Floorball: Red Hocks müssen passen

Allein am Hallenboden lag’s nicht

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Sowohl die Red Hocks (rot) als auch die Red Devils hatten ihre Probleme mit dem ungewohnt griffigen Hallenboden im Landsberger Sportzentrum, wo sich Werningerode letztlich mit 8:7 Toren durchsetzte.

Landsberg/Kaufering – Das haben sich die Red Hocks Kaufering aber ganz anders vorge­stellt: Sie blieben im Spitzenspiel der 1. Floorball-Bundesliga gegen die Red Devils Wernigerode im Landsberger Sportzentrum hinter ihren Möglichkeiten und unterlagen trotz bemerkenswerter Moral mit 7:8.

Zu Beginn des Spiels sahen die 423 Zuschauer eine Partie, die einem Spitzenspiel nicht würdig war; das lag nur bedingt an dem ungewohnt griffigen Hallenboden. Vielmehr kamen beide Teams zu schläfrig aus der Kabine, sodass auch zunächst keiner der Kontrahenten die Fehler des anderen zu nutzen wusste. Als Erste wachten die Red Devils auf, die in der zehnt Minute in Führung gingen und nach einer strittigen Strafe gegen Julian Rüger in Überzahl auf 0:2 erhöhten.

Kaufering traute sich bis dato wenig zu. Erst ein Zusammenspiel zwischen Marco Tobisch und Tim Hoidis, das Letzterer mit einem Handgelenkschuss in den Winkel abschloss, gab erstmals Grund zum Jubel. Dennoch blieb die Handbremse seitens der Gastgeber, der in der Schlussminute des ersten Drittels noch das 1:3 hinnehmen musste, angezogen. Man war immer noch nicht ins Spiel gekommen.

In der Drittelpause fand das Trainergespann Christoph Huber und Rasso Schorer die richtigen Worte, denn nun trat das Team um Kapitän Maxi Falkenberger dominanter auf und generierte mehr Abschlüsse. Das nötige Glück hatten allerdings zunächst die Gäste aus dem Harz, die auf 1:4 erhöhten. Nur eine Minute später klingelte es dann aber im Gehäuse von Devils-Goalie Gary Blume. Michal Hanic legte einen Freischlag auf Martin Joscak, der von der Mittellinie ins rechte untere Eck traf.

In der Folge vergaben die Red Hocks mehrfach in Überzahl die Chance, weiter zu verkürzen. Erst als mit Tino von Pritzbuer ein Kauferinger auf die Strafbank musste, fiel das nächste Tor. Dominik Hanic zog mit dem Ball aus der gegnerischen Ecke los vor der Tor, umkurvte den Torhüter und netzte mit der Rückhand zum 3:4 in Unterzahl ein.

Damit schienen die Sachsen-Anhaltiner völlig aus ihrem Überzahl-Konzept gebracht zu sein, denn nur wenige Sekunden später eroberte Dennis Häringer das Spielgerät hinter dem gegnerischen Tor und überwand Goalie Blume per Bauerntrick zum Ausgleich. Fast wäre in derselben Unterzahl noch die erstmalige Führung gelungen, doch Tim Hoidis scheiterte am Pfosten.

Im Schlussdrittel agierten die Hausherren ähnlich bemüht wie zuvor und wurden mit dem 5:4 durch Dominik Hanic belohnt, das Publikum stand Kopf. Die ganzen Anstrengungen wurden in der Folge jedoch in nur dreieinhalb Minuten zunichte gemacht, denn in dieser Zeit durften die Gäste vier Mal einnetzen, davon dreimal nach demselben Schema, plötzlich stand es 5:8.

Dennoch war das Spiel noch nicht entschieden, nach einer Kauferinger Auszeit starteten die Red Hocks ihre Schlussoffensive. Maxi Falkenberger traf mit einem Distanzschuss von der Mittellinie zum 6:8 und 46 Sekunden später fälschte Tobias Hutter einen Schuss von Marco Tobisch unhaltbar zum 7:8 ab. Das Spiel war wieder offen und noch sieben Minuten zu spielen. Trotz zahlreicher Chancen und toller Moral wollte der Ausgleich aber nicht mehr fallen.

Letztendlich wäre ein Sieg gegen die leicht favorisierten Gäste durchaus möglich gewesen, hätte man das erste Drittel nicht verschlafen und sich einmal mehr in Schlüsselsituationen konzentrierter und abgekochter präsentiert.

Somit bleibt Wernigerode die einzige Bundesligamannschaft, gegen die die Red Hocks nach regulärer Spielzeit noch nicht gewinnen konnten. Die Harzer konnten sich mit dem Sieg in diesem Sechs-Punkte-Spiel gemeinsam mit Weißenfels bis auf weiteres im Klassement absetzen. Die Kauferinger werden sich in den kommenden Wochen vorrangig der Angriffe aus dem Tabellenmittelfeld erwehren müssen um Platz 3 zu festigen und weiter Kurs auf die Playoffs zu nehmen.

Noch ein Heimspiel

Aufgrund der Weltmeisterschaft im Dezember ist das Bundesligajahr 2014 nun fast abgeschlossen, ein Highlight steht aber noch an. Am 23. November empfangen die Red Hocks um 16 Uhr den Aufsteiger SSF Dragons Bonn zum Duell – erneut im Landsberger Sportzentrum.

VfL Red Hocks Kaufering – Red Devils Wernigerode 7:8 (1:3; 3:1; 3:4). Tore: 0:1 Kuittinen (10.), 0:2 Krupicka (14.), 1:2 Hoidis (16.), 1:3 Müller (20.), 1:4 Riechel (28.), 2:4 Joscak (29.), 3:4 D. Hanic (37.), 4:4 Häringer (38.), 5:4 D. Hanic (47.), 5:5 Fiedler (48.), 5:6 Krupicka (49.), 5:7 Löwenberg (51.), 5:8 Einecke (52.), 6:8 Falkenberger (52.), 7:8 Hutter (53.) Strafen: 10 - 10.

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