Zu viele Rückschläge

Floorball-Bundesliga: Red Hocks verlieren Kellerduell in Chemnitz

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Umkämpfte Partie: In Chemnitz blieben Tobias Hutter (Mitte) und seine Mannschaft der Kauferinger Red Hocks punktlos.

Kaufering – Ein Spiel zum Vergessen erlebten die Bundesligafloorballer der Red Hocks Kaufering in Chemnitz. Eigentlich wollten sich die Roten beim Tabellenletzten in eine gute Ausgangslage für den Kampf um die Playoffs bringen. Stattdessen stand eine 6:5-Niederlage zu Buche, die wohl ebenso wehtat wie das gewachsene Lazarett.

Dabei sah der Start noch viel versprechend aus, denn schon in der 4. Minute brachte Spielertrainer Tobias Hutter die Red Hocks mit einem Abstauber in Führung. Nach dem schnellen Ausgleich lief bei den Gästen aus Bayern aber nicht mehr viel zusammen: Viele leichte Ballverluste und fahriges Zweikampfverhalten führten dazu, dass die Floor Fighters eine Fülle an Torchancen hatten, jedes Mal aber am stark parierenden Kornelius Schmid scheiterten.

Als das erste Drittel fast vorüber war, erhielt Verteidiger Moritz Billes noch eine Zwei-Minuten-Strafe, die zu Beginn des zweiten Abschnittes bestraft wurde: Chemnitz spielte einen Querpass durch den Kauferinger Unterzahlblock, sodass Maximilian Schröder das leere Tor vor sich hatte - 2:1. Wieder vollzählig, schafften es die Red Hocks danach wieder besser, sich an ihren vorgegebenen Plan zu halten und steigerten sich, insbesondere im Zweikampfverhalten. Schon in der 24. Minute fiel der Ausgleich, als die Gastgeber im Kauferinger Drittel den Ball vertändelten und Ricardo Wipfler Nebenmann Daniel Szirbeck mit einem langen Pass bediente. Szirbeck lupfte zum 2:2 ins lange Eck.

In der Folge wurde die Partie härter und auch offener. Während auf Seiten der Roten Hutter und Marco Keß nach Checks gegen den Kopf verletzt auf dem Boden liegen blieben aber weiterspielen konnten, setzte die spielerischen Akzente vor allem Chemnitz. Zweimal wurden deren Angreifer nicht entscheidend attackiert und auch Schmid konnte bei den Fernschüssen nicht mehr eingreifen. Den 4:2-Rückstand wollten die Roten anschließend in einem Powerplay korrigieren, schafften es aber trotz zahlreicher Abschlüsse nicht, den Ball im Tor unterzubringen - auch weil Schlussmann Lukas Thieme ihn gleich mehrmals noch von der Linie gekratzt hatte.

Nächste typische Aktion für das Spiel war eine Szene in der 34. Minute: Ein Chemnitzer wurde von zwei Kauferingern unter Druck gesetzt und traf Hutter dabei unglücklich mit dem Schläger im Gesicht, sodass der Spielertrainer mit blutendem Gesicht für die nächsten Minuten raus was. Immerhin: Maxi Falkenberger hatte sich nach Hutters kurzzeitigem K.o. den Ball geschnappt und ins Kreuzeck zum 4:3 geschlenzt. Fortan blieben die Red Hocks am Drücker, auch das zweite gute Überzahlspiel an diesem Tag blieb allerdings torlos.

Das letzte Drittel hätte allerdings kaum schlechter starten können, denn schon nach zwölf Sekunden legten die Gastgeber das 5:3 nach. Und zu allem Überfluss zog sich Marco Tobisch wenige Minuten später in einem Zweikampf eine Bänderverletzung zu - er wird den Red Hocks voraussichtlich rund einen Monat fehlen. Das Spiel wurde derweil aber nochmal spannend. Ricardo Wipfler, später zum Best Player gewählt, setzte im Powerplay einen überlegten Handgelenkschuss ins Kreuzeck. Drei Minuten vor Ende bekamen die Red Hocks beim Stand von 5:4 ein weiteres Überzahlspiel zugesprochen. Wieder ging der Ball trotz guter Abschlüsse nicht ins Netz, während stattdessen Chemnitz in Unterzahl auf 6:4 ausbaute. Die Mannschaft vom Lech nahm danach noch Torhüter Schmid aus dem Kasten, um mit einem zusätzlichen Feldspieler den Druck zu erhöhen. Kapitän Falkenberger verkürzte 55 Sekunden vor Ende noch auf 6:5, der Ausgleich wollte nicht mehr fallen.

„Das war heute ein typisches Spiel um den Klassenerhalt: Extrem hart geführt und technisch auf keinem allzu guten Niveau. Chemnitz hatte heute einfach in den entscheidenden Momenten die Nase vorn“, fasste Marco Tobisch nach dem Spiel zusammen. Am kommenden Wochenende dürfte es nicht unbedingt leichter werden: Beim Doppelspieltag in Leipzig und Weißenfels treffen die Red Hocks ausgerechnet auf die beiden Tabellenführer. „Wenn wir da das ein oder andere Pünktchen entführen könnten, wäre das schon sensationell“, so Tobisch weiter. Insbesondere Weißenfels habe sich zuletzt durchaus verwundbar gezeigt und 11:9 bei Aufsteiger Holzbüttgen verloren.

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