Den Tabellenzweiten geknackt

+
Kaum zu bremsen: Red Hocks-Kapitän Maxi Falkenberger (rechts).

Kaufering – Die Bundesliga-Floorballer des VfL Kaufering haben am Wochenende ihre Heimbilanz makellos halten können. Im dritten Spiel vor heimischer Kulisse verbuchten die Red Hocks den dritten Erfolg verbuchen. Gegen Berlin legten sie die ersten Startschwierigkeiten schnell ab und gewannen hochverdient mit 7:4 Toren.

Zunächst aber hieß es am Samstag für die Fans der Red Hocks Kaufering erneut, ihr neu formiertes Team im Kampf um den Klassenerhalt anzufeuern. Zum bereits vierten Male in dieser Saison – den drei Heimpartien stand eine Auswärtsnieder- lage gegenüber – schwangen Falkenberger, Tobisch und Co die Schläger, bereit sich mit der bis dato ungeschlagenen BAT Berlin zu messen. Wem bei diesem Spiel die Favoritenrolle zukam, ließ sich anhand der Tabelle ablesen: Während die Red Hocks sich auf dem 4. Platz tummelten, rangen die Hauptstädter gleichauf mit Rekordmeister aus Weißenfels um die Spitzenposition.

Die Red Hocks bleiben am Ball

Bereits kurz nach Anpfiff der Partie war deutlich, dass die Moral auf Seiten der Roten stimmte. Zwar kämpfte sich Berlin das ein oder andere Mal vor den Kasten von Schlussmann Tobias Dahme, doch die Hintermannschaft vom Lech machte ihnen das Leben schwer. So gelang es den Red Hocks, lange Paroli zu bieten. Was ihnen wohl auch zugutekam, war der mit zwei Reihen schmale Kader der weit gereisten Gäste.

Nach einigen guten Aktionen, wie zum Beispiel einem nur knapp gehaltenen Schuss auf das Berliner Tor von Tobias Hutter, zappelte der Ball in der achten Spielminute jedoch im heimischen Tor. Berlins Schweizer Stürmer mit der Nummer 20, Lukas Brockmann, nutzte eine ungünstige Situation allein vor dem Tor von Dahme, welcher keine Chance mehr hatte. Völlig unbeeindruckt ließ dieser Zwischenfall die Kauferinger nicht. Es folgte teils sekundenlanges, wildes Herumgestochere und auch die eine oder andere Torchance wurde verschenkt.

Bis zur 14. Spielminute fing man sich aber wieder und so fand ein Assist von Daniel Szirbeck seinen Weg zu Andreas Finkenzeller, der die Chance im Nachschuss nutzte und den Ausgleich sicherte. Fünf Minuten später schlug Verteidiger Marco Tobisch aus der Schockstarre der Berliner Kapital, um per Distanzschuss das 2:1 zu markieren. Berlins Topscorer Brockmann war zu diesem Zeitpunkt bereits verletzt ausgeschieden.

Während das erste Drittel und der Auftakt des zweiten Durchgangs insgesamt noch recht zäh abgelaufen waren, fand man in der Folge langsam aber sicher wieder zum altbekannten Schwung und Biss zurück. Im Alleingang zog Kapitän Falkenberger auf und davon und erzielte das 3:1. Kurz darauf fand ein Gewaltschuss vom Ex-Hauptstädter Niels Hauser krachend nur das Gestänge. Ein gegnerisches Eigentor spielte den Red Hocks dann günstig in die Karten und vergrößerte so den Abstand um ganze drei Tore. Andreas Finkenzeller hatte abgezogen und ein Gegenspieler den Abpraller aus kurzer Distanz über die eigene Linie bugsiert.

Beflügelt von diesem Zwischenstand erhöhte man den Druck nach vorn und musste im Gegenzug einige gefährliche Nadelstiche entschärfen. Während eines wilden Zweikampfs in der Nähe des Kauferinger Torraumes erkannten die Unparteiischen einen Stockschlag und schickten Verteidiger Martin Klöck für zwei Minuten auf die Bank. Nun galt es, in Unterzahl gegen die Favoriten zu bestehen. Berlin fand jedoch schnell die Lücke, Jami Savolainen musste nur noch zum 4:2 einschieben. Die Hausherren schüttelten sich kurz und kaum eine Minute später nutzte der an diesem Tag hervorragend aufgelegte Finkenzeller einen Abpraller seines ebenfalls stark aufspielen Reihenpartners Falkenberger zum 5:2.

Nach Wiederanpfiff waren die Red Hocks um Sicherheit bemüht, doch die Bundeshauptstädter brauchten nur 19 Sekunden, um wieder zu verkürzen. In der Folge nahm der Druck zu und genau drei Zeigerumdrehungen später besorgte Joker Akseli Hietala mit einem ansatzlosen Strich in den Winkel den Anschluss.

Die Gäste hatten nun sichtbar Oberwasser, und der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit. Doch mitten in diese Drangperiode hinein dann die erste Zeitstrafe für Berlin, Juraj Urban verabschiedete sich für zwei Minuten vom Spielfeld. Die Red Hocks waren nun wieder zurück am Ruder und kombinierten gefällig, doch die ersten Abschlüsse strichen am Ziel vorbei oder wurden Beute von Torhüter Felix Klein.

Eine spektakuläre Einzelaktion entpuppte sich dann als Schlüsselmoment der Partie: Nach einem Zuspiel von Marco Tobisch legte Falkenberger sich das Spielgerät selbst halbhoch vor und drosch die Kugel dann volley in die Maschen, 6:4 und ein echtes Ausrufezeichen. Es kam noch besser. Wieder Falkenberger, wieder ein Traumtor, diesmal durch die eigenen Beine erzielt und schon lagen die Lechfloorballer wieder mit drei Zählern in Front.

Dabei blieb es auch, den Red Hocks war die gefeierte Überraschung geglückt. Allerdings gar nicht verwunderlich war die Wahl zum Spieler des Abends. Mit einer überzeugenden Leistung glänzte nicht nur BATs finnischer Wirbelwind Jami Savolainen sondern auch Kauferings Kapitän Maxi Falkenberger, welcher in seiner Dankesrede sichtlich erfreut allen Anwesenden dankte und Mitspieler Stefan Bergmair zum Geburtstag gratulierte.

Auch Torhüter Tobias Dahme bekam noch einen kräftigen Applaus. Nach jahrelanger Arbeit als Spartenleiter verabschiedet er sich nun berufsbedingt für einige Zeit nach Hof, hofft jedoch, seinem Team so gut wie möglich erhalten zu bleiben. Zur Belohnung einer trotz vieler persönlicher Highlights geschlossenen Teamleistung grüßt die junge Mannschaft aktuell vom 3. Platz der Tabelle. Eine schöne Momentaufnahme, doch nun gilt es, sich den kommenden Aufgaben zu widmen.

Das nächste Heimspiel findet am Sonntag, 25. Oktober um 16 Uhr im Sportzentrum Kaufering statt. Gegner sind diesmal die Floor Fighters aus Chemnitz. Gegen denselben Kontrahenten geht es schon kommen- des Wochenende auswärts – diesmal im Pokal.

Auch interessant

Meistgelesen

Weiter ungeschlagen
Weiter ungeschlagen
"Da ist mir richtig der Atem gestockt"
"Da ist mir richtig der Atem gestockt"
Das Schicksal in der eigenen Hand
Das Schicksal in der eigenen Hand
Quartett bleibt
Quartett bleibt

Kommentare