Ziel verpasst, aber Klasse gehalten

Kauferinger Floorballer: Das Fazit zur abgelaufenen Bundesliga-Saison

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Ricardo Wipfler (rot) war mit 44 Torbeteiligungen bester Bundesliga-Scorer der Kauferinger. Als Lohn für seine Leistungen wurde er für den deutschen U19-WM-Kader nominiert.

Kaufering – Seit zwei Wochen haben die Bundesligafloorballer der Red Hocks Kaufering Sommerpause. Zum ersten Mal in der nun sechsjährigen Bundesligageschichte schaffte man nicht den Sprung in die Playoffs, verpasste das angestrebte Saisonziel aber nur knapp. 16 Zähler standen am Ende auf dem Punktekonto, zwei fehlten auf den letzten Playoffplatz. Durch den Rückzug des TV Lilienthal zur kommenden Saison konnten die Roten auch auf dem 8. Tabellenplatz, der normalerweise den schweren Gang in die Playdowns bedeutet, den Klassenerhalt sichern.

Nun gilt es für die Verantwortlichen, die vergangene Saison aufzuarbeiten und die Vorbereitungen für die kommende Spielzeit zu treffen. „Unter dem Strich sind wir mit dem Verpassen der Playoffs natürlich nicht zufrieden. Wir konnten leider viele Spiele gegen die direkte Konkurrenz nicht zu unseren Gunsten entscheiden“, so Tobias Hutter, der bis in die heiße Saisonphase hinein als Spielertrainer fungiert hatte, ehe Christoph Huber den Trainerposten übernahm. Als Grund für viele verpasste Punkte sieht Hutter insbesondere die fehlende personelle Konstanz. Immer wieder mussten die Trainer die Reihen vor dem Spiel umbauen, da einige Spieler verletzungsbedingt ausfielen. Außerdem habe man diesmal nicht die gewohnte Heimstärke an den Tag legen können, die die Red Hocks die letzten Jahre ausgezeichnet hatte und stets wichtiger Eckpfeiler für die Playoff-Qualifikation waren. „Jedoch dürfen wir auch die vielen positiven Dinge der vergangenen Spielzeit nicht außer Acht lassen“, sagt Hutter. „Wir haben den Großteil der Spiele sehr knapp verloren. Sechs Spiele haben wir lediglich mit einem Tor Unterschied abgeben müssen. Wir hatten in jedem Spiel die Chance, das Spiel zu unseren Gunsten zu entscheiden. Selbst wenn wir einen schlechten Tag hatten, waren die Möglichkeiten für einen Sieg fast immer vorhanden. Das war in den Spielzeiten davor nicht immer der Fall. Da hat es schon das eine oder andere Mal eine richtige Packung gesetzt“, so der Spielertrainer weiter.

Dies zeige, dass die junge Mannschaft spielerisch durchaus einen Schritt nach vorne gemacht habe, gerade in der Offensive hatte man eine ordentliche Durchschlagskraft. 103 Treffer in 18 Saisonspielen sind Teil einer Statistik, die sich durchaus sehen lassen kann. Auf der anderen Seite hat man 125 Gegentreffer hinnehmen müssen. „Das ist genau der Punkt, an dem man in der kommenden Spielzeit ansetzen muss“, meint Hutter. Viele dieser Gegentreffer seien Ergebnis aus individuellen Fehlern gewesen, beispielsweise im eigenen Aufbau oder in der defensiven Zuordnung.

„Wir haben viele Spieler in unseren Reihen, die noch unter 20 Jahre alt sind. Sie haben alle noch sehr viel Entwicklungspotenzial. Wenn wir im Sommer hart an unserer Fitness und an spielerischen Elementen arbeiten, können wir als Mannschaft mit Sicherheit einen weiteren Schritt nach vorne machen, die individuellen Fehler abstellen und dann geht es in der nächsten Saison in der Tabelle sicherlich wieder ein paar Plätze nach vorne“, so Hutter selbstbewusst.

Die Planungen für die nächste Saison sind bereits im vollen Gange. An oberster Stelle auf der Agenda steht dabei die Verpflichtung eines Headcoachs. Bereits zum Ende der vergangenen Saison war Christoph Huber als Interimstrainer auf die Bank zurückgekehrt, um die Spielertrainer Hutter, Daniel Szirbeck und Marco Keß zu entlasten, damit diese sich auf ihre Funktion als Spieler konzentrieren können. „Für uns war es schon eine enorme Erleichterung, als wir uns nicht mehr mit Dingen wie Trainingsgestaltung oder taktischen Dingen während dem Spiel beschäftigen müssten, sondern den Fokus voll und ganz auf uns legen konnten. Ich denke deshalb, ein Trainer wäre im Hinblick auf die nächste Saison schon ein großer Schritt in die richtige Richtung.“ Wer den Posten in der kommenden Saison übernimmt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

So oder so haben nun erstmal fast alle Spieler frei, lediglich Ricardo Wipfler und Johannes Eckebrecht befinden sich in der Vorbereitung auf die U19-Weltmeisterschaft Anfang Mai in Halifax.

Ab Mitte Juni startet die Vorbereitung auf die kommende Spielzeit und Mitte September gehen die Red Hocks ihre siebte Spielzeit im deutschen Floorball-Oberhaus an.

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