TSV Landsberg überzeugt:

Starker Auftritt vor Rekordkulisse

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Gerade Vater und schon wieder voller Einsatz: Benjamin Hauke (rechts), Innenverteidiger des TSV Landsberg beim 1:0-Erfolg über Raisting.

Landsberg – Diesen Tag dürften sich beim TSV Landsberg gleich mehrere im Kalender rot anstreichen: Das Trainerteam, weil die Mannschaft beim 1:0 gegen Raisting streckenweise eine erdrückende Dominanz ausstrahlte; der Schatzmeister, weil er im Derby die rekordverdächtige Zahl von 1190 Karten an den Mann brachte; und Benjamin Hauke, der in der Nacht zuvor Vater einer Tochter wurde.

Der 32-Jährige Innenverteidiger Hauke stand dennoch am Nachmittag auch vor der ungewohnt großen Kulisse auf dem Platz mehr als stabil, zusammen mit seinen Kollegen ließ er den SVR mit den eher harmlosen Bemühungen zunächst immer wieder ins Leere laufen.

Dagegen haderten seine Kollegen in der Offensive teilweise mit ihrer Chancenauswertung. Als in der 15. Minute ein verunglückter Schuss von Fülla bei Benqiri landete, der den Ball verlängerte, ihn aber nur an der Latte platzieren konnte, hatten die Gastgeber zuvor schon vier sehenswerte Angriffe abgeliefert.

Die mehreren hundert aus Raisting angereisten Fans sahen mit Verwunderung, wie ihre Mannschaft im ersten Durchgang regelrecht auseinandergenommen wurde. Die TSV- Außenverteidiger Wochnik und Süli standen bei Landsberger Ballbesitz extrem hoch über der Mittellinie und übten damit stets Druck aus. Nuscheler brachte seine Gegenspieler auf dem rechten Flügel mit seinen schnellen Antritten ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Als Ballverteiler scheint Muriz Salemovic in Qendrim Beqiri einen kongenialen Partner gefunden zu haben. Der 23-jährige Kosovare ist in seinem erst fünften Spiel für die Landsberger kaum noch aus der Mannschaft wegzudenken, glänzte mit Übersicht, Spielverständnis und feinen Pässen in die Spitze. An vielen guten Aktionen in der Offensive war er dann auch beteiligt, etwa nach 19 Minuten, als er den Ball aus kürzester Distanz per Kopf aber nicht mehr am Torhüter vorbeibrachte.

Es ging weiter mit dem munteren Angriffswirbel, einen Abschluss von Rieck köpfte Raistings Reich noch von der Torlinie (26.), ein Heber von Wochnik ging um einen Meter drüber (36.), gleich darauf legte sich Nuscheler den Ball alleine vor Torhüter Schaidhauf einen halben Schritt zu weit vor. Spätestens der schönste Angriff des Spiels hätte das längst überfällige Führungstor verdient gehabt. Nuscheler bediente Salemovic, der legte die Kugel im Strafraum auf Benqiri, der sie von der Brust für Fülla abtropfen ließ – der jagte den Ball dann aber knapp über die Querlatte.

Die Gäste aus Raisting hatten es bis dahin sowohl über die Außenpositionen als auch in der Zentrale immer wieder versucht, sah sich aber durch das aggressive Pressing der Landsberger überfordert. Bis zur Pause kamen sie so zu keinem einzigen Torschuss, geschweige denn zu einer nennenswerten Chance.

Mehr Druck

Dass SVR-Coach Färber seine Schützlinge so nicht auch noch in die zweite Halbzeit schicken würde, war klar. Sofort nach Wiederbeginn versuchten die Raistinger, das Team von Sven Kresin im Aufbau mehr unter Druck zu setzen. Damit kamen die Landsberger tatsächlich nicht mehr so oft zu Chancen, blieben aber weiter die tonangebende Mannschaft mit der klar besseren Spielanlage. Die steilen Bälle in die Nahtstellen der Abwehr stellten Raisting weiter vor große Probleme.

Zwar verpasste man beim TSV das Tor noch, als Nuscheler sich den Ball sehenswert an der Torauslinie zurückerkämpfte – an seiner Hereingabe in den Fünfmeterraum rutschten die Kollegen aber knapp vorbei (56.). Eine Viertelstunde vor Schluss entschied dann aber Muriz Salemovic die Partie nach dem Motto „wenn alles kombinieren nichts hilft, mach ich’s eben alleine“: Über die rechte Seite zog der 26-Jährige nach einem Einwurf in den Strafraum, schüttelte noch zwei Gegenspieler ab und ließ dem Torhüter mit seinem überlegten Schlenzer in die lange Ecke keine Chance.

Der eingewechselte Zinner hätte den Sack nur eine Minute danach schon zumachen können, als er Schaidhauf schon ausgespielt hatte, den Ball aber aus spitzem Winkel über das leere Tor setzte. Stattdessen wären die Gäste fast noch zum Ausgleich gekommen. Der verdutzte TSV-Keeper Heiland sah nach 80 Minuten einen Freistoß aus 22 Metern knapp am Gehäuse vorbeirauschen. Zwei Minuten vor Schluss spielte sich Ruml in den Strafraum, sein Schuss aus 14 Metern strich um Haaresbreite am linken Pfosten vorbei. Allerdings dürften sich die knapp 1200 Zuschauer im Hacker-Sportpark mit den Trainern einig gewesen sein: verdient wäre ein Punkt für Raisting an diesem Nachmittag nicht gewesen.

Bester Aufsteiger

Damit kommt der TSV Landsberg seinem Ziel, bis zur Winterpause möglichst weit von den Relegationsplätzen weg zu bleiben, wieder einen Schritt näher. Mit Rang 7 und 28 Punkten ist man klar der beste Aufsteiger und hat derzeit zehn Punkte Vorsprung auf Platz 14. Das tut umso besser, als man jetzt zwei schwere Auswärtsspiele bei den direkten Tabellennachbarn vor der Brust hat.

Am Samstag treten die Landsberger um 15 Uhr in Sonthofen (6./29 Punkte) an, eine Woche später geht es zur gleichen Zeit ins erste Rückrundenspiel im niederbayerischen Hankofen-Hailing (8./28 Punkte).

Christoph Kruse

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