein verdammt schlechtes Sportjahr, dieses 2020 – auch für alle Vespa- und Lambretta-Veranstaltungen. Die Rennserien für klassische Motorroller leiden unter den Corona-Auflagen. So musste die DBM (Deutsche Blechroller-Meisterschaft), die Rennserie für Beschleunigungsrennen, die letztes Jahr noch in Landsberg stattfand, in diesem Jahr komplett pausieren. Besser geht es der ESC (European Scooter-Challenge), der Rennserie für Rundkursrennen. Mit Erfolg dabei war Jesco Schmidt.

Insgesamt drei Rennen konnten stattfinden. Mit dem letzten Lauf zur diesjährigen Meisterschaft kehrte die ESC nach zwei Jahren Pause zum Harzring zurück – eine der traditionsreichsten und beliebtesten Strecken in der ESC. Grund genug für den SIP Scootershop Landsberg, die Veranstaltung mit Kamerateam und Renn-Vespa zu besuchen. Und Produktmanager Jesco Schmidt an den Start zu schicken. Als Zweiter in der Klasse 6 lieferte er ein gutes Ergebnis.

Moderne Reifen

Durch verkürzte Saison und Ungewissheit, ob die Rennen stattfinden, waren es in diesem Jahr weniger Teilnehmer als gewohnt. Positiver Effekt: Das Training am Vortag bot auch Anfängern reichlich Platz, um sich an das Fahren auf der Rennstrecke zu gewöhnen. Perfekte Bedingungen, um sich auf das Motor­roller-Rennen vorzubereiten. Am Renntag selbst dann strömender Regen. „Aber fast alle Fahrer hatten moderne Regenreifen im Gepäck“, berichtet Jesco Schmidt. „Die Rennen haben gezeigt, was moderne Reifen-Technologie möglich macht.“ Selbst ein leichtes Rutschen habe sich noch gut kontrollieren lassen. So wurde es, trotz des schlechten Wetters, ein würdiges Saisonfinale mit schnellen und knapp umkämpften Rennläufen. 

Seit der Reglementänderung in der ESC treffen sich die Topfahrer in der Klasse 4. „Hier gab es die spektakulärsten Rennen zu sehen. Besonders im dritten und letzten Lauf lieferte sich ein Führungstrio packende Zweikämpfe. Nebeneinander in den schnellsten Kurven, beim Beschleunigen auf der Start-Ziel-Geraden und beim Anbremsen in eine Schikane: auf nassem Untergrund gleich noch spektakulärer. Leider war es ein Sturz im Zweikampf, der über den Sieg entschied. Robert Leibfahrt war bereits vor dem Wochenende die Meisterschaft kaum noch zu nehmen. Mit seinem Sieg untermauerte er seinen Anspruch souverän und konnte mit sieben gewonnen (zwei zweite Plätze) von neun Läufen den Titel verbuchen.

Auch in der teilnehmerstärksten Klasse, der K5, konnte der Meister den Tagessieg verbuchen. Nachwuchsfahrer Valentino Randazzo dominierte das Feld souverän und weckt Erwartungen für die kommenden Jahre. Die beste Rundenzeit des Tages fuhr Albert Heigold. „Mit 1:06 Minuten beeindruckend schnell und für einen Großteil der Fahrer auch im Trockenen unerreichbar“, erzählt Schmidt voller Begeisterung.

Street Racer

Jesco Schmidt ist früher selbst professionelle Wettbewerbe gefahren. Seit 2010 gehe er jedoch nur noch selten an den Start und dann „mehr aus Spaß“. Daher sei er in der sogenannten „Street Racer Klasse“, einer speziellen Klasse für Neu- oder Wiedereinsteiger, angetreten. Das sei ganz unkompliziert: „Einfach mein Straßenroller, andere Reifen drauf, Lichter und Ständer abgebaut und los geht’s“. Obwohl es ein Regenrennen war, habe es „ganz gut funktioniert“. Mit dem 2. Platz hinter dem Polen Igor Kulesza ist Schmidt zufrieden.

Eine gebührende Saisonabschlussfeier war leider nicht möglich – aber die Kondition vieler Fahrer nach dem Tag in Regen und Kälte auch aufgebraucht. „Trotzdem war es eine gelungene Rückkehr an den Harzring“, meint Schmidt. Und freut sich auf „ein Wiedersehen im nächsten Jahr, mit mehr Rennveranstaltungen, mehr Teilnehmern, mehr Party und viel Abstand zu den Bedingungen von 2020.“
Andrea Schmelzle

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