"Pilot für einen Tag"

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Sieben Jugendliche ergatterten einen der heiß begehrten Plätze für die Ferienaktion der Stadt Landsberg – und starteten in luftiger Höhe in die Sommerferien.

Ellighofen – Im wahrsten Sinne des Wortes in die Sommerferien durchgestartet sind vor Kurzem sieben Jugendliche aus dem Landkreis. Sie hatten im Rahmen der diesjährigen Ferienaktion der Stadt Landsberg einen der heiß begehrten Plätze bei „Pilot für einen Tag“, einem Angebot, das die Jugendgruppe der Geratshofer Segelflieger jedes Jahr für Jugendliche aus der Region organisiert, ergattert. Alle Teilnehmer können an diesem Tag wie ein Flugschüler direkt im Cockpit die Welt von oben erleben.

Nach einem kurzen Sicherheitsbriefing ging es dann auch gleich mit der ersten großen Herausforderung des Tages los: der zweisitzige Segelflieger, der für die Flüge benutzt werden sollte, musste mit seinen 18 Metern Spannweite erst mal ganz vorsichtig aus dem Fliegerhangar heraus geschachtelt werden. Nachdem das geschafft war, lernten die Teilnehmer, das Flugzeug vor dem Start gründlich auf seine Funktionsfähigkeit durchzuchecken: „Wirklich beeindruckend aber auch beruhigend, wie viele Sicherheitsschleifen man einbaut, damit so ein Flug reibungslos abläuft“ staunten die Jugendlichen, und dann gings auch schon an das Wichtigste: den Flug. 

Spätestens bei der Frage, wer denn „als erster wolle“, merkten auch die Mutigen, dass es nun doch ernst wurde, und es herrschte erst mal einen Moment Stille. Der 13-jährige Elias aus Unterdießen brach schließlich das Eis, ließ sich den Fallschirm anlegen und fest hinter LSV Ausbildungsleiter Janik Eggler im Cockpit anschnallen. Und dann ging es los, und zwar richtig: mit unglaublicher Kraft beschleunigte die 320 PS starke 10 Zylinder Dieselwinde am anderen Ende des Flugplatzes den Segelflieger in nur zwei Sekunden von 0 auf 100 Stundenkilometer und katapultierte ihn so fast aus dem Stand in die Luft – das Ganze begleitet von einem begeisterten Schrei von Co-Pilot Elias und einem ehrfürchtigen Raunen der am Boden verblieben Teilnehmer. 

Nach dem Abheben ging es für Elias, gezogen vom 1000 Meter langen Windenseil im 5-Grad-Winkel steil nach oben und keine 30 Sekunden später klinkte der Segelflieger in 400 Meter über der Erde aus, das restliche Seil fiel, sanft von einem Fallschirm gebremst, zurück Richtung Winde. Die wurde an diesem Tag übrigens vom 16-jährigen Leo Krebs aus Landsberg bedient, der selbst vor einigen Jahren einmal als Teilnehmer der Ferienaktion den Geratshof kennen gelernt hatte und inzwischen begeisterter, fertiger Segelflugpilot ist. 

Nach der Landung schwärmte Elias vom Flug über seinen Heimatort Unterdießen: „Ich konnte mein Haus voll gut erkennen“ – und diese Gelegenheit bekamen alle anderen Teilnehmer beim Flug über die Landsberger Region ebenfalls. „Dank schönem Sommerwetter war das für alle „Eintages-Piloten“ mit Sicherheit ein erleb- nisreicher und unvergesslicher Tag“, freut sich LSV Vorstand Sepp Holzapfel, und wie der 12-jährige Leon, dessen Opa schon Segelflieger war, signalisiert bereits der ein oder andere Teilnehmer beim Abschied vom Flugplatz, dass er es kaum erwarten kann, 14 Jahre alt zu werden – das Alter, in dem man am Geratshof mit dem Segelfliegen anfangen darf.

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